LiFePo4 oder wieder AGM für Tracer 9 GT+

  • #11

    Akkus sind Divas. Oder so ähnlich. Ich habe im Betrieb ca 20 USV's für unsere Arbeitsplatzrechner und den Server. Also auch 20 Akkus die zicken können. Manche habe ich schon 10 Jahre nicht mehr angefasst, laufen einfach. Andere habe ich schon die dritte Batterie drin und finde keinen Unterschied in der Benutzung. Relativ gleich benutzt, es sind ja Offline USV's, also keine die dauernd den Wandler aktiv haben, sondern den Akku nur geladen halten um bei Bedarf in 10 Millisekunden auf Akkubetrieb umzuschalten, bevor der Rechner wegbricht. Ähnlich wie im Motorrad, immer voll, der Strom kommt von Generator und der Akku wird nur belastet wenn der Generator nicht läuft, also Motor aus.


    Wie gesagt, manche halte ewig, andere zicken. Batterielebensdauer zwischen 3 und 10 Jahren ist alles dabei. Immer die selben Akkus, da ich immer beim selben Lieferanten bestelle. Reichelt, also kein NoName Hinterhofkrauter. Und Yuasa Akkus, nicht die Oberklasse, aber gutes Preis Leistungsverhältniss. Trotzdem enorme Unterschiede wie lange sie halten. Vielleicht liegt es an der produzierten Charge, vielleicht an den Rohstoffen, die nicht ausreichend geprüft sind oder vielleicht an Toleranzen der Laderegelung.


    Fakt ist: extreme Abweichungen in der Lebensdauer für die ich keine logische Erklärung finde.

  • #12

    Danke Dir für diese wirklich ausführliche Antwort. Also:


    1) Normal hat der sich nicht laden lassen, war nach max 2.min auf 100%. Daher habe ich diese Regenerationsfunktion des Laders aktiviert für ca. 4h

    2) Den SOH habe ich erst am nächsten Tag gemessen und bewusst vorher noch mal eingebaut und Moped kurz laufen lassen, wieder ausgebaut und dann gemessen - 99% SOH und 99% SOC

    3) Zusätzlichen Verbraucher ausser Serie ist nur mein TomTom angeschlossen, aber hat meine Werkstatt vor der Übergabe damals eingebaut an Zündungsplus - sollte daher OK sein

    4) Laderegler-Test habe ich mit einem Multimeter wie beschrieben geprüft >14v

    Aprilia Pegaso / Yamaha TDM 900 (RN08) / Yamaha TDM 900 (RN18) / Yamaha MT09 Tracer (RN29 ) / Yamaha Tracer 9 GT+

    Einmal editiert, zuletzt von ricpat ()

  • #13

    Was Du da bezüglich des Akkus beschreibt klingt schon seltsam.


    Neuer Ansatz. Kann dein Batterietester auch den Innenwiderstand der Batterie messen?

    Mein Akku hat einen Innenwiderstand von 12 - 13 mOhm (wohlgemerkt, der Akku ist schon rund 10 Jahre alt, Wert eines jüngeren Akkus sollte eigentlich niedriger sein). Je höher der Wert ist, je größer sollte die Sulphatierung der Bleiplatten im Akku vorangeschritten sein. Je mehr Sulphatierung, je weniger leistungsfähig ist der Akku. Löst sich die Sulphatierung von den Bleiplatten und sinkt diese auf den Boden des Akkus, erzeugt dies einen Zellschluss und Ausfall der Zelle(n), was den Akku letztlich unbrauchbar macht.


    Dein SOH-Wert spricht für einen gesunden Akku. Annähernd 100%, besser geht's kaum.

    Wie hoch ist der gemessene Kaltstartwert (CCA)? Herstellerangabe für die Yuasa XTZ10S liegt bei 190 CCA.


    Wenn auch diese Werte (Innenwiderstand und Kaltstartwert) in der Norm liegen, bin ich bezüglich des Akkus am Ende mit meinem Latein.

    Bliebe dann nur noch die Frage ob der Batterietester für die Messungen auf die zutreffende Akku-Leistungsgröße eingestellt ist. Bei meinem Batterietester kann ich das auf zweierlei Art machen. Auswahl des spezifischen Akkus (XTZ10S) oder Vorgabe des Kaltstartwertes nach Herstellerangabe (190 CCA).

  • #14

    moin,

    nur so als Referenzwert zu dem Betrag von Puls130, dessen gedanklicher Ansatz im Übrigen sehr gut ist...

    Der Innenwiderstand einer gesunden AGM Batterie sollte je nach Alter, Typ und Größe zwischen 2,5 und 6 mΩ liegen.

    Werte von bis zu 8 mΩ deuten auf eine vorangeschritten Sulphatierung hin und bei Werten >8-10 mΩ kündigt sich das nahende Ende der Zelle an...

    DLzG vom Merlin


    Ps. Aufgrund meiner generellen Lebenseinstellung sehe ich nicht die geringste Veranlassung, mich altersadäquat zu verhalten :handgestures-thumbup:

    Einmal editiert, zuletzt von merlin63 ()

  • #15

    Na ja, nahes Ende kann ich bei meinen gemessen Innenwiderstandswerten so noch nicht bestätigen. Mein Akku funktioniert mit dem Zustandsniveau (noch) absolut problemlos und ohne Auffälligkeiten 🤷.

    Die zumindest nicht mehr guten Werte hat mein Akku auch bereits seit einigen Jahren, festgestellt auch erst seit ich den Batterietester besitze. Von daher kann ich nicht benennen, wie der Wert wäre, wenn der Akku taufrisch ist. Vermute aber, dass dies je nach Akku-Modell etwas unterschiedlich sein dürfte. Merlin hat aber sicher grundsätzlich Recht mit seiner Aussage 👍.


    Das mein Akku immer noch problemlos funktioniert, schreibe ich meinem angeschlossenen Batteriepulser zu (keine Werbung, nur persönlicher Eindruck!). Hängt kontinuierlich, seit ein paar Jahren dran, soll die Sulphatierung verhindern und, so dass Versprechen, auch wieder aufbrechen und teilweise rückgängig machen. Bei Letzterem habe ich so meine leichten Zweifel. Aber immerhin scheint es über Jahre schon so weit zu funktionieren, dass sich der Zustand eher nur minimal verschlechtert. Wer weiß wie der Zustand wäre, wenn der Pulser von Anfang an daran gehangen hätte? Das werde ich erst beobachten können, wenn ich (irgendwann) dann mal einen Austausch vornehmen muss. Aktuell sehe ich dazu aber noch keinen Anlass (bisserl Roulette ist immer 😉).

    Gemessene Kaltstartwerte liegen immer noch deutlich über der Herstellerangabe, auch wenn mein Batterietester insgesamt, in seiner Bewertungsgrundaussage den Akku längst nicht mehr pauschal als guten Akku benennt. Wird wohl irgendwann plötzlich durch einen Zellschluss sterben 😁. Das kann dann urplötzlich geschehen 😳. Selbst schon erlebt beim Akku meines PKW. Da war's witzigerweise just in dem Moment, nachdem ich den gekauften Ersatz-Neu-Akku in den Kofferraum gestellt und von Dannen weiterfahren wollte. Akku plötzlich komplett tot, selbst die Anzeigen im Kombiinstrument haben nur noch geflackert. Konnte das Problem dann ohne Tamtam beseitigen 😁. So etwas nennt man dann wohl Nutzung der Recurce bis zum EOL (Ende of live) 😁.


    Genug abgeschwiffen. Interessant wäre in der Tat der Wert des Innenwiderstands und Kaltstartwert des Akkus von ricpat.


    Kann, aufgrund der ganzen zusätzlichen Elektronik der GT+ natürlich auch sein, dass diese divahafter auf einen nicht mehr taufrischen Akku reagiert. So etwas habe ich bisher eigentlich eher nur von BMW mitbekommen, was da Probleme mit dem ABS verursacht. Wäre natürlich unschön, wenn die neuen Yamahas auch solche Empfindlichkeiten aufweisen würden.

  • #16

    Moin zusammen,


    also ich werde jetzt den Akku beobachten und regelmässig messen. Falls dieser wieder schlechtere SOH-Werte oder Spannungsabfall haben sollte, das Cockpit beim anlassen wieder kurz ausgeht oder ich wieder eine dauerhafte ABS-Leuchte habe (BC stellt sich auf Off, kann man aber problemlos wieder einschalten und ABS Lampe geht dann auch aus, ist aber nervig) werde ich mir eine Skyrich LiFePo4 einbauen.


    Ich bin da bei Chefin, Batterielebensdauer ist leider sehr schwer vergleichbar - von 3-10 Jahren alles möglich und ich hab bereits ähnliche Erfahrungen gemacht. Bei meiner TDM900 hatte ich die erste Batterie zB erst nach 9 Jahren getauscht, bei meiner ersten Tracer nach 4,5 Jahren…isso🤷🏻.


    Danke Euch allen für euren wertvollen Beiträge und wünsche ein schönes Wochenende!


    Gruss

    Pat

    Aprilia Pegaso / Yamaha TDM 900 (RN08) / Yamaha TDM 900 (RN18) / Yamaha MT09 Tracer (RN29 ) / Yamaha Tracer 9 GT+

  • #17

    😉😊genau Das war ja mit der Formulierung "nahendes Ende" gemeint.

    Wenn man Pech hat kann es ganz schnell gehen, es kann aber auch noch eine ganze Weile funktionieren. Eine konkrete Prognose wäre Kaffesatzleserei...

    Die Wahrscheinlichkeit eines Zelleschlusses wächst einfach bei > 10mΩ expotentional.

    Dem wirkt, wie Du ganz richtig vermutest, ein Pulslader entgegen indem er die Zellenchemie "in Bewegung" hält und ein absinken/verdichten des Suphatschlammes bis hin zum Zelleschluss unterbindet bzw. aufschiebt.

    Deshalb hatte ich auch ganz bewusst von Referenzwerten geschrieben die lediglich zur Einschätzung des Zellenzustandes dienen, aber noch nichts darüber Aussagen wann es tatsächlich zum Exodus kommt.

    DLzG vom Merlin


    Ps. Aufgrund meiner generellen Lebenseinstellung sehe ich nicht die geringste Veranlassung, mich altersadäquat zu verhalten :handgestures-thumbup:

  • #18


    Kann ich ein Lied von singen. Batterie war etwas schwach über den Winter geworden(beheitzte Tiefgarage) und geladen. Danach war die Batterie 2 Wochen lang unauffällig, Tour von 200km gefahren und 2 Pausen gemacht und ohne Probleme angesprungen.

    25km weiter angehalten um was auf dem Handy zu schauen. Schlüssel wieder umgedreht und Bingo,

    nur noch das Relais am klappern, das war es. Und das 90km von mir zuhause entfernt. Auf einen Sonntag.

    Wenn bei mir irgendwelche Zicken noch mal von der Batterie kommen, fliegt Sie sofort raus.

  • #19

    Wie gesagt, ich mach gar nichts mit meiner LiFePo von Aliant. Ich baue die nicht aus und wird nicht geladen, oder sonstigen Schnickschnack gemacht.

    Im Winter steht das Moped unterm Carport bei -15 Grad. Zwei bis drei Monate ohne Probleme. Wenn im Februar die Temperaturen wieder über Null gehen, ein Drücker und das Moped läuft wieder. Dann eine Runde fahren und das wars.


    Meine Probleme haben erst Angefangen, als ich Erhaltungsladung praktiziert habe. Da machte die Blei Batterie schon nach zwei Wintern die Grätsche. Seitdem lade ich gar nichts mehr.


    Wer Bruchstrichfahrer ist, würde ich die Batterie nach der letzten Fahrt, ausbauen und in den Beheizten Keller stellen. Fertig. Im Frühjahr bevor es wieder losgeht, einmal Vollladen mit dem Ladegerät, wenn es Nötig ist und wieder Einbauen.


    Gruß

    " Glück kann man nicht kaufen. Aber ein Motorrad und das ist verdammt nah dran."


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