Ist ein Elektrisches Motorrad ein Motorrad?

  • #111

    Die Motoren von e-Autos arbeiten nicht nur als "Antriebsaggregat", sondern auch als Generator bei der Energierückgewinnung (Rekuperation). Umso mehr Leistung der Motor/Generator als Spitzenleistung hat, um so mehr kann beim Bremsen rekuperiert werden, was ijm Schnitt den Verbrauch senkt. Das darf man auch nicht vergessen.


    Mir selbst würde ein E-Auto schon gefallen. Reichweiten von 350-500km für einen vollen Akku würden reichen wenn, ja WENN nicht das nachladen so elendiglich lange dauern würde. Von 20-80% bei den meisten um die 30 Minuten, bei den 800V Teilen und passenden Rahmenbedingungen 12-15Minuten? Für 60% Kapazität. DAs wäre so als ob man immer nur 25Liter nachtanken würde (ginge aber in 5 Minuten). Für mich sollte einmal Volladen in 15Minuten (5%-100%) das sein was ich gerne hätte. Aber das dauert noch.


    Klar, in 90% der Fälle reicht es mit 11kW über die Nacht einfach "nachzuladen" was man auf der 100km Strecke von und zum Job verbraucht. Am besten von PV. Aber ich will für Urlaub und Langstrecke nicht ein 2t auto in der Garage haben (müssen).


    Und Motorrad...da lädt man noch länger für noch weniger Reichweite. Fahren mit Elektro sicherlich HUI, aber laden noch immer PFUI.


    Und wem das ins persönliche Nutzer Profil passt (das Laden), den beneide ich fast darum mit dem E-Auto fahren zu dürfen. ;)

  • #112

    Getankt wird mit 50L/minute, das sind die typischen Pumpgeschwindigkeiten.


    Rekuperation bringt nicht sehr viel. Nur diese im Fahrzeug als kinetische Energie gespeicherte Menge lässt sich überhaupt zurück holen. In der Stadt kann das einiges sein, weil man viel beschleunigt, aber wenig Luftwiderstandsenergie verbraucht. Langsam und nur kurze Strecken.


    2000kg Masse des Autos hat bei 100kmh 771.605Joule, das sind 771.605 Ws. Das sind 214Wh kinetische Energie. Selbst wenn ich 100% rausholen könnte wären es eben nur 0,2kWh bei einer Bremsung von 100 auf Null nur mit Rekuperation. Man bekommt aber eher nur so 50% raus, da während des langen Bremsvorgangs durch Motorbremse viel dieser Energie in Reifenreibung und Luftwiderstand geht. Mein Verbrenner wird ja auch langsamer wenn ich vom Gas gehe und auskuppel. Weil dann diese Energie als Reibung verbraucht wird.


    5 Minuten auf der Autobahn kosten bei konstant 100 ca 1kWh an einem hochoptimierten Auto(12kWh auf 100km). Und davon sind dann 0,2kWh die man zurück holen könnte. Das ist aber ein theoretischer Wert, weil eben praktisch auch beim rekuperieren noch Energie flöten geht als Reibung. Und Rekuperation am E-Motor auch nur ca 80% Wirkungsgrad erreicht.


    Ich würde daher Rekuperation bei der Betrachtung eines Elektroautos aussen vor lassen. Zumal auf der Autobahn ja bremsen auch immer bedeutet schnell runter zu kommen. Gas weg nehmen zum langsamer werden und dann wieder beschleunigen zu müssen, bringt also garnichts. Man gewinnt 10Wh, benötigt 15Wh um das wieder hochzubringen. Das allermeiste geht also als Reibung flöten, da man nur einmal bei der Ausfahrt/Ziel wirklich die Energie auch zurück bekommt.


    PS: Speed geht quadratisch in die Kurve ein, in der Stadt bei 50kmh sind es nur 50Wh die im Auto stecken.

  • #113

    Letzteres sehe ich selber täglich beim Pendeln… Fahren ist nett (aber ein moderner Vernrenner hat praktisch die gleichen Spielereien), ist etwas leiser, die Beschleunigung geil, abgeriegelte Höchstgeschwindigkeit Arm (160km/h - vermutlich aufgrund der mauen Reichweite), die Reichweite nur fürs Pendeln ok - im Winter eigentlich auch nicht mehr - und für wirklich Landtrecke absolut untauglich - keine 300km im Sommer auf der AB bei 130lm/h - (und das bei einem Wagen aus 03/25 für 42k€) und Ladezeit unterirdisch (wenn es auf längerer Strecke mal schnell gehen soll)

  • #114

    Ich denke, solange die Ladezeit so lange ist und die Preise so hoch sind werden wir Autofahrer niemals scharenweise zu E-Autokäufer werden .Ausnahmen sind mein Nachbar. Beide Rentner. Fahren Samstags 3 Km zum ALDI. In Urlaub mit Flugzeug. Und ansonsten 4-5 Kurzstrecken im Monat von ca jeweils 3-6 Km. Aber die haben sich den kleinsten Verbrenner -Dacia gekauft, mehr wollen sie nicht ausgeben.Könnten aber, weil sie reich sind.

    Aber es ist nicht die darstellende Mehrheit/in (Probegendern ^^ ) in Deutschland.

  • #115

    Dazu kann ich nur sagen, ich fahre seit über einem Jahr Tesla MY und habe erst einmal eine Ladezeit am Schnelllader von 30min gehabt. Aber da habe ich aus Jux und Zeit im McD auf 100% geladen.


    Das mit den langen Ladezeiten, ist eine Meinung, die sich hält, aber nicht stimmt.


    Am Montag bin ich von daheim nach Landshut gefahren, ca. 400km. Mit 100% weggefahren, einmal 12min zwischengeladen und wäre mit so 12% angekommen.

    Dadurch ich aber in Landshut nicht privat laden konnte und kein Tesla SUC dort verfügbar ist, habe ich kurz vor Ziel nochmal so 10min geladen, um mit mehr als 50% in der Stadt mobil zu sein und für die Rückfahrt locker zum nächsten Tesla SUC zu kommen. Rückfahrt somit auch 2x laden um mit ca. 11% daheim zu sein. Kein Stop länger als 15min.


    Bei so einem Stop hast meist die Gelegenheit kurz aufs Klo zu gehen und etwas zu essen und trinken. Es war auch für mich eine Umstellung. Ich bin immer, bis zu 600km ohne Anhalten durchgefahren. Doch nun tut es auch gut, mal zu stoppen und nicht so müde anzukommen.


    Und wie oft fahre ich über die normale Reichweite meines Auto im Jahr? Höchstens 2x!


    Bei den kommenden Motorrädern, reichen auch ca. 300km.

    Man darf nicht vergessen, dass im Normalbetrieb nur zwischen 80->20% Akku genutzt wird. Also nur 60% der möglichen Reichweite.


    Was für die Motorräder noch fehlt, ist die Ladestruktur von Schnellladern an den Stops für Motorradstrecken und an den Pässen oben, wo jeder von uns sowieso stoppt. Ich kenne fast keinen, der eine Moppedtagestour an die 300-400km macht und nicht mehrmals anhält.

  • #116

    Das ist entspricht nicht meiner Erfahrung. Da ich doch öfters Berge fahre... Beim Bergabfahren von einer 1500m Erhebung , und diese "Hügelchen" gibt es auch im Großraum Deutschland, bekommst schon viel retour. Je nach Steigung kann es sein, dass du nur 10-15% Akku verlierst, wo du für die selbe flache Strecke 40% benötigst hättest.

  • #117

    Mich interessiert in der Physik nicht die Erfahrung, sondern die Zahlen. In einem Fahrzeug stecken eben nur bestimmte Mengen an Enegrie. Ob sich das genau so anfühlt, ist halt ne andere Sache. Und wenn du Bergauf fährst um dann Bergab zu rekuperieren, hast du zwar eine zusätzliche Energie durch die Höhe, aber das ist auch nicht sehr viel.


    Es gibt ja auch diese schönen Youtubevideos von endlos laufenden Motoren, wenn man es genau so baut wie im Video. Vielleicht den mal bei dir einbauen, gefühlt wird dann wohl der Akku mit jedem km den man fährt voller...


    Spaß beiseite, die Formel ist sehr einfach: E=1/2m*v^2. Geschwindigkeit geht im Quadrat in die Energiemenge, Masse nur zur Hälfte und es wird mit kg und m/s gerechnet und man bekommt Joule als Energiemenge. 1Joule = 1 Ws. Das ist kinetische Energie. Dazu kommt noch potentielle Energie E=m*g*h in kg, m/s^2, Meter. g ist eine Konstante, 9,81m/s^2, die Erdbeschleunigung. Also in 1000 Höhenmeter stecken 19.620.000J = 5.450Wh oder 5KWh. Aber beim Rollen geht eben viel flöten. Um das Maximum rauszuholen müsstest du so rekuperieren das du mit nur 1-2kmh runter rollst. Aber du willst ja auch mal ankommen, also rollst du schneller. 30-40kmh und so geht von den paar kwh vieles wieder in Reibung. Aus dem Bauch raus denke ich man könnte 2-3kWh zurück holen, wenn man sehr gezielt auf Rekuperation fährt. und da solltest du nicht über 20kmh kommen


    Um aber mal dein Gefühl zu erklären: wie berechnet man überhaupt die Reichweite? Man legt einen Zeitabschnitt zugrunde und schaut wieviel Strom in dieser Zeit verbraucht wurde. Wenn ich die Zeit vom letzten Laden nehme, kommt eine Autobahnfahrt mit viel Verbrauch immer mit rein und meine Restreichweite wird viel zu kurz angezeigt. War ich vorher viele Stadtfahrten mit wenig Verbrauch, weil langsam und vorausschauen, steht man irgendwann auf der Autobahn mit Null kWh obwohl noch 50km Reichweite. Also muss man den zeitraum kürzer wählen um an das aktuelle Fahrprofil anzupassen und nicht den Verbrauch in anderen Situationen in den Aktuellen Wert fliesen zu lassen. Deswegen sind Durchschnitt und aktuelle Reichweite nie gleich. Bergab in der Rekuperation klemmt diese Formel aber ziemlich. Du hast -1kWh Verbrauch(Rekuperation) bei 10km Bergabfahrt. Restreichweite berechnet sich also aus Nichts verbraucht, aber viele km gefressen. Wenn du noch 20km so weiter machst, hast du wieder 200km Reichweite. Und dann ist der Berg zuende, du gibst Gas und verbrauchst plötzlich wieder die normalen 18kWh. Es dauert dann etwas bis die Reichweite sinkt, Aber da sie ja sowieso sinkt, kommt es dir nicht kritisch vor.


    Du müsstest nun hergehen und ab Ebene die km die du gefahren bist gegen die Reduzierung der Restreichweite vergleichen. In der Elektronik werden da noch Dämpfungswerte eingebaut, die eine Änderung nur langsam kommen lassen. So wie die Tankanzeige am Verbrenner. Eigentlich schuckt der Tank permanent hin und her und der Tankgeber würde dauernd zwischen voll und leer pendeln. Dafür hat man Dämpfung eingebaut die nur sehr langsam den Inhalt ändern lässt. Und so ist auch die Formel der Restreichweite elektronisch gedämpft und es springt nicht plötzlich von 100km auf 50km nach 3km Fahrt.


    Ich weis nicht ob du statt Restreichweite Akkuinhalt anzeigen kannst. Inhalt in kWh. Da würde man genau das sehen, was ich hier beschrieben habe. Bergab kommt Energie dazu, vieleicht 3kWh, aber die Reichweite geht von 100 auf 150km hoch. Und bist du dann 100km gefahren sagt er noch 5km Restreichweite, das sind deine Rekuperationswerte. Aber gefühlt hast du rest, sieht das so aus, als würde da massiv viel Reichweite dazu kommen. Nur ist das ein Rechenproblem, da man den Zeitraum den man zugrunde legt passend wählen muss. Zu lang und die Reichweite wird immer ungenauer. Zu kurz und deine Reichweite springt wild hoch und runter.


    Puhhh...viel Physik, viel Programmierung. Ist Teil meines Jobs, ich muss oftmals schätzen wohin sich etwas bewegt, weil man es nicht so genau messen kann. Temperaturen zb. Oder Bewegungen an einer Maschine, wo ich die Teile nicht mechanisch synchronisieren kann, sie aber eine gewisse Sync brauchen.

  • #118


    Ich will dir deine Physik Kompetenz nicht absprechen. Hier eine Fahrt die bewiesen ist.

    13% von 60kWh auf 41,8km, 18,66kWh / 100km (ca. 10kwh entsprechen 1 Liter Diesel)

    Und wie du siehst, kostet die Rückfahrt "nichts".


    Auf der Anfahrt/Abfahrt Landstraße fährst du auch schneller, als am Berg, somit höherer Luftwiderstand = mehr Verbrauch.

    Das Drehmoment eines E-Motors am Berg, bei geringerer Geschwindigkeit, senkt den Verbrauch.


    Es wird viel in den Medien fachgesimpelt, ohne es selbst "erfahren" zu haben. Das wird im Gießkannenverfahren verteilt.

    Selbst bei den verschiedenen E-Marken sind die Unterschiede groß.

    Darum kann ich nur über 2 Autos berichten, die ich selbst besitze und fahre. Tesla MY und BMW iX2.


    Macht eure eigenen Erfahrungen mal, das rate ich. Nehmt euch Zeit bei ausgedehnten Probefahrten. Probieren geht über studieren.

    Die Lademöglichkeit daheim macht den großen Unterschied in der Anwendung eines E-Fahrzeuges.

    Haus mit Wallbox -> top

    Wohnung in der Stadt mit/ohne Garage ohne Wallbox -> sehr schwierig und teurer mit Ladestationen im Umland.


    just my 2 cent -> back to e-motorcycle

  • #119

    In einem Forum ist es nun mal wichtiger, eine Meinung statt Fakten auf den Tisch zu knallen.

    Und Meinungen gibt es jede Menge.


    Die meisten Meinungen kommen aus dem Bauch und aus irgendwelchen unbekannten Informationsquellen. Und wenn nicht, dann werden die Fakten eben so lange strapaziert, bis sie…


    Die Elektroasser mit ihren unbegründeten Vorurteilen können einem echt den Nerv rauben.


    Ich erinnere an die Hummeln…😂🤣

    Wg. Krach fahr ich aus der Haut: loud is out!

    -Not all you do, is only your own Ding. :happy-sunny:

  • #120

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    " Glück kann man nicht kaufen. Aber ein Motorrad und das ist verdammt nah dran."


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