So, kurz vorab: Das Motorrad läuft wieder, macht keine komischen Geräusche und auch die Motorkontrollleuchte ist mittlerweile wieder aus. Scheint erstmal alles zu passen.
Jetzt muss ich mich nur noch um die Bremse vorne kümmern. Den Hebel kann ich seit dem Sturz nämlich komplett an den Lenker ziehen. Undicht ist nichts und wenn man ganz anzieht ist auch Bremswirkung da. Bei mehrmaligem Anziehen allerdings keine Veränderung im Druckpunkt.
Es könnte Luft im ABS Modul sein, daher lasse ich das Motorrad über nacht mit "angezogener Handbremse". Also Kabelbinder drum und mal schauen was morgen ist.
Auf einer kurzen Probefahrt konnte ich sonst nichts feststellen, Federung, Lenkung, Lenker, Motor, Getriebe, ... alles unauffällig.
Nun zurück zum Thema: Ich habe den Deckel usw. gestern getauscht und möchte mal meine Erfahrung(en) kundtun:
1. Vorbereiten:
Kühlmittel über Ablassschraube an der Wasserpumpe ablaufen lassen. Da das Motorrad noch kein Jahr / 6000 km alt ist, habe ich eine absolut saubere Wanne genommen (mit Bremsenreiniger ausgespült und mit einem sauberen Tuch trocken gewischt (gleich was vorbereiten, um sie abdecken zu können damit kein Schmutz/staub rein fällt).
Beim Ablassen muss zwingend der Einfüll-Verschluss aufgemacht werden, damit Luft in das System kommen kann. Sonst läuft nichts bzw. nur ein paar Tropfen raus. Das Motorrad sollte während dem Ablassen immer mal wieder aufgerichtet / geneigt werden, damit das Kühlwasser auch aus den Mulden raus läuft. Ist etwas mühsam, aber irgendwann hat man alles raus.
Der Ausgleichsbehälter entleert sich übrigens NICHT. Das ist normal.
Wenn soweit alles raus ist: Schraube wieder rein, nur leicht handfest anziehen. So tropfen die Reste nicht auf den Boden
Restliches Öl ablassen: Habe die Ablassschraube und den Ölfilter demontiert, es war noch etwas Restöl im System. Das sah aber sehr, sehr gut aus. Kein Metallschimmer, keine Schlieren, keine Fremdkörper. Selbstverständlich mit einer ANDEREN Wanne auffangen. die muss nicht sauber sein, das Öl kommt ja eh weg.
Wenn nach ein paar Minuten (Motorrad und Öl waren ja kalt, daher dauert es etwas, bis das Öl raus ist) habe ich die Ablassschraube sowie den ölfilter ebenfalls wieder dran, damit nichts in die Garage tropft.
Jetzt ist soweit alles safe.
2. Schlauch und Kabel:
Den Schlauch an der Wasserpumpe habe ich gelockert, klemme kann dran bleiben aber weg schieben. Dann habe ich den Schlauch abgezogen, vorsichtshalber etwas bereithalten um Rest-Kühlmittel aufzufangen. Dann habe ich ein sauberes Zewa in den Schlauch, damit kein Dreck rein kommt oder Fliege rein fliegt oder so.
Als nächstes empfehle ich, das LiMa Kabel sowie das des Quickshifters aus der Führung über dem Motorblock zu nehmen. Das Kabel muss nicht zwingend oben getrennt werden, wer später einfacher arbeiten will kann es aber auch komplett trennen. Dafür muss der Sitz ab, aber ich habe es nicht gemacht. Geht auch ohne abziehen, ist aber etwas Gefummel.
Auf jeden Fall sollte man es aus der Führung / Klemmung nehmen, dann hat man mehr Spiel zum arbeiten.
3. Alter Deckel ab:
Ich habe mir mit dem neuen Deckel auf einen Karton eine Skizze des Deckels gemacht. Kann ich nur empfehlen, da die Schrauben unterschiedliche Längen haben. Die Schraubenlöcher habe ich durchnummeriert und die Schrauben dann der Reihe nach auf ein sauberen Lappen gelegt (penibel auf die Reihenfolge achten).
Es empfiehlt sich, die Schrauben über Kreuz zu lockern. Sobald sie nicht mehr fest sitzen, kann man sie aber der reihe nach rausziehen und ablegen.
ACHTUNG: Bei mir hat sich dann der Deckel inkl. WaPu keinen milimeter bewegt. Auf gar keinen Fall (!) versuchen, den Deckel aufzuhebeln! Es gibt am Deckel ein Paar Nasen die überstehen, NUR AN DENEN gerade zu sich her ziehen! Ansosnten läuft man Gefahr, sich den Motorblock zu beschädigen.
Ich weiß nicht ob es sein muss, aber irgendwann (kurz vor dem verzweifeln) habe ich dann die Wasserpumpe ausgebaut. Also die zwei restlichen Schrauben gelöst.
(Die Schraube (M8, schwarz) auf dem Deckel habe ich auch gelöst, weiß aber nicht ob und welche Funktion die hat
sieht irgendwie so aus als könne man damit etwas ablassen?! Hat auch einen Dichtring, aber keine Ahnung warum die da ist)
Dann hatte ich alle 17 Schrauben des Deckels gelöst. Jetzt konnte ich den Deckel der Wasserpumpe vorsichtig herausziehen (gerade zu sich her, nicht verkanten! Es braucht einen leichten "Ruck"), anschließend auch das Gehäuse (?) der Wasserpumpe inkl. Pumpenrad herausziehen. Ebenso gerade mit ganz leichtem "Ruck" bzw Kraft, um die Dichtung heraus zu bekommen und ohne entwas zu verkanten / beschädigen.
Beide Teile fallen nicht wie befürchtet in ihre Einzelteile auseinander, sondern können als "Paket" an einen sauberen & sicheren Ort gelegt werden.
Jetzt ist der Deckel der Lichtmaschine frei. Mit etwas Kraft und minimal "nackeln" (oder einem Gummihammer, wenn man einen hat, vorsichtig und leicht seitlich gegen den Deckel klopfen (bei mir war es fast wurst weil der ja eh hinüber ist)) habe ich irgendwann gemerkt, dass die Dichtung aufgegeben hat und nun die Magnetkraft den Deckel hält.
Wiedermal nach einem "Ruck" gerade zu sich her (an den Gussnippeln am Deckelrand und an den öffnungen wo vorher die WaPu saß kann man leicht ziehen) war der Deckel so weit draußen, dass ich ihn mit einem bestimmten, geraden Ruck zu mir her ziehen konnte. Sobald man einmal das Magnetfeld überbrückt hat, hat man den Deckel dann in der Hand.
ACHTUNG: Das / Die Kabel der Lichtmaschine sind noch dran! Also, wer die Kabel vorher nicht abgesteckt hat, muss jetzt vorsichtig arbeiten. Es ist ja auch alles ölig, daher am besten viel Bremsenreiniger und Lappen/Tücher parat halten, damit man nicht selber flutscht wie eine Flunder.
Zudem einen passenden Inbuss (am besten Ratsche) bereithalten (selbe Größe wie die Außenschrauben) und am besten einen Hocker/Karton, auf den man gleich den Stator legen kann. Sollte die Höähe der LiMa haben. Gerade wenn man alleine arbeitet, beginnt jetzt nämlich Fummelarbeit.
Mit der einen Hand den Deckel halten, mit der anderen die Schrauben des Stators lösen (der ist von innen im Deckel verschraubt), zudem das Kabelleitblech und Sensor lösen. Sind 3 Schrauben am Stator und 2 am Sensor, da ist auch das Blech mit verschraubt. Merkt euch wie das verbaut war! Nämlich so, dass das Kabel des Stators zwischen Leitblech und Deckelaußenwand gehalten wird. Hoffe ich zumindest 
Jetzt nur noch die Gummitülle aus dem Deckel ziehen (ist evtl. etwas angeklebt, nicht mit Gewalt raus reißen!) wenn sie noch nicht bereits locker ist.
Dann hat man den Deckel lose und kann ihn beiseite legen. Aber in der einen Hand hält man noch den Stator inkl. Sensor...
Den legt man jetzt auf den Hocker / Karton, am besten mit einem sauberen Tuch darunter. Wer die Kabel vorher gelöst hatte, kann das ganze jetzt einfach sauber beiseite legen.
AUFPASSEN: Der Rotor (sitzt direkt auf der Kurbelwelle) ist magnetisch. Sollte klar sein, dass man hier jetzt etrwas aufpassen muss. Vor allem mit dem Stator (= Kupferwicklungen) nicht zu nah an das rotierende Polrad des Rotors kommen.