Ist ein Elektrisches Motorrad ein Motorrad?

  • #21

    Aber Schlaghosen sind wieder im Kommen😉.


    Aber wir sind uns einig. Keine der Aussagen in diesem Werbetext ergibt auch nur den geringsten Sinn.

    Macht aber nix, wenn die Influenza auf Tiktok, Instagram und wo auch immer, den Schund in die Höhe loben. Aber hey, Hauptsache lautlose Wheelies in der Fußgängerzone machen können.

  • #22

    Hab die Surron seid ein paar Jahren, brauch wohl eine Neue, da sie komplett hergerissen ist. Nicht weil ich so extrem fahre, sondern weil die Teile einfach nach und nach abfallen. Egal wo sie steht es bildet sich immer eine Menschen(Männer)Traube um sie. Für die meisten eher ein Spielzeug, für mich ein praktisches Arbeitsgerät. Mit einem herkömmlichen Motorrad vom Nutzen her nicht vergleichbar. Faszinierend ist schon, wie leichtfüßig sie im Gelände unterwegs ist. Spannend auch, wie man am steilen Hang ohne Schwung zu holen, praktisch in Zeitlupe hochfahren kann. Schon ein witziges Gerät.

  • #23

    Auch wenn sich das alles schon ein wenig überzogen anhört, kann ich mich Norbert's Aussagen nur anschließen.

    Eigentlich tut er ja nichts anderes als die blumigen Werbeaussagen etwas sarkastisch zu zerpflücken... - man könnte damit noch weiter ins Detail gehen und feststellen, dass kein Mensch der seine Sinne halbwegs bei einander hat eine LiIo-Batterie für den Antrieb verwenden würde... - Da kommen LiFePo4 oder vieleicht noch LiMgn Zellen zum Einsatz. Alles Andere wäre im wahrsten Sinne des Wortes "brandgefährlich"

    Die Tatsache, dass ein moderner Bruschlessmotor mit seinem Wirkungsgrad von bis zu 98,5% und vollem Drehmoment schon ab der ersten Umdrehung jedem Verbrenner (36-39% Wirkungsgrad) haushoch überlegen ist, muss man nicht mehr diskutieren...

    Das Problem dieser Antriebe ist einfach die mangelnde Energiedichte (ca. 20-25% von Benzin) aktueller Akkus und die bescheidene Infrastruktur zum Laden.

    Spannend könnte es werden, wenn z.B. die Ingeneure von Toyota es schaffen die Entwichlung ihrer Feststoffbatterie mit einer etwa um das 3fach höheren Energiedichte zur Serienreife zu bringen und sie für die gesamte Bandbreite von Anwendungen ausrollen...

    Wenn dann in so einer Zero DRZ/X bei gleichem Gewicht keine 17KWh mehr verbaut sind sondern round about 50KWh mit zudem noch deutlich kompakterer Bauform.

    Wenn damit dann die Reichweite in den Bereich um die 500km kommt und ein Aufladen mit bis zu 2 MegaWatt innerhalb von 5 min. möglich ist, dann wird es wirklich spannend...- vorausgesetzt es wird eine ähnliche Dichte der Lade-Infrastruktur geschaffen wie z.B. Norwegen sie dank konsequenter Entwicklung heute schon hat und der KWh-Preis an Ladestationen nicht mehr zum Gelddrucken mißbraucht wird, sondern dem realen Gegenwert entspricht...

    Bis dahin bleibt es leider beim blumigen Schönreden einer Technologie die gerade mal den Säuglingsstatus hinter sich hat...

    DLzG vom Merlin


    Ps. Aufgrund meiner generellen Lebenseinstellung sehe ich nicht die geringste Veranlassung, mich altersadäquat zu verhalten :handgestures-thumbup:

    4 Mal editiert, zuletzt von merlin63 ()

  • #24

    Säulingstatus ist gut, die Technologie gibt es doch schon einige Jahre, und es geht immer noch um die gleichen Nachteile:

    Reichweite, Kaufpreis, Ladezeit, Infrastruktur, Subventionen falsch eingesetzt, ec.


    Ich will jetzt hier aber keine politische Diskussion los treten, und belasse es damit.

    Ich für mein Teil werde so lange Verbrenner fahren, kaufen, unterstützen wie möglich.

    Einer von uns beiden ist klüger als du 8)

  • #25

    ...sag ich doch "Säuglingsstatus"...


    Ein bisschen (allgemein) politisch muss man an die Sache leider doch heran gehen...: Unser Staat hat jährliche Steuereinnahmen von ca. 75 Milliarden aus dem Verkauf von Kraftstoffen zzgl. noch einmal ca. 60 Milliarden aus KFZ-Steuer (jeweils nur PKW). Das Gesamtaufkommen über alle Fahrhzeugklassen dürfte mindestens beim Doppelten, wenn nicht beim Dreifachen liegen.

    Wäre in der Politik der Wille zur Veränderung vorhanden und nicht nur ein als Werbeplakat vor sich her getragenes Lippenbekenntnis, dann ließe sich schon mit einem Bruchteil dieser Einnahmen sehr viel bewegen...

    Der Anteil der E-Fahrzeuge bei den Neuzulassungen 2025 lag hierzulande bei 29% - der in Norwegen bei 96% ... - woran das wohl liegen mag...🤔

    DLzG vom Merlin


    Ps. Aufgrund meiner generellen Lebenseinstellung sehe ich nicht die geringste Veranlassung, mich altersadäquat zu verhalten :handgestures-thumbup:

    Einmal editiert, zuletzt von merlin63 ()

  • #27

    Die (leider) noch immer an alten Vorurteilen festhält. Gerade in der E-Mobilität tut sich jedes Jahr viel. Es kommt nur nicht in den allgemeinen Medien an. Die Ladestruktur verbessert sich ständig. Ich denke, dass ich in 5 Jahren vielleicht auch auf einem E-Motorrad unterwegs bin. Mal sehen. Bei uns daheim, haben wir heute in unserem Fahrzeugbestand (4 Stk.) reine E-Fahrzeuge und Diesel- bzw. Benzinfahrzeuge im Betrieb.

    Ich liebe beide Welten. :music-rockout:

  • #28

    Unter anderem daran, dass in Norwegen die kw/h etwa ⅒ von unserem Preis kostet. Hinzu kommt ein etwas höheres Durchschnittseinkommen und schon hat man einen Markt, der für Elektromobilität bereit ist.

    Allerdings möchte man in Norwegen keine Luxusgüter kaufen. Ein bekannter von mir war an der CB1000 Hornet SP interessiert. Aber 230000 NOK (umgerechnet fast 20000€) überlegt sich man sich das zweimal und lässt es dann.

  • #29


    Du hast Recht. Es gibt jährlich Weiterentwicklungen bei BEV. Allerdings werden hohe Reichweiten immer noch nur durch riesige Akkus erreicht.

    Solange sich die Akkutechnologie nicht grundlegend verändert, werden Elektromotorräder kaum an 200 km Reichweite herankommen.

    Das mag reichen, um damit 4 Orte weiter einen Kaffee trinken zu fahren, aber eine realistische Tour lässt sich damit nicht verwirklichen.

  • #30

    Norwegen besteuert die Verbrenner extrem. Ein Golf kostet ungefähr soviel wie ein Tesla mit 100KWh Akku und Dualmotor. Aber das alleine würde es nicht rausreisen.


    Norwegen hat auf der Fläche von Deutschland 5 Millionen Einwohner. Dort fährt man nicht durchs halbe Land, dort fliegt man. Gfahren wird nur auf Kurzstrecken bis zu 100km. Den da erreicht man schon 90% der Bevölkerung, die fast alle im Süden des Landes wohnen. In Norwegen ist die Energie aus Wasserkraft seit ewigen Zeiten und die nehmen Strom zum heizen, auch schon ewig und immer noch. Das Öl das sie fördern geht komplett in den Export, das Unternehmen ist 100% Staatlich. Die Gewinne gehen zb in Rücklagen für den Staat, aber auch in das Krankensystem. Die zahlen quasi keine Krankenkassenbeiträge und nur sehr wenige Steuern, da der Staat keine Schulden hat.


    Das macht Elektroautos extrem vorteilhaft. Lange Strecken fliegt man, mietet sich dann vor Ort das Auto. Dort stehen an jedem Flughafen Unmengen an Leihautos. Und das auch noch sehr günstig, weil sie hohe Auslastung haben. Das war aber schon in den 80er und 90er so. Ich hatte dort die eine oder andere Baustelle, genauso in Schweden drüben.


    Norwegen hat also genau das Einsatzprofil das bei Elektroautos alle Vorteile rausholt. Und mit dem Beschluss, kein Öl selbst zu verwenden, sondern alles zu verkaufen, um das Land modern zu machen, konnte Norwegen zb die Ladeinfrastruktur aus dem Boden stampfen, quasi aus der Portokasse. Den das Hochleistungsstromnetz hatten die ja schon, um ihre Heizungen zu betreiben. Im Vergleich zur Heizenergie ist der Strombedarf von Elektroautos ca 1/4 in einem Land. Dort hat jeder Hausanschluss 50A oder 63A Drehstrom, mit Reserve für bis zu 100A. Die können an jedem Haus einfach die 35A für eine Wallbox dazu buchen. Bei uns haben Wohnungen 35A Drehstrom, wenn überhaupt.


    Auch im Transportwesen benötigt Norwegen nahezu keine LKWs. Norwegen kannst mit einer Bahnlinie mit Sprinter vor Ort bedienen. Und im Norden des Landes hat zwar jedes Haus seine Stromleitung, aber die nächste Tankstelle war 50-100km weg. Die Leute hatten in jedem dieser Ansiedlungen ein Dutzend Spritkanister für die Versorgung, die man einmal monatlich gefüllt hat.


    Diese vielen kleinen Dinge haben dazu geführt, das Norwegen viel Elektroautos hat. Keine 98%, sondern 98% Neuverkäufe. Aber der Bestand an Verbrenner nimmt folglich ab. Norwegen hat auch nicht sehr viel Industrie. Sie haben Fischerei, Forstwirtschaft, Öl Raffinerien für den Export, Tourismus und verarbeitende Gewerbe mit geringem Energiebedarf. Also keine Schwerindustrie zur Metallgewinnung. Ich meine sogar gelesen zu haben(aber da bin ich nicht ganz sicher und finde gerade nichts drüber), das sie den Abbau von Erzen eingestellt haben. Nur Schweden auf der anderen Seite des Gebirge fördert noch. Dafür haben sich ganz schnell und dank guter Rahmenbedingungen, Technologieunternehmen angesiedelt die HGÜ Anlagen entwickeln und bauen, Offshore Windenergie, Wasserstoff und Speichertechnologien. zb Akku, aber auch Pressluft in Kavernen und Pumpspeicher.


    Wir haben all das nicht. Stromnetz bei weitem nicht so leistungsstark. 84 Millionen Bewohner auf der selben Fläche und keine 2,5 Millionen PKW sondern 50 Millionen. Ich hoffe das die meisten bis hier hin gelesen haben und sich die Mühe machen meine Argumente nachzuprüfen, ob vieleicht Fakenews oder Geflunker dabei ist. Und sich dann mal Gedanken machen, wie wir norwegische Verhältnisse hier in Deutschland hinbekommen , um die selben Rahmenbedingungen zu schaffen, die in Norwegen das Elektroauto etabliert haben. Daher möchte ich bitten, bis zur Lösung dieser Probleme nicht immer Norwegen als Masstab herzunehmen. Sonst müsste man ja auch Monaco als Masstab für unsere Mieten und Löhne nehmen.

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