Kroatien - Österreich Rundreise, Reisebericht

  • #1

    Meine Kroatien Rundreise ist ja nun leider schon wieder zu Ende und während der Tour hatte ich keine Zeit und Muse, längere Texte zu tippen und schon gar nicht am Handy. Daher werde ich jetzt hier die nächste Zeit häppchenweise meinen Reisebericht posten, je nachdem, wie ich zeitlich dazu komme.


    Die Idee zu meinem Kroatien Trip entstand ja ganz spontan und musste sehr schnell organisiert und geplant werden: Bei einer Konversation mit meinem Cousin aus Berlin stellte sich heraus, daß er und seine Family bald drei Wochen Urlaub haben und zufälligerweise im gleichen Zeitraum wie ich auch.
    Er meinte, sie fahren nach Kroatien und dann, mit einem Augenzwinkern: "Kannst ja mitkommen ... 😉".

    Hab ihn gefragt, ob das jetzt Spaß oder wirklich Ernst gemeint war und er meinte, im Auto mitnehmen könnten sie mich nicht, da kein Platz, aber wenn ich selber fahre, wäre es eine coole Sache.
    Hab dann kurz überlegt und mir gedacht: "Hmmm.....warum eigentlich nicht?"


    Mit der Freundin läuft's nicht gut derzeit, muß dringend mal raus, brauch jetzt was Schönes, was mich erfüllt, einfach mal abschalten und sich des Lebens erfreuen - so what?!
    Also war die Sache geritzt und ich voll im Reisefieber.


    Allerdings hatte ich nur ein paar Tage Zeit und ganz viel zu erledigen.
    Übernachtung organisieren.
    Route planen.
    Infos einholen über die aktuelle Corona Situation in allen Ländern, die ich befahre.
    Gedanken machen über meine Ausrüstung, die ich habe und was ich noch brauche.
    Und schnell war mir klar: Ich möchte - anders als mein Cousin und seine Family - nicht an einem Ort verweilen bzw. die ganze Zeit im gleichen Ort wohnen, sondern ich möchte eine Rundreise machen, bis ganz runter an den südlichsten Zipfel, nach Dubrovnik.
    Und auf dem Rückweg noch ein paar Tage an dem Ort bleiben, wo auch er und seine Family sich eingemietet haben und noch eine schöne Zeit mit ihnen zu verbringen.
    Das klingt nach einem guten Plan.
    Also überlegt, wie ich fahre, gebucht, gemacht, getan.
    Listen gemacht, Dinge abgehakt, Sachen erledigt.


    Aber ich wäre nicht ich, wenn ich nicht irgendeine Kleinigkeit vergessen hätte.
    Dieses Mal waren's dann sogar drei Kleinigkeiten - kurz vor'm Abreisetag.
    Die Schlösser für die Koffer, die Stromversorgung fürs Navi und die verdammte grüne Versicherungskarte fürs Motorrad, die ich dann auch partout nicht finden konnte.


    Das mit der Stromversorgung beim Zumo XL wollte ich eigentlich demnächst mal in den Angriff nehmen, hatte ich mir vorgenommen und dieses Vorhaben hatte ich schon kurz vor Urlaubsbeginn und kurz bevor ich überhaupt wusste, daß ich nach Kroatien fahren werde.
    Aktuell ist es ja noch über den externen Anschluss des Navis via Nebenverbraucheranschluss der Tracer mit dem Zigarettenzünderkabel verbunden zur Stromversorgung und das ist nicht besonders gut auf Dauer. Da wurde mir schon vor Kurzem abgeraten, das so zu anzuschließen, Vibrationen würden den empfindlichen Anschluss am Navi auf Dauer wohl kaputt machen. Lieber über den anderen ebenfalls mitgelieferten Halter anschließen, der für einen Anschluss direkt ans Stromnetz der Tracer vorgesehen ist hieß es und der die Stromübertragung via integrierter Metallkontakte im Navihalter herstellt.
    Ich überlege, ob ich das morgen - einen Tag vor Reiseantritt! - zeitlich noch hinkriege bzw. ob ich das überhaupt unbedingt brauche. Aber es ist mir dann doch zu heikel, mit der behelfsmäßig wirkenden Stromversorgung via Zigarettenanzünderanschluss eine so große Reise zu machen bzw. es ist mir für so eine große Route zu riskant, weil evtl. anfällig (Regen, Beschädigung ...) und somit nicht zuverlässig.


    Ich brauche aber gerade im Ausland an Orten, wo ich noch nie war und mich nicht auskenne, ein gutes Navi, das zuverlässig ist und nicht ausfällt.
    Aber ich hab auch echt keine Zeit mehr, mich darum zu kümmern.
    Also schnell die Moped-Werkstatt am Ort angerufen und gefragt, ob sie mich noch schnell reinschieben können, es eilt.
    Es geht tatsächlich, ich soll die Maschine und alles benötigte Zeugs gleich morgen früh vorbeibringen.


    Dann die Sache mit den Schlössern.
    Die hatte ich total vergessen, die wollte ich mir irgendwann mal kaufen, geriet aber in Vergessenheit. Meine Recherche ergab, das ziemlich günstige 3er Set scheint gerade überall ausverkauft zu sein bzw. ewig lange Lieferzeit, dafür gibt's die rotzfreche überteuerten Dinger als einzelne Schlösser überall zu kaufen.....Suarez-Kanal hin oder her, DAS ist bestimmt kein Zufall, daß AUSGERECHNET die günstigen 3er Sets nicht zu haben sind und nur die sauteuren einzelnen Schlösser, sondern beabsichtigte und vorsätzliche Abzocke.
    Ein Schelm, wer Böses dabei denkt ...


    Jedenfalls musste ich da auf die Schnelle noch was organisieren, Versand dauert wohl zu lange bzw. nicht sicher, ob rechtzeitig vor Abreise da und der Retter in der Not war da mein Yamaha Händler. Der hatte zwei Schlösser da, die er eigentlich gar nicht da hatte, weil die in den Koffern einer Verkaufsmaschine eingebaut waren. Aber er hat mir freundlicherweise angeboten, mir die beiden Schlösser für den Urlaub auszuleihen, ich soll sie ihm bitte nur gleich danach wieder vorbeibringen, er braucht die wieder.
    Hab mich für die großzügige Tat bedankt und hatte ein Problem weniger.


    Blieb noch die Versicherungskarte, und die brauche ich wirklich dummerweise, denn die muß mitgeführt werden, wenn man mit dem Fahrzeug in einen Nicht-EU-Staat fährt. Was ich nämlich tue, da ich durch Bosnien-Herzegowina muß, was aber nur ganz wenige Kilometer sind, was sich aber nicht umgehen lässt und ich will nix riskieren vor Ort.
    Auch da durch einen Anruf meinen Versicherungsheini drauf angesetzt, der hat mir das Ding noch am gleichen Tag besorgt.

    Ich also einen Tag vor Abreise noch voll im Stress.
    Um 7.00 Uhr aufgestanden, Maschine zum Händler gefahren mitsamt Navi und Zubehör.
    Heimgelaufen.
    30 Km zum Yamaha Händler gefahren, Schlösser geholt, wieder zurück, 3 x einkaufen gewesen, 2 x Auto nicht mehr gefunden nach dem Einkaufen und dann zieht's mir die VISA Karte am Automaten ein, als ich Geld abheben will.
    What da fuck?!


    Ich schlage Alarm und ein Bediensteter öffnet den EC-Automat von hinten, wo er dann auch meine Karte rausfischen kann.
    Rausrücken will er sie aber nicht, sie wurde eingezogen, da bleibt er hartnäckig.
    Ich soll mit meiner Hausbank telefonieren und das klären.
    Ich WEISS aber, daß die verdammte Karte 100%ig in Ordnung ist, da bin ich mir sicher, es MUSS am Automaten liegen, der vor ein paar Wochen schon mal außer Betrieb war bzw. Probleme gemacht hat, als ein Kunde vor mir dort Geld abheben wollte.
    Hilft alles nix, er bleibt stur.
    Also telefonieren mit meiner Hausbank (ING), was gar nicht so einfach ist.
    Denn um EINEN ECHTEN MENSCHEN an den Hörer zu kriegen, braucht man nicht nur seine Kartennummer bzw. Kontonummer, sondern auch noch eine PIN und neeeeiiiin, nicht die Internet-Banking PIN, die man sonst braucht, wenn man sich über seine Bank APP einloggt.
    Das wäre nämlich viiiieeel zu einfach und würde überhaupt keinen Spaß machen.
    Sondern man braucht eine PIN, die man sonst niiiieee braucht und die ich erst mal daheim suchen muß.


    Dann endlich, den Scheiß PIN gefunden, angerufen, es hebt ein echter Mensch ab, besser gesagt: Eine Menschin.
    Erklärung der Lage und der Dringlichkeit derselbigen (morgen Reisebeginn, Karte weg, akuter Handlungsbedarf ...).
    Alles schön und gut, alles furchtbar, bedauernswert und überhaupt, aber sie können leider nix machen, die Karte wurde eingezogen.
    Blablabla.
    Immerhin konnten sie meine Karte prüfen und siehe da - sie bestätigt mir am Hörer, die Karte ist okay!
    Das ist ja super, endlich gute News, meine Laune wird besser!
    Wenn sie okay ist, dann möchte ich sie ganz schnell wieder zurück, und alles wird gut.
    Das müsse ich mit der Bank ausmachen, wo die Karte eingezogen wurde und ich solle am Besten gleich nochmal hingehen, meint sie.
    Ich frage, ob sie denn nicht schnell dort anrufen könnte und denen bestätigen, daß meine Karte in Ordnung sei?
    Das dürfe sie nicht, sie dürfen nicht anrufen.
    Wie bitte??
    Sie dürfen nicht mit fremden Menschen reden.
    Was ist los?!?
    Also ehrlich, es ist nicht zu fassen......nicht mit fremden Menschen sprechen?

    Auch keine Lollis von fremden Männern annehmen, weil's die Mami nicht erlaubt hat?!

  • #2

    Ich frage sie, ob wir hier im fucking Kindergarten sind oder ob das jetzt Realsatire ist.

    Sie entschuldigt sich und meint, sie dürfe das nicht tun und wird es auch nicht.

    Dann rät sie mir inoffiziell, ich könne aber nochmal zur Bank gehen, nochmal diese Nummer anrufen, darauf hoffen, daß jemand anderes dran ist, der das vielleicht nicht so eng sieht und dann einfach auf Freisprechlautsprecher stellen, wenn der Bearbeiter meine Karte checkt, damit die dort dann hören können, die Karte ist okay.

    Wenn sie ich wäre, dann würde sie jedenfalls dorthin gehen und dort einfach mal Terror machen.


    Das letztere braucht sie mir in der Tat nicht extra zu sagen.

    Ich also nochmal zur Bank und rein in den Schalterraum, dort erklärt, daß meine Karte nachweislich in Ordnung ist und es damit offensichtlich und im Prinzip erwiesen ist, daß es nicht an meiner Karte, sondern an ihren verdammten EC-Automaten liegt.

    Dieses Mal hab ich mich auch nicht mit dem Bankboy-Azubi zufrieden gegeben, sondern jemand verlangt, der was zu entscheiden hat.

    Und die blöde Nuss, die was zu entscheiden hat, entscheidet dann, daß ich die Karte trotzdem nicht bekomme.

    "Tut mir leid, das ist Vorschrift. Wir müssen uns daran halten."

    Und ich muß mich auch halten - und zwar ZURÜCKhalten.

    Wir einigen uns darauf, daß sie bei meiner Hausbank anruft, was sogar ihr eigener Vorschlag ist.

    Fremde Menschen anrufen?

    Einfach so?

    Jetzt wird's aber derb, ihr seid ja von der ganz krassen Truppe.

    Ich wittere Anarchie und Revolution im Schalterraum der VR-Bank.

    Der Bankboy-Azubi ist kurz davor, sich das Hemd zu zerreißen, es sich als Bandana um den Kopf zu binden und mit der Machete in die Schlacht zu ziehen, ich sehe es in seinen glänzenden Revoluzzer-Augen.


    Also rufen wir an.

    Sie ruft an.

    Todesmutig.

    Braucht eine Weile, bis sie einen echten Menschen an den Hörer kriegt.

    Ohne PIN.

    WIE hat sie das gemacht?!?

    Der Bankboy überlegt während dessen, ob er Minen legen soll an der Schiebetür und statt der Machete eine Kalaschnikov verwenden, ich sehe es ihm an.

    Währenddessen liegt übrigens die ganze Zeit meine VISA-Card neben ihr auf dem Schreibtisch.

    Ich denk echt drüber nach, ein paar Schritte auf sie zuzumachen und mir meine Karte, MEIN EIGENTUM, einfach zu schnappen und die Bank zu verlassen.

    Sollen sie ruhig versuchen, mich daran zu hindern.

    Doch was ist dann? Zeigen die mich dann an?

    Vermutlich.

    Werde ich dann verhaftet, sobald ich die Karte das erste Mal im Ausland einsetze und was abheben will?

    Kann ich damit überhaupt noch was abheben oder wurde die dann schon gesperrt?

    Also behält die Vernunft (noch) die Oberhand.


    Endlich bekommt sie jemand an die Strippe.

    Und natürlich ist nun wieder jemand anderes am Hörer.

    Sie erklärt, worum es geht, diskutiert und labert.

    Nach einigem Hin- und Her zwischen VR-Bank und meiner Hausbank wird's mir zu blöd und ich mache der Tussi ein Zeichen.

    Das Headset wird mir überreicht und ich spreche persönlich mit der Dame am Telefon.

    Diese Dame ist nun ganz knallhart, nix von wegen Bestätigung, daß meine Karte doch okay sei und meint, weder sie von der ING noch die VR-Bank könnten und dürften da irgendetwas machen.

    Die VISA-Karte sei eingezogen worden und warum, das könne man nicht so genau sagen.

    Ich entgegne, daß mir eine andere Person von der ING nach Übermittlung meiner Daten die Karte gecheckt hat und daß ich die Bestätigung bekommen habe, daß die Karte okay ist, was ja belegt, daß es NICHT AN MEINER KARTE LIEGT!!!

    Das sei egal, sie ist eingezogen worden, basta.

    Ich würde schnellst möglichst eine neue bekommen (natürlich nicht mehr rechtzeitig zu Reisebeginn).

    Darauf entgegne ich, daß das ja ganz wunderbar ist, mir das aber JETZT nichts bringt und ich nun jedes Mal hohe Gebühren bezahlen müsse, wenn ich mit meiner Bankcard Geld abheben würde im Ausland, was ich so überhaupt nicht einsehe.

    Denn es ist nachweislich nicht mein Verschulden, daß die Karte eingezogen wurde und wie gesagt: Die Karte ist OKAY!

    Das verstehe sie und für die Umstände würde sie mir als Ausgleich 50.- Euro überweisen.

    Allerdings ändere das nichts an der Tatsache, daß meine Karte eingezogen ist und bleibt.

    PUNKT.


    Für mich ist die Unterhaltung beendet, ich bin echt bedient.

    Ohne einen Ton zu sagen, werfe ich der leitenden Tussi das Headset vor die Füße und ohne sie oder die Angestellten noch eines einzigen Blickes zu würdigen, verlasse ich die Bank und brause heim.

    Ziemlich sauer stelle ich fest, daß mich diese ganze Scheiße mehrere Stunden gekostet hat, die ich eigentlich gebraucht hätte, um Reisevorbereitungen zu treffen, mein Zeugs zu packen etc.

    DANKE!!!

    Außerdem muß ich ja noch die Versicherungskarte abholen und auch mein Moped.

    Ich schaue auf die Uhr und erschrecke: Das wird knapp.

    Also nochmal rein ins Auto, und zackig losgestochen. Daß ich es aus guten Gründen eilig hatte und nur vorübergehend die STVO etwas flexibler ausgelegt habe, hat die Radarfalle, die ausgelöst hat, als ich sie passiert habe, leider gar nicht interessiert und hat einen sicherlich tollen Schnappschuss von mir gemacht.

    MAAAAANN!!! :angry-screaming:


    Quasi im Vorbeifliegen erst die Versicherungskarte geholt, dann auf zum Händler und kurz vor Ladenschluss das Moped abgeholt.

    Für einmal Navianschluss verlegen verlangen sie 200.- Euro.

    Bämm.

    JESSESMARIAUNDJOSEPH!

    War viel Arbeit laut Servicemann, da muß man Verkleidungsteile abschrauben und so'n Zeug.

    Also sowas, wer hätte denn DAS gedacht.

    Ich bezahle zähneknirschend.


    So, jetzt aber schnell heim, Bude muß ich noch aufräumen vor'm Urlaub, Müll rausbringen etc. und essen muß ich auch mal was, noch kaum was gepackt, Mannomann.

    Ich inhaliere schnell einen wunderbaren Döner und mache mich dann an die Arbeit, mit welcher ich so gegen 2.00 Uhr nachts fertig werde.

    Wann wollte ich aufstehen?

    Um 7.00 Uhr?

    Geil.

    Willkommen im Urlaub.

  • #3

    Schon mal ein sehr unterhaltsamer Beginn und ich denke mir bei sowas auch immer: kann nicht mal irgendwas normal ablaufen.

  • #4

    Hi


    Junge Junge was ein Chaos. Ich hätte vermutlich auch so Reagiert. Hatte vor Jahren mal ein ähnliches Telefonat, worauf man mir sagte, das wenn ich mich nicht zügeln würde, würde Sie jetzt auflegen. :cursing:


    Ja Urlaub für kurzentschlossene ist ein Abenteuer.

    Danke für den Bericht. Hab herzhaft gelacht. :D


    Gruß

    " Glück kann man nicht kaufen. Aber ein Motorrad und das ist verdammt nah dran."


  • #5

    Das war ja ein schöner Einstieg. Kann ja nur noch besser werden. Reißt du alles auf der Autobahn runter?

    MZ ETZ 250, Suzuki GSX 400E, Suzuki GS 500E, Yamaha XJ 900F, Yamaha XJR 1300, MZ 1000SF, Yamaha FSZ 600 "Fazer", Yamaha Tracer 900GT

  • #6

    Hi Andi, das ist ja mal ein gaanz anderer Reisebericht.

    Was mich beruhigt, -bei dem Beginn-, ist, dass du noch in der Lage bist einen Reisebericht zu schreiben. Puuh.


    Übrigens, grüne Versicherungskarte kann man auch online herunterladen...... Zumindest bei meinem Versicherer.

    Gruß Horst

  • #8

    Man bin ich froh das meine Tour durch Frankreich nich so wie hier beschrieben begonnen hat, hätte keine Nerven dafür.

    <a href="https://www.spritmonitor.de/de/detailansicht/1249826.html" target="_blank"> <img src="http://images.spritmonitor.de/1249826.png" alt="Spritmonitor.de" border="0"> </a>

  • #9

    :thumbup:Nach dem Chaos vor Reisebeginn, kann die Reise ja nur toll geworden sein.

    Wünsche ich dir jedenfalls.

    Gruß Sigi

    Starflite, Kreidler RM 50, CB 900F bol dor, CBX 750F, CBR 1000 sc21, Gpz 900R, FZR 10003LE, CBR 900RR sc28,

    CBR1100 XX, MT 09 RN 43 in ständiger Verbesserung.

  • #10

    TAG 1, ANREISE (Deutschland - Österreich)



    So, der große Tag ist gekommen, die Anreise nach Kroatien (respektive Österreich als erster Übernachtungszwischenstopp) steht an.

    Gestern noch bis in die Nacht hinein alles schön gepackt, so wie ich das bei unseren Fahrradurlauben mit meiner Freundin gelernt habe (also alles in wasserdichte Zip-Veutel vakuumisieren).


    Die Tracer ist vollgepackt, zwei große Seitenkoffer (die von der FJR 1300), ein Tankrucksack, wo u.a. die Spiegelreflex drin ist und eine Gepäckrolle, die ich gut festgezurrt habe.

    Heute wie geplant Früh Morgens aufgestanden, um dann auch noch zu meinen Eltern zu fahren, um mit ihnen gemeinsam zu frühstücken, weil meine Mutter an diesem Tag Geburtstag hatte.

    Also los geht's, ich freu mich voll und wende rückwärts in meiner Hofeinfahrt. Und auf einmal muß ich mit meinem linken Fuß weiter runter, als gedacht.


    Was soll denn der Scheiß?!

    Ach so, richtig: Das Gefälle meiner Garagenausfahrt, welches aber erst nach ein paar Metern beginnt.


    DACHTE ich.


    Und genau das ist dann auch die Ursache des Problems: Aus irgendeinem Grund dachte ich, daß das erst ein kleines Stückchen später beginnt und ich noch auf der ebenen Fläche bin.


    Bin ich aber nicht, und JETZT hab ich ein Problem.

    Meine vollgepackte Maschine hat nämlich aufgrund meines unerwarteten Fehltritts Schräglage Richtung hangabwärts bekommen und ich kann sie kaum halten.

    Ich verharre ca. 10 Sekunden unter Aufbietung all meiner Kräfte in Schräglage.


    Nein, vergiss es, ich falle jetzt nicht um.

    Nicht HIER, direkt vor meiner Haustüre.

    Nicht JETZT, nachdem ich noch keinen Kimometer gefahren bin.


    HHHRRRRRGGNNNNNN!


    Mit aller Kraft schaffe ich es, die Maschine wieder aufzurichten.

    Geschafft.

    Ich muß schon fast lachen: Noch keine zehn Meter unterwegs, und schon fast das erste Mal auf die Schnauze gelegt?!?


    Jesses.....am Besten keiner Sau erzählen und schnell weg, bevor noch jemand auffällt, welches Drama sich hier schon frühmorgens abspielt.

    Also auf zu meinen Eltern, Happy Birthday wünschen.


    Mein Weg dorthin führt mich zwangsläufig auch an der Bank vorbei, wo ich gestern dieses Theater hatte und aus dem Augenwinkel sehe ich, daß da gerade ein Typ in die Bank läuft.

    Ein Typ mit Che Guevara T-Shirt.

    War das Bankboy?

    Ich wünsche mir an meiner Tracer so eine Ausrüstung, wie sie James Bond in seinen Autos hatte. Gibt's da nix im Zubehörhandel von SW Motec, Givi oder von sonst wem?


    Ein Knopfdruck, und eine zielsuchende Homing Missile kommt unter'm Scheinwerfer rausgeschossen, explodiert im Arsch des Opfers und alle Probleme sind gelöst.

    Im Dienste Ihrer Majestät.

    Also in diesem Falle Miss Merkel.

    Die Realität holt mich ein.

    Nix Raketen, nix Explosion.

    Im Land der Regeln und Vorschriften dürften Superagenten wie ich *hüstel* unter Muttis Fuchtel vermutlich nur mit rosa Wattebäuschchen aufeinander werfen und Verfolgungsjagden bitte nur vor 22.00 Uhr und innerhalb des erlaubten Tempolimits, damit man dadurch keine Anwohner stört.


    Glück gehabt, Bankboy.

    Mutti hat Dir grad das Leben gerettet.


    Also nun Frühstück mit MEINER Mutti (und natürlich auch meinem Vater), danach Verabschiedung und auf dem Weg zur vollgepackt Tracer ca. 47 nützliche Sachen abgelehnt, die sie mir mitgeben wollte.

    Mutter bleibt halt Mutter.

    Dann um ca. 9.30 Uhr endlich losgefahren, kurzfristig meine Route geändert und so gelegt, daß ich möglichst wenig Regen abbekomme.


    Meine neue Route ist nun:

    Aalen - Ulm - Augsburg - München - Salzburg - Rottenmann


    Eigentlich wollte ich über Nürnberg und Passau fahren, aber da wäre zu krasser Regen laut Wetterfrosch.

    Also losgeeiert und rauf auf die A7 Richtung Ulm.

    Keine 15 Km komme ich, schon fängt es an, zu regnen, und zwar auch noch ziemlich doll.

    Klasse.

    Muß sowieso tanken, also in Ellwangen runter, getankt und etwas gewartet, bis es etwas weniger wurde.


    Meine Handschuhe scheinen übrigens überhaupt nicht regentauglich zu sein stelle ich fest, sie sind schon jetzt ziemlich durchweicht.

    Egal, hilft nix, weiter geht's.


    Nach einer knappen Stunde mit mal mehr, mal weniger, mal gar keinen Regen geht's dann eben doch nicht mehr weiter.

    Denn meine Finger sind unterkühlt aufgrund der durchgeweichten Handschuhe und des kalten Fahrtwindes (es hat grad mal knapp 15 Grad).


    Hab in den letzten Kilometern schon Krämpfe bekommen in den Händen, weil sie so regennass und unterkühlt waren, also schleunigst anhalten und raus auf einen Parkplatz, bin kurz vor Ulm.

    Schnell zwei Magnesium-/Kalium-Sticks reingepfiffen, da hab ich vorsorglich gleich zwei Packungen mitgenommen a 30 Stk., mehr dazu später mal.


    So, ich muß mir was überlegen, SO geht's nicht weiter.


    Also was tun?

    Meister Google fragen, wo der nächste Polo und/oder Louis ist.

    Entweder in Ulm oder in Augsburg.

    Ich entscheide mich für Augsburg, weil's auf dem Weg liegt, der in Ulm bedeutet Umweg von min. einer halben Stunde.


    Ich rufe bei Polo in Augsburg an und frage, ob die dort 100%ig dichte Motorradhandschuhe in meiner Größe haben und habe Glück, es gibt welche.

    Ich soll dann nach der mit den grünen Haaren fragen, dort wird mir geholfen.


    Mittlerweile sind die Flossen wieder aufgetaut und es regnet auch nicht mehr, also weiter.

    Nach ca. 20 Km fängt's schon wieder an und ich verfluche Petrus lauthals unter meinem Helm.

    Hilft nix, muß es jetzt bis Augsburg aushalten, also am Besten Gas geben.

    Aber so langsam kotzt mich dieser "Sommer" echt an: Ich zahle monatlich einen ganzen Haufen Steuern und zum Dank krieg ich dann SO ein Dreckswetter präsentiert?!

    Ich nehme mir vor, bei Gelegenheit eine Beschwerde-Email zu verfassen.


    Kurz vor Augsburg fängt's dann richtig doll an zu regnen und erreicht seinen vorläufigen Höhepunkt just in dem Moment, als ich den Polo Store erreiche.

    Rein in den Store, die nassen Handschuhe runter und die mit den grünen Haaren gesucht. Erwartungsgemäß gab's nicht besonders viele weibliche Geschöpfe in diesem Polo Store, auf welche die Beschreibung zugetroffen hätte und so hat sie mich dann auch freundlich empfangen und auch gleich mehrere Handschuhe präsentiert, die sie vorbereitet hat für mich.

    Finde ich gut, Frau denkt mit und spart somit wertvolle (Anreise-) Zeit.


    Ich entscheide mich gegen die günstigere Polo Eigenmarke und kaufe die teuren Markenhandschuhe, da ich keine bösen Überraschungen mehr erleben will, nur weil ich ein paar Euro eingespart habe.

    Die neuen sind mit GoreTex zu 100% wasserdicht, gefüttert (und somit warm) und sogar mit Wischlippe, welch krasse Evolution zu meinen vorherigen Handschuhen.

    Aber kostet mich nen Hunni und mir wird klar, daß mich die Reise schon jetzt 300.- Euro mehr kostet, als geplant, und ich bin noch nicht mal im ersten Übernachtungsort angekommen.

    Oder vermutlich 350.- Euro, die Radarfalle von gestern will auch bezahlt werden.

    Ohmannomann ...


    Als Ausgleich für die ganzen finanziellen Mehrbelastungen wünsche ich mir vom Allmächtigen ab jetzt gutes Wetter und werde überrascht, denn als ich rauskomme, ist zwar das ganze Moped nass und ich muß erst Mal die Sitzbank abwischen, aber es regnet nicht mehr.


    Geht doch, warum nicht gleich so?

    Also angezogen, aufgestiegen und weiter geht's.

    Beim Aufsteigen merke ich, wie es auf einmal wieder anfängt zu regnen und es dauert keine zwei Minuten, bis es Wolkenbruch-artig runtermacht.

    Ich stehe noch beim Polo, weil ich mich noch richten musste und muß jetzt erst mal einen schützenden Unterstand suchen, denn es schüttet wie aus Eimern.


    Ja, leck mich doch!

    Bei einer Firma gleich gegenüber finde ich ein Vordach, stelle mich unter und warte etwa eine Viertelstunde, bis es deutlich nachgelassen hat zu regnen, dann breche ich auf.

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