Beiträge von Andi Biotika

    Ganz so leicht isses nicht.

    Ich mag die Tracer und dieses Motorrad ist quasi die eierlegende Wollmilchsau.

    Allerdings hat sie (nur für mich persönlich) ein Manko: Die für meinen Geschmack zu aufrechte Sitzposition.

    Was ich mir bei diesem Moped wünschen würde, ist eine mehr zum Vorderrad hin orientierte Sitzposition.

    Denn mit dieser blöden zu aufrechten Sitzhaltung kommt einem leider das Gefühl für's Vorderrad abhanden.

    Hab das im Laufe der Zeit schon soweit hinoptimiert, wie möglich und alle möglichen Optionen ausgereizt.

    Also Riser gedreht, Lenker bissle verdreht, zweifache Sitzbankerhöhung verbaut etc.

    Ist mittlerweile auch richtig hoch, die Sitzhöhe beträgt nun 940 mm.

    Sitze aber immer noch viel zu aufrecht, doch mehr geht halt nicht und mehr wird sich am Verhältnis Sitzhöhe zu Lenkerhöhe auch nicht mehr ändern.

    Halt das Große-Leute-Problem.

    Hab halt auch ziemlich lange Arme und je länger, desto aufrechter und ich mag das halt generell, wenn ich wie bei meinen Mountainbike nach vorne geneigt drauf sitze. Somit brauche ich eigentlich die Geometrie eines (großen) Supersportlers, obwohl ich selbst da bei weitem nicht so extrem nach vorne geneigt drauf sitze wie auf einem MTB.


    Dazu kommt, ich komme auch nicht mehr sooo viel zum Motorradfahren wie früher und tendenziell werde ich wohl auch keine XXL-Reisen mehr ins Ausland mit dem Moped machen.

    Touren mit 100 oder max. 200 Km, viel mehr vermutlich nicht.

    Das geht mit einem Supersportler und es gibt ja tatsächlich welche, auf denen ich ziemlich gut und entspannt sitze.

    Denn es GIBT ja groß gebaute Supersportler.

    Bzw. gab es früher, heute sind die ja alle so winzig klein und zierlich.

    War bspw. echt überrascht, wie entspannt und angenehm der Kniewinkel für mich war bei der Honda VTR SP2.

    Nur ist mir die leider bissle zu altbacken.

    Dann bleibt halt bei den großen Superbikes nicht mehr so viel übrig als eben die RN22 ...



    Und nein, ich erwarte von einer Privatperson nicht, daß sie mich Probefahren lässt.

    Deshalb ja der Gang zum Händler.

    Ich muss Kevin Dingleberry natürlich Recht geben: Bin schlicht ein paar Jahre zu spät dran.

    Wäre ich nur mal eher drauf gekommen, daß ich dieses scheiß Moped will.


    Und natürlich ist mir schon bewusst, warum und wieso die Preise so hoch sind und daß Angebot und Nachfrage selbige erst definieren.

    Mich nervt nur, daß es so extrem geworden und auch absolut keine Besserung in Sicht ist.

    Und vor allem nennt mich, daß man dem Ganzen so hilflos ausgeliefert ist und da ist dieses Beispiel im Bereich Motorrad (also Hobby) nur eines von vielen.

    Was da gerade im Bereich Arbeitsspeicher und SSD's abgeht, wo sich die Preise teils um 300 bis 400% innerhalb eines Jahres erhöht haben, ist einfach nur noch pervers und aufgrund des enormen Bedarfs aufgrund des KI-Booms ist da auch NULL Entspannung in Sicht.

    Wer zur Hölle soll denn das noch bezahlen können?!


    Und das Beste: Firmen wie diese, welche RAM's und SSD's zu völlig überzogenen Mondpreisen verkaufen, bekommen auch noch massive Subventionen und umfangreiche finanzielle Hilfen von Staat, wenn sie eine neue Fabrik hochziehen.

    Einfach nur noch Verarschung Deluxe im Endstadium.


    Eine neue Tracer für 11.000.- Euro ... hach ja, das waren noch Zeiten. :love:

    Obwohl ich mir da bei einer gebrauchten Tracer eigentlich keine großen Sorgen mache, die werden ja in der Regel nicht so hergenommen wie ein Superbike und was haltbareres und zuverlässigeres als das CP3 Aggregat gibt's ja kaum.

    Bin grad bissle gefrustet.

    Halte seit über einem Jahr immer mal mehr, mal weniger die Augen offen nach einem Zweitmoped und eigentlich suche ich nur nach einem ganz bestimmten Modell.

    Nämlich nach einer Yamaha R1 RN22 oder noch besser RN225.

    Warum?

    Weil:


    • Geil (rattenscharfe Optik)

    • Motor (Saugeiler Crossplane-Sound, Druck in der Mitte, langlebige und zuverlässige Japan-Qualität)

    • Größe/Ergonomie (eines der größten Superbikes und ich als länger Lulatsch brauche diese Größe)

    • Auslegung (nicht zu extrem, Alltagstauglich)



    Aber es ist doch langsam echt nicht mehr feierlich, was da mittlerweile für Preise aufgerufen werden.

    Eine RN22 kriegst eigentlich nicht mehr unter 8000.- Euro und wenn, dann entweder:


    • Über 50.000 Km

    • Unfall, Umfaller oder Rutscher

    • Vom Händler "in Auftrag zu verkaufen (*hüstel*)" oder "nur an Gewerbetreibende"

    • Unseriöse Scheiße mit hanebüchenen Stories wie "der Hund hat das Serviceheft gefressen" oder "ist von einem Kumpel, der sie aber gerade in Honolulu stehen hat"

    • Ein Mix aus allem



    Im Ernst, mir geht's langsam echt auf den Sack.

    Ja, ich weiß, das Teil ist begehrt und es gibt nicht sooo viele davon auf'm Markt.

    Aber da wollen welche teilweise Summen auf dem Level des ehemaligen Neupreises dafür haben (ca. 16.000.- Euro) und wir reden dann von einem rund 15-jährigen Hobel.

    Ein 15-jähriges Moped ohne die heutigen Komfort- und Sicherheitsstandards.


    Come on, Ihr Pisser!

    Ihr seid doch echt nicht mehr ganz dicht!

    Hab mich ja mittlerweile fast schon damit arrangiert, daß ich da wohl kaum unter 10.000.- davonkommen werde.

    Also vorausgesetzt, ich finde überhaupt erst Mal eine, wo sich der Anbieter nicht mehr als 5 Stunden entfernt von mir befindet und nicht wieder irgendein Scheißdreck ist.

    Und dann finde ich gestern tatsächlich einen Händler, der mal nicht so wahnsinnig weit weg von mir wäre (im Schwäbischen, bei Göppingen), welcher sage und schreibe gleich DREI RN22 inseriert hat (!!!) und dann stellt sich bei der Kontaktaufnahme heraus, daß keine einzige von den drei Grazien bei ihm steht bzw. keine einzige vor Ort ist ("die blaue RN22 ist die von meinem Kumpel und steht bei ihm in Hamburg ...") und Probefahren so ohne weiteres nicht möglich ist.


    MAAAAAANN!

    ICH WILL DOCH EINFACH NUR MAL EINE SCHEISS VERSCHISSENE RN22 PROBEFAHREN, DAMIT ICH WEISS, OB'S PASST MIT UNS BEIDEN!!!


    Ach, rutscht mir doch alle den Buckel runter, ich glaub echt, ich lasse es ganz bleiben ...

    Zu guter Letzt nun wie versprochen meine Kosten für die 7 Tage in St. Anton:




    7 Übernachtungen (4 Sterne Hotel, inkl. Frühstücksbuffet, Parken umsonst): 468.- Euro

    (67.- Euro/Übernachtung)


    Zusätzlich ausgegeben: 210.- Euro

    (davon 35.- Euro E-Bike und 107.- Euro für Essen im Restaurant, Rest für Einkäufe Lebensmittel/Getränke im Supermarkt)


    Ausgaben insgesamt: 678.- Euro (zzgl. Spritkosten)




    Unter'm Strich also keine 700.- Euro für 7 Tage (zzgl. Spritkosten).

    Das ist wie ich finde wirklich preiswert für den gebotenen Gegenwert, wie gesagt 4 Sterne Hotel inkl. all you can eat Frühstücksbuffet.

    Möglich deshalb, weil deren Hauptgeschäft die Wintersaison ist, im Sommer wollen sie irgendwie die Betten vollbringen und bieten deshalb in dieser Zeit die Zimmer zu Dumpingpreisen an.

    Wenn man noch dazu die Vorzüge der Sommerkarte nutzt, kann man noch etliches günstiger oder gratis bekommen.

    Und solche netten Bonussachen wie belegte Semmeln für auf die Tour mitnehmen ist auch kein Thema gewesen in meinem Hotel, was sich natürlich auch finanziell positiv bemerkbar macht.


    Also preiswert Urlaub machen ist definitiv noch möglich und in diese Ecke werde ich sicher immer wieder mal zurückkommen.

    Tag 6 (der unerwartete Abend):


    Ich sitze also abends auf meinem Balkon und versuche die Fressalienversorgung für heute Abend sicherzustellen, als auf einmal eine Sirene losgeht.

    Etwas besorgt begebe ich mich runter in die Lobby, wo mir gleich der Herr des Hauses über den Weg läuft und ich frage ihn, was das zu bedeuten hat und ob das nur eine Übung sei oder ein Ernstfall.

    Er meint, eine Übung wäre es sicher nicht, davon wüsste er und wir laufen ins Freie.

    Während er mir antwortet, fliegt ein Helikopter über unseren Kopf in Richtung Berge.




    Nachdem er den Heli auch bemerkt hat, meint er: "Sicher ist da was auf einer der Hütten passiert oder irgendwo in den Bergen. Wir wissen sicher bald mehr und sobald ich was weiß, sag ich Bescheid."

    Ich gehe also erst Mal wieder zurück auf meinen Balkon und recherchiere nach einem guten Restaurant, wo ich heute das letzte Abendessen meines Urlaubes einnehmen werde.


    Und nachdem ich eine ganze Weile so da sitze, merke ich irgendwann, daß irgendwas komisch ist.

    Was es ist, kann ich erst gar nicht sagen.

    Ich glaube, es ist irgendwie ungewöhnlich ruhig.

    Keine Autos zu hören, auch sonst seltsam ruhig.

    Dann fällt mir auf einmal aus den Augenwinkeln ein Bulldozer auf, der vor unserer Hofeinfahrt auf der Straße fährt (unser Hotel liegt direkt an der Hauptstraße des Ortes, der Bulldozer und die Straße sind Luftlinie keine 100 Meter weit entfernt von mir).

    Irgendwas ist komisch an der Art, wie er fährt.

    Er fährt eigentlich nicht, er rast.

    Und zwar immer vor und zurück.

    Die Balkonbrüstung versperrt mir größtenteils die Sicht auf den Bulldozer und die Straße darunter, also erhebe ich mich, um zu sehen, was da vor sich geht und traue meinen Augen kaum ...





    Die Hauptstraße ist nicht mehr zu vorhanden, es ist ein einziger Strom aus Wasser, Schlamm und Geröll, welches sich seinen Weg sucht.

    Und der Bulldozer fährt wie bessesen hin und her, um offenbar Hindernisse möglichst schnell wegzureißen und zu retten, was zu retten ist.


    Ich renne nach unten, um Alarm zu schlagen.

    Unten angekommen, haben einige Hotelgäste und der Hausherr wohl ziemlich zeitgleich mitbekommen, was hier gerade passiert und rennen hinaus Richtung Straße.


    Und dann geht alles ganz schnell: Der Hausherr sagt, wir sollen so schnell wie möglich die Autos aus der Tiefgarage in den Innenhof fahren.

    Wir rasen im Eiltempo zu unseren Autos und fahren durch den allmählich zunehmenden Schlammstrom unsere Karren in den deutlich höher liegenden Innenhof.

    Mittlerweile sind wohl alle alarmiert und der ganze Ort auf den Beinen.

    Auf der Hauptstraße rasen unzählige Bulldozer und Bagger herum, darunter auch unser Hausherr, der besonderes couragiert zu Werke geht.

    Es wimmelt auch bald von Feuerwehrautos überall, es werden Barrikaden errichtet und es wird versucht zu retten, was zu retten ist.

    Man hilft gegenseitig Hand in Hand.

    Überall emsiges Gewusel, unzählige Einsatzkräfte vor Ort, der ganze Ort von Blaulicht und Sirenen durchzogen und über uns kreisende Helis.

    Es herrscht Ausnahmezustand.


    Ich versuche, mir ein Bild von dem Geschehen zu verschaffen, um die gesamte Gefahrensituation besser einschätzen zu können.

    Auf meinem Weg weiter hangaufwärts strömen Menschen kreuz und quer überall hin.

    Vorgegebene Wege, die man vorher benutzt hat, scheinen nicht mehr weiter existent zu sein.

    Man steigt über Zäune, durchquert Vorgärten und Grundstücke, so wie es halt grad geht.

    Die Fußgängerzone ist auch geflutet, aber das Wasser dort ist zum Glück noch nicht hoch bis jetzt.




    Die Schlammlawine konzentriert sich offenbar größtenteils auf die Hauptstraße, durch die sie wohl irgendwie kanalisiert wird, je weiter es nach unten geht.

    Davor sucht sie sich ihren Weg und weiter hangaufwärts sieht man, wie sie teils dann schon höher und reißender wird und größere Felsbrocken/Geröll mitkommen.

    Ein paar hundert Meter hangaufwärts von meinem Hotel entfernt wird so langsam, aber sicher eine Unterführung geflutet:





    Viel weiter nach oben möchte ich nicht gehen und ich suche mir einen Weg zu meinem Hotel zurück.

    Ich realisiere nach und nach, daß es - wenn es so bleibt - die ganz große lebensbedrohliche Situation hier unten bei uns wohl nicht eintreten wird und hoffe, daß es weiter oben keine Menschenopfer und/oder menschliche Tragödien zu beklagen gibt. Während des Rückweges sehe ich mich um und finde beim Umsehen diverse Spots und Plätze, wo man bei steigendem Pegel in Sicherheit wäre.

    In direkter Lebensgefahr scheint auch keiner zu sein, Hilfe ist meist nicht gewollt, die Katastrophenschutzhelfer schicken uns stets zurück und wollen möglichst keine Zivilsten mit involvieren.


    Also mache ich ein paar Aufnahmen dieses ganzen surreal wirkenden Spektakels, ohne dabei jemand im Weg zu stehen oder zu stören.










    Was für ein Wahnsinn.

    Später, als ich wieder zuhause in meiner Heimat bin, erfahre ich, daß wir wirklich ziemliches Glück hatten.

    Für uns war es nicht lebensgefährlich, für die Menschen weiter oben am Berg teilweise schon.

    Unser Hotel lag relativ weit unten am Hang, Richtung Ortsende.

    Die Schlammlawine hat uns dort unten nur noch abgeschwächt erwischt, also wir haben quasi die milderen Ausläufer abbekommen.

    Im Internet finde ich dann ein paar Tage später Berichte und Videos, die zeigen, wie schlimm es weiter oben im Ort gewesen war, wo die Schlammlawine wesentlich schlimmer gewütet und Autos sowie Bäume mitgerissen hat.

    Häuser wurden verwüstet und die einzige Zufahrtsroute, über welche ich hergekommen bin auf der Anreise, war nicht mehr existent, denn die hatten dort offenbar ein ganz massives Problem: Dort ist die Muhre teilweise so extrem hereingebrochen, daß sie den Hang mitsamt der Passtraße teils einfach mitgerissen hat und die Straße somit teilweise komplett zerstört hat.

    Also die Straße und der Hang waren stellenweise schlicht nicht mehr vorhanden.

    Die Anfahrt von Richtung Bodensee war aufgrund dessen eine ganze Zeit lang nicht mehr möglich, da der parallel zur Hauptstraße verlaufende Tunnel kurz vor Sankt Anton auch gesperrt war aufgrund Bauarbeiten und es aus dieser Richtung keine anderen Zufahrtswege gibt.


    Die Heimreise am nächsten Morgen gestaltete sich dann auch dementsprechend ziemlich schwierig und langwierig, die einzige Umleitung über das Hahntennjoch ist komplett dicht und ich hab dann letzten Endes mehrere Stunden gebraucht, bis ich dann am Samstag Mittag irgendwann wieder auf deutschem Boden war.



    Was für ein krasser Urlaubsabschluß und ich bin echt froh, daß es unter'm Strich noch relativ glimpflich abgelaufen ist.

    So wie es aussieht, gab es Gott sei Dank keine Todesopfer und überwiegend materiellen Schaden.

    Großen Dank an dieser Stelle an die zahlreichen Rettungskräfte vor Ort, die sehr schnell reagiert sowie gut zusammen gearbeitet haben und vermutlich durch ihren beherzten Einsatz und ihr Engagement Schlimmeres verhindert haben.


    Dieser Urlaub wird mir jedenfalls für immer in Erinnerung bleiben.

    Möchte jetzt mal meinen begonnenen Urlaubsbericht zu Ende bringen, den ich damals eigentlich schon so gut wie fertig geschrieben hatte.

    Mit der Bildersortierung und -Bearbeitung bin ich nur leider damals nicht hinterhergekommen und dem Ganzen folgte dann ein überaus turbulentes Jahr, in dem einiges passiert ist, wo dann einfach keine Zeit mehr für solcherlei Sachen war.

    In diesem Jahr habe ich u. a. ganz unverhofft mein weibliches Gegenstück kennengelernt und noch so einiges mehr.

    Doch nun kehrt zum Jahresende hin glaube ich mal so was wie ein wenig mehr Ruhe ein und ich finde tatsächlich Zeit, begonnenes zu Ende zu führen.


    Nun denn, es folgt mein restlicher Bericht und wenn ich Euch eines darüber sagen kann: Es wird garantiert nicht langweilig. 😉




    Tag 6:


    Heute ist der sechste und letzte Urlaubstag.

    Aus meiner Sicht ein ganz klares "Leider", für den Hotelbetreiber ein ganz klares "Gott sei Dank!".

    So wurde die Insolvenz in letzter Sekunde nochmal abgewendet und der so unfassbar verfressene Hotelgast reist endlich wieder nach Hause.


    Ich wollte heute eigentlich noch einige weitere Sachen bzw. Vergünstigungen ausnutzen, die man mit der Sankt Anton Sommerkarte bekommt wie kostenloser Eintritt in eines der Schwimmbäder, Bogenschießen etc. Aber dann komme ich doch zu dem Schluss, daß ich darauf pfeife und lieber nochmal auf's Rad steige.

    Ich kenne mich nämlich.

    Ich war noch nie ein Strandurlauber, der den ganzen Tag über (oder am Besten noch den ganzen Urlaub) nur auf der Liege am Strand herumschimmelt.

    Wenn ich jetzt ins Freibad gehen und dort den Tag verbringen würde, ärgere ich mich danach die ganze Zeit, daß ich den sonnig-warmen Tag "verschenkt" hätte mit Faulenzen, wo ich auch viel Schöneres hätte machen können, wenn ich doch jetzt schon mal in den Bergen bin.


    Und so geht's heute nochmal auf's Rad (auf mein eigenes, also mit ohne E) und ich hab aber noch kein richtig fixes Ziel.

    Ganz so krass brauche ich es heute nicht, also entschließe ich mich dazu, nochmal am Fluß entlang Richtung Flirsch zu fahren und evtl. noch ein bisschen mehr, denn so weit ist diese Strecke ja nun auch nicht (nur etwa 30 Km).

    Mal schauen, wo's mich hinzieht.


    Es ist jedenfalls Top Wetter und es ist wirklich wunderschön und auch recht easy fahrbar.

    Ich fahre die üblichen Wege teils am Fluß entlang bis nach Flirsch und da schlage ich dann aber spontan einen Rad- oder Wanderweg ein, der irgendwo in die nördliche der beiden Bergketten führt.







    Es geht - natürlich - bald auch wieder ziemlich steil auf Schotter den Berg hinauf, aber ich fühle mich ziemlich fit.

    Kurze Zeit später erblicke ich dann ein Schild und traue meinen Augen kaum: Zur Ansbacher Hütte geht es hier.

    Lustiger Zufall.

    Ich komme nämlich aus dem Landkreis Ansbach bei Nürnberg.

    Also Ehrensache, daß ich da hoch muß.

    Steht leider nicht dabei, wie weit oder wie hoch und ich mag auch nicht schauen, will mich überraschen lassen.


    Und so mache ich mich auf den Weg dorthin, immer steiler und höher hinauf.

    Es wird wilder und unwegsamer, der Weg wird bald zum Pfad und der Pfad ist dann irgendwann nach einer Abzweigung noch nicht mal mehr als Pfad zu klassifizieren.

    Irgendwann zeigt dann ein Wegweiser zur Ansbacher Hütte nach links oben, mitten in den Wald hinein.

    Das ist einfach nur ein Steilhang zwischen den Bäumen durch, Pfad nur noch erahnbar, Steigung wohl jenseits der 30%.

    Muß an dieser Stelle einsehen, daß ich mir das wohl abschminken muß.

    Da würde ich ohne Rad zu Fuß gerade mal so hochkommen, aber selbst das vermutlich nur auf allen Vieren.


    Also rumgedreht, den Weg zurück und dann eine andere Abzweigung genommen. Dort fahre ich mehrere Kilometer entlang und bleibe eigentlich immer so am Berghang im Wald, ein gutes Stück über dem Tal, mal geht's hoch und mal geht's runter.

    Irgendwann versperrt mir dann das da aus heiterem Himmel den Weg:






    Eine Muhre (Schlammlawine) hat sich hier ihren Weg quer durch den Wald gefressen, alles auf ihrem Weg mitgerissen und hat unter anderem auch diesen Weg hier gekreuzt.

    Man ist wohl noch nicht dazu gekommen, alles zu beseitigen, jedenfalls zieht sich vor mir ein etwa 3 m hoher Erdwall quer über meinem Weg.

    Bin vom Anblick ziemlich beeindruckt, bekomme direkt wieder Ehrfurcht vor den Naturgewalten und man wird auf erschreckende Art und Weise daran erinnert, wie klein man als Mensch doch eigentlich ist und wie hilflos in so manchen Situationen.

    Auf diesem Bild hier ist auch ganz gut anhand meines Bikes rechts unten zu sehen, wie hoch und breit diese Schlammlawine war:




    Ich schultere mein zum Glück so herrlich leichtes Carbon Bike und klettere über das große Hindernis.

    Die Muhre ist überquert und was ich aber zu diesem Zeitpunkt noch nicht weiß: Das Thema Schlammlawine hat sich für mich an diesem Punkt noch nicht erledigt ...



    Dann geht's weiter auf Schotterwegen, ich halte mich irgendwann bei einer Weggabelung bergaufwärts und da geht's dann ziemlich steil rauf, bis ich am Eingang eines größeren Tunnels stehe.





    Der offenbar ziemlich lang ist, denn er ist unbeleuchtet und man kann das andere Ende nicht sehen.

    Laut einigen Wanderern, die ich anspreche, lohnt sich aber die Durchquerung, denn am anderen Ende soll man an einer sehenswerten Schlucht mit Wasserfall rauskommen, die sich Schnanner Klamm nennt.

    Ich muß wohl hoffentlich nicht mehr erwähnen, daß ich da natürlich hin muß ...


    Der Tunnel zieht sich in der Tat etwas hin, weil weiterhin sehr steil und irgendwann sieht man wirklich null, weil stockdunkel.

    Aber ziemlich genau im Augenblick der vollkommenen Dunkelheit erahnt man dann ein gaaanz kleines helles Fleckchen, was irgendwo weiter oben auf das Ende des Tunnels schließen lässt.

    Und so ist es tatsächlich.

    Ich trete aus dem Tunnel heraus und vor mir sehe ich den Wasserfall. Es breitet sich eine tolle Schlucht aus, die sogar über Hängebrücke und Treppen, die in den Steilwänden hängen, begehbar ist.






    Aus Zeitgründen muß ich aber leider auf die Schluchtbegehung verzichten und mache lediglich Aufnahmen von Schlucht und Wasserfall.

    Doch das ist sicher noch ein ganz besonderes Schmankerl, diese Schlucht über diese Hängebrücke zu begehen und ich nehme mir vor, wenn ich mal wieder hier in der Gegend sein sollte, daß ich das dann nachhole.


    Der Rest des Rückweges wird dann noch ziemlich abenteuerlich.

    Weil ich den Weg erst ziemlich weit zurückfahren müsste, um wieder in die andere Richtung zu kommen, in die ich jetzt eigentlich will (Richtung Sankt Anton), sehe ich mich nach Alternativen um.

    Und kurz vor besagtem Tunnel hatte ich vorhin links den Steilhang hinunter einen wurzeligen Pfad gesehen, der laut einer Ortsansässigen wohl direkt in den darunterliegenden Ort namens Schnann führt.

    Mit Bike aber definitiv nicht fahrbar, also schiebe und trage ich teilweise und muß höllisch aufpassen, nicht am Steilhang auszurutschen.

    Komme dann am Schluß quasi am Fuße des Wasserfalls heraus, der dann als Fluß direkt durch den Ort fließt.






    Den Rest der Tour geht's über Pettneu auf Rad- sowie Wald- und Wiesenwegen nach Sankt Anton.


    Geile Tour war das.

    Etwa 35 Km, teils doch wieder sehr steil, aber alles irgendwie aus eigener Kraft geschafft und viel Schönes dabei gesehen.

    Ich gehe duschen, setze mich auf meinen Balkon, genieße die Aussicht und freue mich so langsam auf's Abendessen.


    Und dann kommt der Abend meines letzten Urlaubstages hier in Sankt Anton.

    Der Abend des 16.08.2024.

    Ein Abend, den ich und viele andere Urlaubsgäste hier vermutlich nicht so schnell vergessen werden ...

    Hatte das gleiche Problem wie Du vor ein paar Wochen, als ich meine Tracer nach dem mehrere Monate langen Winterschlaf mal anschmeißen wollte.

    Hat sich exakt genauso angehört wie bei Dir.

    Hab auch gleich auf Batterie getippt, auch wenn ich's technisch nicht so gut hätte erklären können wie bspw. der Norbert das hier getan hat.

    Aber dachte mir, die wird sich wohl entladen haben nach diesem längeren Stillstand (ist ja auch nicht mehr die neueste, vermutlich noch die Originalbatterie und somit bald 7 Jahre alt) und so war's dann auch - Batterie ans Ladegerät gehängt, aufgeladen und der CP3 ist auf's erste Mal angesprungen.


    Falls noch nicht vorhanden, kauf Dir mal ein Ladegerät, am Besten eines mit Starthilfefunktion.

    Hab bspw. dieses hier und bin sehr zufrieden:




    Kannst einstellen, mit welchem Ladestrom es laden soll (also ob die Batterie schnell oder langsam geladen wird), ist für alle Batterietypen geeignet (umschaltbar), zeigt in Prozent den Ladestand der Batterie an, hat einen Starthilfemodus, eine via Mikroprozessor gesteuerte Erhaltungsladefunktion und ist ein gut verarbeitetes Markengerät zum ganz fairen Preis.