Deckel Kurbelgehäuse gerissen / tauschen

  • #1

    Hi zusammen, leider hatte ich mit meiner MT09 RN87 Bj 2025 einen Sturz. Mir geht es soweit gut, das Motorrad wurde durch die GSG-Sturzpads auch sehr gut geschützt.


    Aaaaber... im Deckel des Kurbelgehäuses auf der linken Seite (ich meine die Lichtmaschine ist dahinter) ist ein deutlicher Riss...

    Wie der genau entstanden ist, keine Ahnung. Das Motorrad ist nur auf der Straße geschlittert. Natürlich ist dadurch auch fast alles an Öl ausgelaufen, wurde durch Feuerwehr beseitigt und das Motorrad abgeschleppt. Das Bike sah dementsprechend aus... auf den ersten Blick konnte ich keine weiteren relevanten Beschädigungen feststellen, trotzdem geht das Bike dann noch zur weiteren Überprüfung in die Werkstatt.


    Das ist auch egal, mir geht es jetzt viel mehr um die Reparatur. Die möchte ich nämlich so weit es irgendwie geht selber machen. Ich habe bereits die offensichtlichen Teile in Japan bestellt (OEM Teile), kommen vermutlich diese Woche an.

    Zu dem Deckel habe ich die Teilenummer BME-15411-00 (Nr. 1) sowie die Dichtung BD5-15451-01 (Nr. 6) bestellt, zudem den O-Ring 93210-357A3 (Nr. 3):

    BME1300DZ140.PNG


    Nun ist in dem Deckel "integriert" ja noch die Wasserpumpe:

    B7N1300DW050.PNG


    Jetzt frage ich mich, wie ich hier am besten vorgehe und ob ich noch weitere Teile dringend benötige? Oder kann ich vor allem die anderen Dichtungen/O-Ringe übernehmen? Es ist sonst alles dicht, kein Kühlmittelverlust etc.


    Und worauf muss ich mich gefasst machen? Hat sowas schonmal jemand bei dem Motor gemacht? Ich muss ja im Endeffekt nur den Deckel tauschen inkl. Dichtung und den GSG Deckel-Sturzpad erneuern.

    Da aber die Wasserpumpe integriert ist, würde es mir sehr helfen wenn jemand weiß, was ich da demontieren muss und was nicht, und ob ich das Kühlmittel vorher ablassen soll / muss?


    Für einen Ölwechsel habe ich alles da (Öl, Filter, ...), ich werde natürlich auch alles begutachten innen im Gehäuse. Mir geht es im ersten Schritt darum, den Motor zu prüfen. Getriebe etc. ist alles unauffällig, nur den Motor kann ich wegen dem Riss und dem fehlenden Öl nicht testen. Das würde ich gerne vor den nächsten Schritten tun, um nicht unnötig Geld zu verbrennen. Denn wenn der Motor einen weg haben sollte, dann brauche ich den Rest des Bikes nicht reparieren...


    Grundsätzlich bin ich kein Laie, habe schon öfter solche Deckel und ähnliches getauscht. Bei meiner 125er Duke damals z.B. die Kupplung, die Wasserpumpe, bei der MT-07 den LiMa-Deckel links, ...


    Ich freue mich über eure Tipps!

  • #2

    Servus


    Die Wapu hat O Ringe aus Gummi. Die sind später auch noch Dicht. Natürlich kann man beim Yammy Händler um die Ecke, welche besorgen. Kosten ja nicht die Welt.


    Ich würde so Anfangen. Den Untersten Wasserschlauch wegmachen. Flüssigkeit auffangen und wieder verwenden, oder Neues Glysantin besorgen bei Louise.

    Dann die Wapu wegmachen und weiter zerlegen. Bei der Lima aufpassen, die ist Magnetisch und spätestens beim Zusammenbauen, eine Montierhilfe Basteln. Da hatte doch mal jemand etwas dazu geschrieben. Stehbolzen in die Löcher vom Lima Deckel um das ganze zu Zentrieren beim Zusammenbau. Der Magnetische Zug ist nicht zu Unterschätzen. Meistens geht dabei die Dichtung kaputt, wenn man den Deckel nicht vorsichtig aufsetzt.


    Alles in allem kein Hexenwerk.

    " Glück kann man nicht kaufen. Aber ein Motorrad und das ist verdammt nah dran."


  • #3

    Danke! Ich verstehe das so, dass der Deckel durch den magnetischen Zug dauernd verrutscht bzw "abhauen" will?


    Und weißt du, ob ich die WaPu zerlegen muss oder kann ich die in einem Teil abschrauben und auf den neuen Deckel drauf schrauben? ich vermute mal zerlegen oder?

    Einmal editiert, zuletzt von Aron52 ()

  • #4

    Nein Abhauen will der nicht. Im Gegenteil der will mit aller Gewalt auf den Motor. Also der Deckel zieht kräftig.


    Wie man die Wapu zerlegt, kann ich jetzt nicht sagen. Muss man die Zerlegen ? Ich würde erstmal nur soweit es nötig ist zerlegen.


    Gruß

    " Glück kann man nicht kaufen. Aber ein Motorrad und das ist verdammt nah dran."


  • #5

    Super vielen Dank! Ich hoffe ich denke daran, zu berichten, wenn ich fertig bin.


    Gibt es beim Befüllen des kühlmittels irgendwelche besonderheiten bei der RN87? Weißt du da zufällig was? Oder andere Mitleser? :D

  • #6

    Triple/one

    Die Teile sollen heute zugestellt werden, in dem Zuge habe ich mir den Bereich nochmal genauer angeschaut.


    Die Schrauben der Wasserpumpe sind nicht alle durchgehend durch den LiMa Deckel, es gibt 2 Schrauben (Nr. 13 bei der Explosionszeichnung der WaPu) welche nur den Deckel der WaPu zusammenhalten und nicht in den LiMa Deckel gehen. Somit muss diese Einheit wochl nicht zerlegt werden.


    Was mich aber dennoch irgendwie wundert: Wie trenne ich sauber Öl von Kühlmittel bzw umgekehrt? Für mich sieht das so aus: Wenn ich den LiMa Deckel abschraube, läuft sowohl Kühlmittel als auch Öl aus. Das ganze sauber zu trennen wird sportlich... Auch wenn beide Flüssigkeiten über die Ablassschraube so weit wie möglich entfernt sind, einzelne Rest werden ja noch da sein...


    Halt, jetzt ist es mir beim Schreiben gekommen: Vermutlich wird gar kein Kühlmittel auslaufen. Die Zeichnung der WaPu müsste es ja zeigen: Der Antrieb der Pumpe kommt von hinterm LiMa Deckel und geht dann - abgedichtet - zur Pumpe mit Kühlmittelkreislauf.


    Jetzt ist nur die Frage, ob ich die Pumpeneinheit sauber und ohne Beschädigungen vom LiMa Deckel lösen kann... Mal sehen. Ablassen werde ich das Kühlmittel auf jeden Fall (an der entsprechenden Ablassschraube).

  • #7

    Meistens sind hier Dichtringe die diese 2 Bereiche sauber trennen. Bei der Tracer weis ich es noch nicht, bei meiner BMW sind es 2 Dichtringe dazwischen etwas Luft und eine Öffnung nach unten. Sieht man dann Öl stehen oder Wasser weis man das einer der Ringe undicht ist. Aber es kann dann nicht Wasser ins Öl oder umgedreht. Müsste eigentlich bei den meisten Motorrädern so gelöst sein. Den es wäre fatal wenn ein 2 Euro Dichtring alleine in der Lage wäre, Kühlwasser mit Öl zu mischen um den Motor zu schrotten bevor man das merkt.


    Also sollte es wohl so sein, das 2 Dichtringe mit Ablassloch dazwischen das managen

  • #8

    So, kurz vorab: Das Motorrad läuft wieder, macht keine komischen Geräusche und auch die Motorkontrollleuchte ist mittlerweile wieder aus. Scheint erstmal alles zu passen.

    Jetzt muss ich mich nur noch um die Bremse vorne kümmern. Den Hebel kann ich seit dem Sturz nämlich komplett an den Lenker ziehen. Undicht ist nichts und wenn man ganz anzieht ist auch Bremswirkung da. Bei mehrmaligem Anziehen allerdings keine Veränderung im Druckpunkt.

    Es könnte Luft im ABS Modul sein, daher lasse ich das Motorrad über nacht mit "angezogener Handbremse". Also Kabelbinder drum und mal schauen was morgen ist.

    Auf einer kurzen Probefahrt konnte ich sonst nichts feststellen, Federung, Lenkung, Lenker, Motor, Getriebe, ... alles unauffällig.



    Nun zurück zum Thema: Ich habe den Deckel usw. gestern getauscht und möchte mal meine Erfahrung(en) kundtun:


    1. Vorbereiten:

    Kühlmittel über Ablassschraube an der Wasserpumpe ablaufen lassen. Da das Motorrad noch kein Jahr / 6000 km alt ist, habe ich eine absolut saubere Wanne genommen (mit Bremsenreiniger ausgespült und mit einem sauberen Tuch trocken gewischt (gleich was vorbereiten, um sie abdecken zu können damit kein Schmutz/staub rein fällt).

    Beim Ablassen muss zwingend der Einfüll-Verschluss aufgemacht werden, damit Luft in das System kommen kann. Sonst läuft nichts bzw. nur ein paar Tropfen raus. Das Motorrad sollte während dem Ablassen immer mal wieder aufgerichtet / geneigt werden, damit das Kühlwasser auch aus den Mulden raus läuft. Ist etwas mühsam, aber irgendwann hat man alles raus.

    Der Ausgleichsbehälter entleert sich übrigens NICHT. Das ist normal.


    Wenn soweit alles raus ist: Schraube wieder rein, nur leicht handfest anziehen. So tropfen die Reste nicht auf den Boden


    Restliches Öl ablassen: Habe die Ablassschraube und den Ölfilter demontiert, es war noch etwas Restöl im System. Das sah aber sehr, sehr gut aus. Kein Metallschimmer, keine Schlieren, keine Fremdkörper. Selbstverständlich mit einer ANDEREN Wanne auffangen. die muss nicht sauber sein, das Öl kommt ja eh weg.


    Wenn nach ein paar Minuten (Motorrad und Öl waren ja kalt, daher dauert es etwas, bis das Öl raus ist) habe ich die Ablassschraube sowie den ölfilter ebenfalls wieder dran, damit nichts in die Garage tropft.


    Jetzt ist soweit alles safe.



    2. Schlauch und Kabel:


    Den Schlauch an der Wasserpumpe habe ich gelockert, klemme kann dran bleiben aber weg schieben. Dann habe ich den Schlauch abgezogen, vorsichtshalber etwas bereithalten um Rest-Kühlmittel aufzufangen. Dann habe ich ein sauberes Zewa in den Schlauch, damit kein Dreck rein kommt oder Fliege rein fliegt oder so.


    Als nächstes empfehle ich, das LiMa Kabel sowie das des Quickshifters aus der Führung über dem Motorblock zu nehmen. Das Kabel muss nicht zwingend oben getrennt werden, wer später einfacher arbeiten will kann es aber auch komplett trennen. Dafür muss der Sitz ab, aber ich habe es nicht gemacht. Geht auch ohne abziehen, ist aber etwas Gefummel.

    Auf jeden Fall sollte man es aus der Führung / Klemmung nehmen, dann hat man mehr Spiel zum arbeiten.


    3. Alter Deckel ab:

    Ich habe mir mit dem neuen Deckel auf einen Karton eine Skizze des Deckels gemacht. Kann ich nur empfehlen, da die Schrauben unterschiedliche Längen haben. Die Schraubenlöcher habe ich durchnummeriert und die Schrauben dann der Reihe nach auf ein sauberen Lappen gelegt (penibel auf die Reihenfolge achten).


    Es empfiehlt sich, die Schrauben über Kreuz zu lockern. Sobald sie nicht mehr fest sitzen, kann man sie aber der reihe nach rausziehen und ablegen.


    ACHTUNG: Bei mir hat sich dann der Deckel inkl. WaPu keinen milimeter bewegt. Auf gar keinen Fall (!) versuchen, den Deckel aufzuhebeln! Es gibt am Deckel ein Paar Nasen die überstehen, NUR AN DENEN gerade zu sich her ziehen! Ansosnten läuft man Gefahr, sich den Motorblock zu beschädigen.


    Ich weiß nicht ob es sein muss, aber irgendwann (kurz vor dem verzweifeln) habe ich dann die Wasserpumpe ausgebaut. Also die zwei restlichen Schrauben gelöst.

    (Die Schraube (M8, schwarz) auf dem Deckel habe ich auch gelöst, weiß aber nicht ob und welche Funktion die hat :D sieht irgendwie so aus als könne man damit etwas ablassen?! Hat auch einen Dichtring, aber keine Ahnung warum die da ist)


    Dann hatte ich alle 17 Schrauben des Deckels gelöst. Jetzt konnte ich den Deckel der Wasserpumpe vorsichtig herausziehen (gerade zu sich her, nicht verkanten! Es braucht einen leichten "Ruck"), anschließend auch das Gehäuse (?) der Wasserpumpe inkl. Pumpenrad herausziehen. Ebenso gerade mit ganz leichtem "Ruck" bzw Kraft, um die Dichtung heraus zu bekommen und ohne entwas zu verkanten / beschädigen.


    Beide Teile fallen nicht wie befürchtet in ihre Einzelteile auseinander, sondern können als "Paket" an einen sauberen & sicheren Ort gelegt werden.


    Jetzt ist der Deckel der Lichtmaschine frei. Mit etwas Kraft und minimal "nackeln" (oder einem Gummihammer, wenn man einen hat, vorsichtig und leicht seitlich gegen den Deckel klopfen (bei mir war es fast wurst weil der ja eh hinüber ist)) habe ich irgendwann gemerkt, dass die Dichtung aufgegeben hat und nun die Magnetkraft den Deckel hält.

    Wiedermal nach einem "Ruck" gerade zu sich her (an den Gussnippeln am Deckelrand und an den öffnungen wo vorher die WaPu saß kann man leicht ziehen) war der Deckel so weit draußen, dass ich ihn mit einem bestimmten, geraden Ruck zu mir her ziehen konnte. Sobald man einmal das Magnetfeld überbrückt hat, hat man den Deckel dann in der Hand.


    ACHTUNG: Das / Die Kabel der Lichtmaschine sind noch dran! Also, wer die Kabel vorher nicht abgesteckt hat, muss jetzt vorsichtig arbeiten. Es ist ja auch alles ölig, daher am besten viel Bremsenreiniger und Lappen/Tücher parat halten, damit man nicht selber flutscht wie eine Flunder.

    Zudem einen passenden Inbuss (am besten Ratsche) bereithalten (selbe Größe wie die Außenschrauben) und am besten einen Hocker/Karton, auf den man gleich den Stator legen kann. Sollte die Höähe der LiMa haben. Gerade wenn man alleine arbeitet, beginnt jetzt nämlich Fummelarbeit.


    Mit der einen Hand den Deckel halten, mit der anderen die Schrauben des Stators lösen (der ist von innen im Deckel verschraubt), zudem das Kabelleitblech und Sensor lösen. Sind 3 Schrauben am Stator und 2 am Sensor, da ist auch das Blech mit verschraubt. Merkt euch wie das verbaut war! Nämlich so, dass das Kabel des Stators zwischen Leitblech und Deckelaußenwand gehalten wird. Hoffe ich zumindest :D


    Jetzt nur noch die Gummitülle aus dem Deckel ziehen (ist evtl. etwas angeklebt, nicht mit Gewalt raus reißen!) wenn sie noch nicht bereits locker ist.

    Dann hat man den Deckel lose und kann ihn beiseite legen. Aber in der einen Hand hält man noch den Stator inkl. Sensor...


    Den legt man jetzt auf den Hocker / Karton, am besten mit einem sauberen Tuch darunter. Wer die Kabel vorher gelöst hatte, kann das ganze jetzt einfach sauber beiseite legen.


    AUFPASSEN: Der Rotor (sitzt direkt auf der Kurbelwelle) ist magnetisch. Sollte klar sein, dass man hier jetzt etrwas aufpassen muss. Vor allem mit dem Stator (= Kupferwicklungen) nicht zu nah an das rotierende Polrad des Rotors kommen.

  • #9

    4. Vor dem Wiedereinbau:

    Jetzt kann man begutachten, wie das da drinnen aussieht :) Ich musste zwar feststellen, dass der Rotor und der Stator leichten Kontakt hatten (siehe Bilder), aber mehrere KFZ-Mechaniker aus meinem Bekanntenkreis meinten, dass es nicht dramatisch ist und wieder zusammengebaut werden kann. Die Wicklungen sahen einwandfrei aus, und das mit Bremsenreiniger gesäuberte Polrad hatte auch keine deutlich spürbaren Riefen / Kratzer / Materialabtragungen. Am Stator habe ich die auf dem einen Bild markierten "Brücken" soweit es ging vorsichtig entfernt. War geschmolzener Konststoff und Ablagerungen aus dem Motoröl. Kommt wohl vom Kupplungsabrieb und ist normal, dass sich das da absetzen kann. Diese entfernbaren Ablagerungen waren auch am Polrad.


    Zudem war im Deckel eine von den drei Haltern / Führungen des Stators abgebrochen. Da der Deckel aber sowieso Schrott ist, war auch das nicht schlimm. Das abgebrochene Stück war zudem noch an Ort und stelle und hatte sich nicht im Ölkreislauf verteilt. Sonst wäre evtl. mehr Schaden entstanden. Glück gehabt.


    Jetzt legt man beide Deckel nebeneinander und zieht alles um, wenn man einen neuen verbaut. An der Befestigung des Stators gibt es einen kleinen Passstift, den sollte man in den neuen Deckel setzen, zudem darauf achten dass die alten Passhülsen zwischen Deckel und Motorblock gleich wieder in den Motorblock gesteckt werden. Manchmal kommen die nämlich mit raus.



    Bevor es weiter geht: rechts oberhalb der LiMa sitzt ein Nebenantrieb, keine Ahnung wofür. der ist über Zahnräder verbunden, bei mir war dieses Zahnrad aus der Halterung bzw. der Bolzen hatte sich gelöst. Gegebenenfalls muss der Rotor an der Kurbelwelle mit einer 19er Nuss gedreht werden (Gang Neutral!), um das Zahnrad wieder exakt über das Loch für den Bolzen zu bekommen. Das Zahnrad sollte sich nur nach vorne und hinten schieben lassen, also gerade zu sich her und von einem weg. Nicht seitlich (bzw. In Fahrtrichtung bzw gegen Fahrtrichtung des Motorrads)!! Ein Loch im Deckel befestigt dann den Bolzen von der anderen seite.


    5. Einbau:


    Die Dichtflächen an deckel und Motorblock müssen absolut öl- und fettfrei sein! Mit einem sauberen, fusselfreien Tuch und Bremsenreiniger säubern und nicht mit den FIngern darauf rumtapsen.


    Die Gummitülle habe ich mit etwas Dirko HT Dichtmasse (schwarz) bestrichen, nachdem ich sie gereinigt hatte. Ob das zwingend nötig ist, weiß ich nicht. Aber ab Werk war da auch etwas Dichtmasse dran.

    Ggf. kann zudem an den beiden Trennstellen des Motorblocks (rechts und links an der Dichtfläche des Deckels, da wo oberer und unterer Teil des Motorblocks zusammenkommen) auch minimal Dichtmasse drauf, aber nur ein Stecknadelkop groß.


    Die neue Dichtung hat auch etwas weiße Dichtmasse drauf...




    Beim Einbau vom Stator und Sensor inkl. Blech: die Schrauben vorher säubern und mit etwas Loctite mittelfest versehen. Dann den Stator so aufsetzen, dass der kleine Passstift passt :) Und mit 10 NM anziehen.

    Wie gesagt darauf achten, dass das Kabelleitblech der Wölbung des Deckels folgt, Das Kabel zwischen Deckel und blech liegt und das Blech nicht Richtung rotor zeigt! Das ist etwas gefummel, da der Sensor und das Blech sich magnetisch anziehen und das Blech auf die Halterung des Sensors muss (Da die Sensorhalterung eine Passung hat, die ins Schraubenloch passt).

    Alle 5 Schrauben mit 10 NM anziehen und dann den Deckel vosrichtig hängen lassen bzw. am besten irgendwo ablegen (Karton/Hocker von eben).


    Jetzt kann die neue Dichtung drauf, durch die zwei Passhülsen kann man sie nicht falsch herum nehmen.


    Es empfiehlt sich, wie Triple/one geschrieben hatte, sich Führungsbolzen zu basteln. Ich habe drei M6 Gewindestangen mit etwa 8-12 cm Länge genommen und rechts, links oben und links unten eingeschraubt.

    Die Dichtung wollte zwar auch abhauen, aber mit Geduld bekommt man die schon gebändigt :)


    Wenn jetzt soweit alles passt (und die Gummitülle wieder in der Halterung im Deckel sitzt sowie alles innen verbaut ist und gut aussieht), kann der neue Deckel über die Führungsbolzen angesetzt werden.


    ACHTTUNG: Hände / Finger WEG zwischen Deckel und Motorblock! Niemals zwischen die zwei Bauteile greifen! Zur Not lieber den Deckel nochmal komplett abnehmen.

    Vorsichtig und gleichmäßig gerade richtung motorblock schieben, am besten an den Gussnippeln außen am Deckel. Ein paar cm bevor der Deckel am Motorblock ist, zieht die Magnetkraft wie bereits erwähnt den Deckel zum Motoblock hin. Diese Kraft nicht unterschätzen!


    Ich wusste, was kommt, und war trotzdem überrascht. Glücklicherweise hat sich durch die Gewindestangen / Führungsbolzen / Montierhilfen ( :D ) nichts verkantet, es wurde nichts beschädigt.

    Den letzten Rück, damit der Deckel komplett an der Dichtung bzw. am Motorblock liegt, muss man mit etwas nackeln und leichtem Druck machen. KEINE GEWALT! Vermutlich muss der erwähnte Bolzen des Zahnrads rechts überhalb der LiMa seinen Weg in das Loch im Deckel finden.


    Wenn der Deckel dann komplett aufliegt, alle Schrauben , die nicht mit in der WaPu sind, leicht handfest anziehen. Noch nicht festschrauben.

    Eine oder zwei Schrauben der unteren Schrauben am Deckel hatten ebenfdalls Schraubensicherung dran.

    Generell gilt: überall da, wo Schraubensicherung zu sehen ist, diese beim Einbau erneuern.


    Jetzt kann die WaPu wieder zusammengebaut werden, hier wieder darauf achten, dass nichts verkantet und gerade mit leichtem Druck aufsetzen. ggf. bzw. wenn möglich vorher die Dichtringe neu machen, wenn sie neu aussehen kann man sie aber auch wiederverwenden.

    Es empfiehlt sich natürlich auch hier, gerade die Dichtflächen vor dem zusammenbauen zu reinigen.


    Wenn alles passt und gut aussieht (plan aufliegend, keine Spalte mehr), die WaPu wieder zusammenschrauben (bei der Ablassschraube einen neuen Kupferdichtring verwenden! 6mm x 10 mm oder 6 x 11) und auch maximal handfest anziehen, nicht mehr.


    Jetzt einmal checken ob alles, was man ausgebaut hat, auch wieder eingebaut ist. Wenn ja, Die Schrauben mit maximal 12 NM ÜBER KREUZ anziehen. Also NICHT eine fest anziehen, dann die nächste usw.

    Sondern schön gleichmäßig eine Schraube eine halbe oder viertel Umdrehung anziehen, dann bei der gegenüberliegenden Schraube dasselbe uns. (also über kreuz, gleichmäßig anziehen).

    Wenn alle Schrauben soweit passen, noch einmal checken: Nochmal mit dem Drehmomentschlüssel jede Schraube prüfen, am besten mitzählen und auf der Skizze abhaken.


    Wenn das passt, kann der Kühlmittelschlauch wieder drauf. Tipp: nicht ganz bis zur markierung schieben, sondern einen kleinen Spalt luft lassen. Beim festziehen der Klemme wird der Schlauch gequetscht und kommt so noch etwas nach.


    Spätestens jetzt kann der Dichtring der Ölablasschraube erneuert werden und die Schraube angezogen werden (43 NM), ebenso der neue Ölfilter (17 NM). Das Motorrad sollte jetzt wieder vollkommen dicht sein.

  • #10

    Jetzt entweder ein paar Stunden / Über Nacht warten, oder schonmal Kühlmittel wieder auffüllen. Wenn man das Alte verwendet, beim Einfüllen filtern. Ich habe einen normalen Kaffeefilter genommen, reicht völlig aus. Dauert aber recht lang...

    Wenn das Kühlwasser oben überlaufen will, stoppen mit Einfüllen.

    Die Schläuche "kneten" / zusammendrücken, das Motorrad etwas neigen / kippen in beide Richtungen, damit die Luft aus dem Kreislauf kommt und die Luftblasen nach oben steigen können. Somit entlüftet man das Kühlsystem schonmal ganz gut.


    Das ganze so lange machen, bis keine Luftblasen mehr kommen und das Kühlmittel nicht weiter absinkt. Es sollte oben anstehen bzw. sichtbar sein.


    Spätestens jetzt: aufhören. Wenn seit dem Deckeleinbau bereits ein paar Stunden vergangen sind (2 sollten es schon sein, damit die Dichtmasse halbwegs härtet / trocknet), kann bereits Öl aufgefüllt werden (3,2 L wie im Handbuch beschrieben (mit Ölfilterwechsel).


    Nicht mehr als 3,2 L befüllen, lieber mit 3 oder 3,1 L und des rest dann vor dem Motorstart.


    Mit dem Motorstart sollte man am besten über Nacht warten, mindestens aber 7 Stunden. Dann ist alles ausgehärtet getrocknet. Mit Vollgas / Volllast mindestens 24 Stunden warten, einfach zur Sicherheit.


    Kühlmittel Deckel kann offen bleiben, aber gegen Staub/Schmutz etwas abdecke oder den Deckel locker drauflegen



    Am nächsten Tag ist evtl. weitere Luft aus dem Kühlsystem entwichen, ggf. also auffüllen.

    Jetzt kann der Motor gestartet werden (Kühlmittel-Deckel OFFEN!), 1-2 min Motor laufen lassen und regelmäßig Kühlmittel nachfüllen, wenn der Füllstand absackt. Motorrad am besten auch während der motor läuft leicht neigen / bewegen, um die Luft aus dem System zu holen.


    Nach spätestens 2 min: Motor aus. Kühlmittelstand voll auffüllen, dann kann der Deckel zu und die Verkleidung dran.


    Jetzt einmal den Motor so lange laufen lassen, bis er betriebswarm ist (3-5 min). ggf. kleine, kurze Probefahrt machen. Anschließend Ölstand kontrollieren (der ist ziemlich sicher vorher viel zu hoch gewesen, da das System (Ölfilter) noch nicht vollgesogen ist).

    Jetzt sollte er aber passen.



    Nochmal jetzt und in den nächsten Tagen alles auf Dichtheit prüfen, am besten mit einem Tuch und Taschenlampe, wenn etwas undicht ist muss das natürlich behoben werden. auch immer auf den boden achten, ob etwas tropft oder so. Kühlmittel könnte übergeschwappt sein, das immer vor dem erneuten Zerlegen prüfen bzw. nach dem Zusammenbau alles reinigen. Dann sieht man genau, wenn was undicht ist).





    Zu meinem konkreten Fall: der CP3 hat kurz orgeln gebraucht, ging dann aber an (beim zweiten mal starter drücken, mit etwas gas geben). Dann lief er aber ganz sauber und ohne unnormalen geräusche (die vorher nicht da waren).



    Hier noch ein paar bilder:


    Zustand vorher:



    WaPu demontiert:



    WaPu, Schrauben und Skizze:

    mt09.de/forum/core/attachment/46136/



    Deckel offen (oben rechts überhalb der LiMa sieht man den Bolzen, den es herausgezogen hat):



    Alter Deckel von innen:



    Schleifspuren am Polrad (ungereinigt, Fingerspuren von mir):


    ... und am Stator (markierte "Brücken" habe ich vor dem einbau so gut es ging entfernt):




    gereinigtes Polrad (sichtbare Spuren sind so gut wie nicht fühlbar):



    Beim zusammenbau kurz bevor der deckel drauf kam:



    Zustand danach, Sturzpad von GSG kommt neu:

  • Hey,

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