Beiträge von merlin63

    Schlussendlich ist auch das alles eine Preisfrage...

    Das Wilbers 640/641 mit "Dampfrad" für die Vorspannung liegt aktuell bei ca. € 1.200,- zzgl. noch mal ca. € 180,- für Gabelfedern plus Öl .

    - Das Öhlins der SP dürfte sich damit etwa auf Augenhöhe bewegen.

    Rechnet man noch alle übrigen mehr oder minder nützlichen Gimmicks hinzu, die bei der SP serienmäßig an Bord sind dann denke ich die Entscheidung dürfte recht leicht fallen...

    theoretisch sollte das eigentlich kein Problem sein zumal die A2 Konformität der max 80Ps ja nur mit Kennlinien Parametern hergestellt wird.

    Die Steuergeräte als solche werden identisch sein.

    Wenn Du via flashtool vollen Zugriff auf das Steuergerät hast (z.B. per Micron Systems "PowerVision" oder den "PowerComander"), dann mach zur Sicherheit ein Backup des Originalfiles und spiele anschlieẞend das "tunefile" der offenen Version auf... - so kannst Du, falls irgendwas klemmt, immer dern Urzustand wieder herstellen.

    Um im Vorwege dazu noch mehr Input zu bekommen könntest Du Dich auch noch mal direkt an Armand Mortier von MicronSystems (DynoJet) wenden. Ich würde vermuten, dass er Dir konkret sagen kann ob das problemlos zu machen ist...

    bevor ich auf Deine anschließende Fragestellung eingehe erst einmal noch ein paar Worte zum voraus gegangenen.

    Dem von Dir zitierten ging die allgemein gehaltene Frage voraus welche FePo's denn empfohlen werden.

    Die Äußerung meiner persönliche Meinung dazu hatte ganz bewusst mit einem Smiley ins Lächerliche gezogen und anschließend auch noch mit "Spaß beiseite" verbal relativiert. - Was also ist es woran Du Dich störst?

    Ich habe bis auf hinreichend dokumentierte, recherchierbare Fakten nichts wovon ich persönlich überzeugt bin als "one and only" in den Raum gestellt.

    Bitte also immer den Kontext als Ganzes betrachten und nicht nur die Teilinformation an der man sich gerade stört - so entstehen Missverständnisse und Halbwahrheiten...

    Aber nun zu Deiner Frage:

    Letztendlich hängt die Antwort im hohem Maße davon ab wie leistungsfähig das BMS, bzw. die darin integrierte Widerstandsenke ist. Die muss bei auftretenden Spannungsspitzen nämlich Schwerstarbeit leisten und möglichst alles in Wärme umwandeln was die Ladeschlussspannung von 14,4Volt übersteigt - mindestens aber alles was über 14,6Volt geht ab denen es zu einer irreversiblen Schädigung der Zellen kommt.

    (wegen einem Abbrennen brauchst Du bei modernen LiFePo4 Zellen übrigens keine Sorge haben. Dafür bräuchte es ein Vielfaches der Spannung und selbst dann würde es nur zu einem vergleichsweise harmlosen Verschmoren kommen)

    Die Zelle stirbt einfach sang und klanglos durch Zerstörung ihres laminaren Aufbaues.

    Hier kommt dann auch ein wesentlicher Unterschied zwischen einem falsch eingestellten Ladegerät und dem Onbord-Spannungsregler zum tragen.

    Letzterer produziert abhängig von verschiedenen Betriebszuständen der Lima sporadische Spannungsspitzen, Schweif- und Streuströme deren Amplituden bis zu den angegebenen 14,7V ansteigen können. Diese sollte eine halbwegs sinnvoll dimensionierte Senke abglätten können. Solange nicht werksseitig der Laderegler für AGM II oder Gelbatterien, also auf konstant 14,8Volt ausgelegt ist, sollte es mit einem vernünftigen BMS also unproblematisch sein.

    Ganz anders verhält es sich bei einem falschen, oder falsch eingestellten Ladegerät. IUOU Ladekurve bedeutet, dass Gerät zu Anfang des Ladezyklus Strom und Spannung gleichermaßen erhöht bis die Ladeschlussspannung erreicht ist. Ab dann wird die Spannung konstant gehalten und nur noch via Strom bis zur vollen Ladung weiter gemacht.

    Ergo, es ist wohl leicht nachzuvollziehen was passiert wenn das BMS bei 14,4V anfängt mit einer 1A Senke einen weiteren Spannungsanstieg zu verhindern während das Ladegerät weiterhin fröhlich 14,8Volt mit 5A in die Zellen prügelt, weil ja die eingestellte Schlussspannung noch nicht erreicht ist.

    Das BMS macht die Grätsche und die Zellen sind binnen kürzester Zeit mausetot...

    Ich tue mich ein bisschen schwer damit das ausschließlich den Batterien zuzuschreiben. Stimmen mag das vielleicht bei der 3. klassigen, billigen Massenware von Ali und Co. aber nicht unbedingt pauschal.

    Die Ursache dürfte wohl eher darin liegen, dass die Anzahl der permanenten Verbraucher sich in den Jahren vervielfacht hat und... - etliche davon auch dann noch eine Weile aktiv bleiben wenn ich den Zündschlüssel längst abgezogen habe. Keyless-Systeme z.B. tun dann noch ein Übriges...

    Eine normale Bleibatterie hat typischer Weise eine Lebenserwartung von ca.200 Zyklen. Bei AGM und Gel sind es ca. 400-500.

    Jeder elektrische Verbraucher der aktiv ist ohne das die Lima arbeitet knabbert immer fröhlich an dieser Zyklenfestigkeit.

    Das Ergebnis ist ein reines Rechenexempel...

    Um so interessanter werde in diesem Kontext zwangsläufig die LiFePo4 Akkus mit a.) einer Festigkeit von ca. 2000 bis 3000 Zyklen und b.) einer schadlosen Entladetiefe von ca.85 bis 90% während Bleizellen schon bei etwa 25-30% schon zu sulphatieren beginnen und damit schleichend zerstört werden.

    Natürlich wäre es vermessen zu glauben, dass sich viele mit der ganzen Thematik auseinander setzen...- Plug and Play soll es möglichst sein - OK, aber das wird dann halt auf lange Sicht deutlich nerviger und auch teurer...

    Da gebe ich Dir in sofern recht, dass es für viele der einzig gangbare weg ist.

    Ich hab mir halt neben der Fahrwerksabstimmung das Thema LiFePo4 Batterien als zweites Steckenpferdchen aus erkoren...😉

    Die Tatsache, dass sich die weitaus überwiegende Zahl der Elektronikprobleme immer wieder auf schwächelnde Batterien zurück führen lassen, macht es für mich natürlich noch interessanter...

    Wie ich schon schrieb, mir geht es um eine optimierte Lösung. Deshalb verwende ich, was mir dank fundiertem Wissen möglich ist, lieber gute Einzelkomponenten und konfektionierte selber...

    Übrigens sind die 14,7Volt unter unglücklichen Umständen eben doch ein Thema...

    Mein Daly-BMS greift bei jedem Ladezustand bereits bei eine Zellendrift von >0.01Volt korrigierend ein um vorteilende Zellen mit bis zu -1,0A wieder reinzubremsen.

    im Ergebnis bedeutet das, dass beim Erreichen der 14,4V keine großen Ausgleichströme nötig sind und die -1,0A (pro Zelle) der Senke als Spannungsbegrenzung für die Spitzen des Bordnetzes zur Verfügung stehen.

    Einfache (billige) BMS wie sie mit Sicherheit in den preisgünstigen FePo's verbaut sind werden aber erst bei Erreichen der Schlussspannung überhaupt aktiv und habe meist eine Regelleistung von 100-200mA mit denen dann zum einen vorteilende Zellen eingefangen und zum Anderen die Spannungsspitzen eines Bordnetzes mit 18A Generator begrenzt werden müssen...

    Man muss kein Mathegenie sein um sich auszurechnen bis zu welchem Grad das funktionieren kann...

    Das kann rein rechnerisch nur noch als Schadensbegrenzung betrachtet werden.

    Deine Meinung in allen Ehren.

    Meine Empfehlungen basieren alledings nicht auf subjektiver, aus fehlendem Fachwissen resultierenden Meinung, sondern auf evaluierbaren physikalischen Fakten.

    Schlussendlich tut halt jeder was er für richtig hält und solange die Umgebungsparameter passen funktioniert das ja auch irgendwie...

    Was mir in diesem Kontext ein bisschen sauer aufstößt ist das pauschalisierte Negieren des physikalisch Offensichtlichen.

    Wie ergeht es Deinem Motor wenn Du ihn permanent mit 10.500upm betreibst....(Kopfkino)...

    Kannst Du mir einen einzigen plausiblen Grund dafür nennen warum es sich mit einem Akku anders verhalten sollte 🤔

    Im Übrigen ist Dein Hang zu Übertreibug offenbar noch stärker ausgeprägt als mein Streben nach einer optimierten Lösung.

    € 330,- habe ich noch nicht einmal für meine 320Ah LiFePo4 im Wohnmobil ausgegeben...

    Eine optimale FePo Batterie für's Möpi zu Konfektionierung kostet aktuell etwa € 95,- für 4Stk. 10Ah Headway Zellen incl. Rahmen und Hochstrom-Verbindern, € 45,- für ein hochwertiges Daly-BSM (€ 20,- mehr für ein via App frei konfigurierbares) und etwa € 10,- für Schrumpfschlauch ÷ Kleinteile.

    In Summe also ca. € 150,- für eine Batterie die in jeder Lebenslage mehr Dampf hat als nötig, 1,8kg leichter ist als die Originale und bedingt durch die großzügige Auslegung von der Zyklenfestigkeit her mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit Dein Möpi deutlich überleben wird...