Motorrad-Geschichten

  • #1

    Der andere Thread hat mir die Idee gegeben, mal so einen zu eröffnen. Ich fands echt kurzweilig mit so die Geschichten von "damals" anzuhören.


    Also, wer möchte, darf hier gerne was über seine Motorradkarriere oder besondere Erlebnisse berichten und mit uns teilen.


    Unfälle, Urlaub und anno dazumal. Thema egal. Hauptsache, man berichtet.


    Bin bestimmt nicht der einzige, der das spannend findet.

  • #2

    Ah, gut, dann fange ich mal mit so einer Geschichte an, die statistisch kein 2. mal passieren kann.

    Ich hatte innerhalb von 36h Auto und Motorrad als Totalschaden.


    Es war das Jahr 2003 im Juli. Ich hatte eine silberne TDM850 Bj. 00 und das war mein Schatzi. Viele Umbauten und Verschönerungen.

    Eine Woche bevor das alles passierte kaufte ich mir einen Zafira als Vorführer und wie ich heimkam, lag meine TDM in Wien auf der Seite.

    Im heißen Asphalt ist der Seitenständer eingesunken. Kupplungshebel gebrochen und bei der Verkleidung die Aufkleber zerkratzt.

    Hatte am nächsten Tag alle Teile bestellt. Hebel 2 Tage später getauscht, Aufkleber dauerten etwas.

    Meinen Ford Escort musste ich noch reparieren lassen, um ihn verkaufen zu können. Hinteres Radlager kaputt und von der Dieselpumpe eine Membran gerissen.

    Woche darauf:

    Ich fuhr ganz zeitig in der Früh in Wien zu einer Werkstätte, die mir mal die Membran gemacht hätte. Zeitig deswegen, weil der Motor wieder kalt sein musste. In einer Einbahn mit Vorrang kam 10m vor mir ein Twingo von rechts. Den bin ich fast ungebremst in die Seite geprallt. Sein Auto kaputt, meins Totalschaden. Ich unschuldig und bekam das Auto bezahlt. Das war für mich sehr gut.

    Eineinhalb Tage später habe ich mir eine Motorradtour mit einem Freund ausgemacht.

    Ich fahr auf die Vorrangstraße in Wien, gib Gas, seh' die Ampel geht auf rot und Gasgriff wieder zu.

    In dem Moment seh' ich links was silbernes aufblitzen und bin schon abgeflogen.

    Ein junges Mädel ist in mich rein, mit min 70km/h in der 30er Zone. Hat mit der Stoßstange mein linkes Bein erwischt und dahinter den Rahmen verbogen. Ich flog weg und die TDM hat sie umgeklappt, unter ihrer Frontschürze eingeklemmt und ist damit in ein stehendes Auto gekracht.


    Ich offener Trümmerbruch linker Unterschenkel und linke Schulter nach hinten ausgekugelt, wie ich am Asphalt aufgeprallt bin.


    Somit das 2. Fahrzeug Totalschaden, wieder unschuldig.


    Wie ich von der OP aufgewacht bin, die ersten Worte zu meiner Partnerin: "So, jetzt muss die neue TDM900 her" ^^ Hab ich auch im Februar 04 gekauft. Genesung selbst, dauerte ca. 8 Monate.

    Übrigens bekam ich nach der ersten Woche im Krankenhaus den Anruf, dass die Aufkleber abholbereit sind. Die konnte ich stornieren. :D


    thats my story

  • #3

    Na, da hab ich eher was lustiges, aber nicht weniger dramatisch, bei mir hat eigentlich nur ein falsches Wort gefehlt, dann wärs das gewesen.


    Ich hatte ende der 80er eine 750er Kawa, Tourer mit Koffer. Aber nicht ganz stubenrein, also viel Vibrationen für einen 4-Zylinder.Es kommt wie es kommen muss: Nummerschild schrauben verloren. Cleverle wie ich bin, selbstsichernde Muttern dran. Schraube hält, Nummernschild bricht nun rund um die Unterlegscheibe und verlässt mich auf der Autobahn. Umdrehen is nicht. Aber das wäre leicht lösbar, neues Nummernschild besorgen.


    Ich stand aber 6 Wochen vor dem Umzug in einen anderen Bezirk, dort also wieder neue Nummerntafel. Da ich bisher kaum Polizei gesehen hatte und immer brav meinen Schein mitführe, einfach mal ohne gefahren und gehofft, mit Mängelbericht dann über die Runden zu retten. Aber man wird leicht übermütig, Wochenend Tour Schwarzwald, Bad Peterstal nach Oppenau, Baustellenampel, ich stehe, dahinter kommt Polizeiauto. Tja, die steigen aus, bemängeln das fehlende Nummernschild, ich mach auf völlig entsetzt und mist wie komme ich nun heim. Ne kein Ding, hier Mängelbericht, hast ne Woche Zeit. Ja toll, noch 3 Wochen bis Umzug.


    Also zur neuen Vermieterin, gefragt ob ich mich heute schon ummelden kann um das Nummernschildproblem zu lösen. Ja kein Ding, gemacht, weiter zum LAndratsamt, mit der Ummeldung neues Nummernschild, stolz rausgegangen, Problem gemeistert....fast. Selbstsichernde Schrauben bekommt man mit einer einfachen billigen Spitzzange nicht auf, vorallem wenn man keine zweite hat zum Schraube gegen halten. Also Nummernschild einpacken in Tankrucksack, zurück in alte Wohnung fahren, dort ist ja genug Werkzeug. Auf dem Weg dort hin eine Zivilstreife in einer Seitenstrasse gesehen, ich also keinen Bock auf Gelaber, berg rauf, die Stehen ich hab ne 750er und harten Griff am Gaszug.


    200 erreiche ich da locker, die Jungs aus der Seitenstrasse müssen ja erstmal starten und ich habe 15km heim. Oben auf der Kuppe stehen dann 2 Polizeiauto als Strassensperre, 3 Polizisten mit ihren halbautomatischen Gewehren im Anschlag und ich mit schwarzen Streifen auf der Fahrbahn und braunen in der Hose. Jetzt nichts falsch machen, Moped aus, Hände nach oben, Seitenständer raus, langsam quer auf selbigen gleiten lassen, Herzschlag reduzieren. Ein vierter Polizist kommt auf mich zu und frag wieso ich kein Nummernschild habe. Deute mit den Finger auf Tankrucksack und stammel unverständliche Worte(ich wollte sagen das dort ein Nummernschild drin ist, aber es war mehr so Tankschild, Nummernsack, kein Schlüssel). Ende vom Lied: er öffnet ganz vorsichtig den Tankrucksack, sieht das, winkt die Kollegen ab, muss den 3 polizeifahrzeugen entland des Weges, den ich fahre, bescheid sagen, da auch sie kein passendes Werkzeug oder Klebeband dabei hatten. Ringfahndung nach 3 Bankräuber, die kurz vorher eine Bank überfallen hatten, bewaffnet und sehr gefährlich. Und ich mit Kutte und 750er auf Dope den Berg rauf gejagt.

  • #4

    Erste Motorrad, Kawasaki Z400, erste größere Tour mit Freundin, meine heutige Frau.

    Nach einem Ortsausgang wurden wir von einem Auto geschnitten, auf den Schreck angehalten und erst einmal eine geraucht, mittlerweile 10 Jahre ohne Kippen.

    Nach der Zweiten Zigarette sollte die Tour weiter gehen, Mist, Motorrad springt nicht an, kann doch nicht sein, ich doch nix passiert, hab doch nix gemacht. :icon-eek:

    Ärger, Ratlos, Benzinhahn, Auf, Zu, Reserve, Kerzen raus, rein, nix, fluchen, rauchen.

    Nach einer halben Stunde der Satz zu meiner Freundin: "tritt mich mal bitte im Hintern"

    Sie, hä, wieso?


    Killschalter war betätigt, :S


    Peinlich, rote Bierne, Gelächter, Stammtisch Gesprächsthema für die nächsten Jahre :teasing-lurk:


    Wochen später konnte ich bei Haus Scheppen, dank meiner dusseligen Erfahrung, einem Motorrad Fahrer eine größere Peinlichkeit ersparen.

    Ich hatte bemerkt wie er krampfhaft versucht sein Maschine anzubekommen.

    Also habe ich meinen Platz vor der Currywurst verlassen, bin ganz cool zu ihm rüber, und habe lässig seinen Killschalter umgelegt.

    Brumm, zack, die Maschine lief. :laughing-rollingyellow:


    So gibt es mindestens 2 Menschen denen sofort erstmal der Killschalter einfällt, falls ein Motorrad nicht anspringt. 8)

    Einer von uns beiden ist klüger als du 8)

  • #5

    eine kleine Annecdote wie ich zu meinem Nickname gekommen bin liegt jetzt ca.20 Jahre zurück.

    Mit einem Kumpel zusammen am Wochenend ins Weserbergland auf einen Campingplatz bei Bad Pyrmont.

    Schnell das Biwak aufgebaut und dann..."Spaß haben..."

    Nun gibt es in der Gegend einige z.T. recht hakelige kleine Sträßchen durch die Hügel auf denen wir, sagen wir mal, seeeehr optimistisch unterwegs waren bis wir an eine ziemlich enge Haarnadel kamen.

    Im Kurveneingang schoss mir nur durch den Kopf "sch*** das wird verdammt eng"...

    - den Bock ablegen: keine Option !

    - gerade aus in die Botanik - auch nicht !

    also, einmal voll hinten in die Bremse gehackt, Gang runter, Gas auf und mit scheppernder Fußraste und einem wüsten Slide ein paar Millimeter vor der Fahrbahnkante das Ding auf die Gerade gerettet...und - von Kopf bis Fuß flatternd zum Stehen gekommen...🙈

    Mein Kumpel, 50m hinter mir, hat mit tellergroßen Augen das Elend gesehen, in abenteuerlicher Art den Anker geworfen und kam mitten in der Kurve mit dem Vorderrad schon im Grünen zum Stehen...

    Nach einer halben Stunde und gefühlt einer halben Schachtel Zigaretten ging es danach sehr gesittet zurück zum Campingplatz und abends bei Bier und Bratwust vom Grill hatte ich dann meinen Spitznahmen weg...

    DLzG vom Merlin


    Ps. Aufgrund meiner generellen Lebenseinstellung sehe ich nicht die geringste Veranlassung, mich altersadäquat zu verhalten :handgestures-thumbup:

  • #6

    Vor Jahren hab ich auch mal Gezaubert.


    War mit meiner fast Nagelneuen Speed Triple 1050 und Kumpels unterwegs. Vorher hatte ich eine Yamaha FZ6 und mit der Speedy noch kaum Erfahrung. Auf der Schwäbischen Alb gings Zügig durch den Wald und ich hab mich in einer Kurve schwer verschätzt. Linkskurve machte zu und ich kam in den Grünstreifen rechts der Fahrbahn. Scheiße dachte ich, gleich liegste auf der Fresse, das schöne Moped und breitete mich schon auf den Aufprall vor, als wie durch ein Wunder das Rutschende Moped am Hinterrad wieder Gripp bekommen hat. Das Vorderrad war zur Straße gerichtet, wie gesagt Hinten gerutscht und der Gripp katapultierte mich wieder auf die Straße. Es hob mich aus dem Sattel und den Lenker immer noch fest im Griff, war ich am Fliegen. Dann kam ich liegend auf dem Tank zurück auf die Straße und Geistesgegenwärtig stampfte ich den Linken Fuß auf die Straße und so konnte ich meinen Hintern wieder auf den Sattel schwingen. Wie diese Rodeo Reiter, wenn Sie vom Pferd springen und mit Schwung wieder aufsitzen. Als ich wieder im Sattel saß und weiter fuhr, musste ich erstmal den Ritt verdauen. Mein Kumpel hinter mir meinte nur, sowas hat er noch Nie gesehen. Das war Filmreif. Schade das es Damals noch keine GoPro gab. :D

    " Glück kann man nicht kaufen. Aber ein Motorrad und das ist verdammt nah dran."


  • #7

    Ich hab die Geschichte meiner allerersten grôßeren Motorradtour - eine Geschichte über den unbändigen und ungeduldigen Größenwahn der Jugend.

    Mein erstes Moped war ja eine 79er SR500, die ich mit Motorschaden gekauft und dann zusammen mit nem Freund komplett zerlegt und neu aufgebaut habe. Kolben von Kolben Schmidt in Nürnberg und so ...

    Fertig wurde das Teil einen Tag nach Weihnachten 89. Hab das Teil dann direkt zum Tüv gekarrt, Tüv Prüfer sehr begeistert und dann war klar, der Moped Karriere steht nix mehr im Weg! 🤩


    Ich wohn ja hier in der Fränkischen Schweiz und war auf ne Sylvesterfeier in Kierspe im Sauerland eingeladen.

    Moped fertig, Ungeduld groß - klar, ich musste da hin und das natürlich auf dem Moped. Am 30.12.1989 bin ich früh um fünf Uhr bei knapp 10° Minus zu meiner ersten Mopedtour aufgebrochen.

    Bundeswehr Thermounterwäsche, drei paar Socken, Springerstiefel, normale Mopedhandschuhe, über Stiefel und Handschuhe die damals gängigen Regenkondome und unter der Lederkombi ein Müllsack zur Förderung der Windabweisung, mit Löchern für Arme und Kopf. Über allem ne Regenkombie. Ich hab ausgeschaut wie ein Conti Männchen.

    Nach 50 Kilometern war mir dann klar, dass das alles nichts hilft, aber ich war 19 und entsprechend stur und hart!

    Natürlich bin ich Überland gefahren.

    Und dann kam einer der schönsten Momente meiner Mopedkarriere:

    Kurz vor Fulda bin ich einen Berg runter gefahren und plötzlich kam die Sonne direkt vor mir über den Horizont. Ich hab geschrien vor Glück und Freiheit!

    Als ich dann im Sauerland angekommen bin, hab ich etliche Tassen Glühwein und viele Stunden gebraucht um wieder warm zu werden - aber das war es wert!

  • #8

    Da kann ich auch was aus meiner Beruflichen Laufbahn erzählen.

    Ich bekam einen Auftrag für eine 900 RS ( BMW - Gummikuh), Sie wäre stehen geblieben.

    Als ich an kam, winkte mir eine Horde Motorradfahrer. Alle BMW Fahrer.


    Lima defekt, Sie hatten noch 50zig Kilometer zu fahren.

    Also Batterie laden und weiter geht's.

    Batterie auch tot! Scheisse.

    Damals hatten wir noch Funk im Dienstwagen, also besten Kumpel angeblärrt.

    Er meldete sich ,er hätte noch Eine die funktioniert, aber er müsste die Batterie erst aus seiner KEHRMASCHINE ausbauen.

    Riesen Gelächter im Funk . Könnten alle mit hören auf der Strecke.

    Gesagt getan, mein Spetzel kann an geflogen mit der Batterie .Sie wurde eingebaut , angeladen und die Kuh lief wieder.

    Dann fragte mich einer der Biker , wo die Batterie her wäre? Aus ner Kehrmaschine!

    Wieder Riesen Gelächter von der ganzen Meute. Sie passte perfekt.

    Anschließend ging der Hut rum und meinem Kumpel wurden 40 DM in die Hand gedrückt.Viel Geld damals.

    Telefonnummern wurden ausgetauscht (Handy war noch ein Fremdwort).

    Sie kamen an , ohne Licht ,das war aber egal, es war auch nicht das Ziel.

    Wir hatten noch lange Kontakt.

    Seitdem war eine Motorradbatterie eine Kehrmaschinen Batterie bei uns Fahrern.


    Tipp: Wenn keine Kehrmaschinen Batterie vorhanden ist, kleine 45 Autobatterie auf Gepäckträger festzurren mit Kabel vernünftig verbinden und langsam nach Hause. Geht!



    Nächster Akt.Wir waren mal mit meiner Truppe auf dem 8 Stunden Rennen in Adenau auf dem Nürburgring.

    Einer meiner Kumpels hatte die Heringe vergessen für seine Dackelgarage.

    Mit Stöckchen aus dem Wald wurde improvisiert und 3 Schnüre wurden ans Moped gebunden. Zu später Stunde nach ein paar Bierchen bekam er Zoff mit seiner Beifahrerin.Sie ging sauer ins Zelt und er fuhr los Bier holen!!!! Ich hör die Schreie heute noch.Sie hatte die Hose schon aus.


    Lange her.

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