Do 06.08. Rundtour 2 West (länger)
So, gestern war der Erholungstag, heute ist dann mal mehr Strecke angesagt. Von den beiden übrigen Touren nehmen wir heute die längere. 403 km. Dafür muss man früher loskommen.
Gleich am ersten Pass drohen Sperrschilder. Wir kommen bis zur Passhöhe für unser Nachweisfoto, dort rasten aber gerade einige Arbeiter und wundern sich über unsere Anwesenheit. Wir sollten wohl von einer Weiterfahrt absehen. Wieder zurück ist es aber auch schön. Da jetzt eine längere Überführungsetappe droht nutzen wir spontan eine kurvige Route von der kurviger-App auf Manuels Smartphone statt dem von mir ursprünglich geplanten schnellstem Weg laut Chinanavi. Das führt leider auf sehr kleine Straßen, wo man wenig Strecke machen kann, was angesichts der Gesamtlänge nicht so cool ist - und kühler als 30 Grad wird's heute auch nicht mehr. Highlight am Wegesrand ist dieser nette See mit Schloss. Manuel packt die spiegellose Systemkamera aus.
Die kommenden Passknackerpunkte sind eigentlich nett zu fahren, leider aber oft unter welligem Straßenbelag. Pilot Power und MT-09 kommen an ihre Grenzen. Hierzulande würde sowas als Rüttelstreifen absichtlich verbaut werden. Das Schließlich wird die Strecke kurviger, die Strecken über 1000 Meter hoch und endlich mit mehr Aussichten, aber leider keine Felsen.
Es ist sehr warm heute.
Nachmittags gönnen wir uns um 14:00 eine Einkehr mit Schinkenplatte. Der Koch wollte eigentlich gerade Feierabend machen, aber kalt geht noch. Die Kellnerin will eigentlich die Bestellung aufnehmen, es herrscht aber völlige Verwirrung, weil wir nur alkoholfrei trinken möchten. Wir sind hier halt auf dem Land.
Wegen Hitze wird nachmittags noch eine Pause am Supermarkt gemacht und Eis gegessen - direkt ein 4er Pack. Jeder zwei, das erfrischt. Dann kommt wieder eine Überführung, diese ist aber schöner, dann kommen aber leider auch wieder Gravillon, und zwar auch ohne Ansage während ich gerade ein Auto überhole. Hmpflgrr, da kann man schon mal nervös werden. Immerhin, ich bin auch danach auf dem Kies schneller als die Autos, aber Manuel fehlt, der schluckt Staub hinter einem Auto. Da die Linkskurve eh gerade unangenehm enger wird und rechts eine Haltebucht ist, warte ich halt auf Manuel. Man könnte auch sagen, Notausgang genommen. Manuel übt derweil driften oder so - "Fuß runter, hinten hoch und quer" - ??!?
Noch ein Highlight ist dann eine offensichtlich bei Einheimischen beliebte Bergstrecke, die wir für Fotos nutzen.
Wir sind wieder in Macon und fahren direkt zum Restaurant. Dort stellen wir fest, dass wir noch keinen Hunger haben, aber sehr gern Duschen würden, also doch noch mal in die Fewo. Frisch machen, telefonisch reservieren, dann wieder gesundheitsbewusst zu Fuß gehen (20 Minuten ein Weg), essen, laufen, und der Wein muss weg! Chips gibt's auch genug.
Fr 07.08. Rundtour Jura
Auf der Überführungsetappe nach Macon her haben die den Französischen Teil des Jura nur in Ost-West-Richtung ziemlich gerade durchquert. Heute fahren ihn systematischer ab, und zwar in Nord-Süd-Richtung.
Weil das recht weit weg ist, geht es morgens auf die Mautobahn. Schon die Auffahrt ist gesperrt, wir müssen in die andere Richtung, und dann umdrehen. Ich habe den Tank leider schon fast leer. Ist blöd, wenn man derjenige mit dem kleinsten Tank ist. Dann ist auf der Autobahn die Sperrung einer Ausfahrt angekündigt und ich fahre lieber die nächste freie Ausfahrt ab. Das ist zwar früher als geplant, aber mir lieber als liegen zu bleiben. Besonders wenn man seit 30 km auf Reserve fährt. Merken, man kann auch abends volltanken. Es wird wieder warm heute. Das Frühstück in einem Einkaufszentrum zu besorgen scheitert, aber es ist kühl da drin. Drei Dörfer weiter stehen einige Premium Bikes auf dem Dorfplatz an einer Brasserie - haaaalt, da stellen wir uns dazu und decken uns ein. Ich helfe denn 4 Motorradfahrern und ihren 4 Sozias noch beim Gruppenfoto: Tout le monde dit fromage! Kommt gut an. Manuel knippst den Dorfbrunnen.
Frisch gestärkt geht's in die Berge, die ersten Ausläufer des Jura nach Norden und ein Stück östlicher wieder gegen Süden. Hier hat man die Straßen und auch die Landschaft so ziemlich für sich alleine. Eine ursprüngliche Gegend mit viel Landwirtschaft und überraschend wenig Felsen, dafür etwas Fahrrad- und Wandertourismus. Etwa wie die Eifel, nur dünner besiedelt.
Es gibt eine längere Pause, weil Manuel einen Knieschleifer verliert und ihn im Gebüsch und Abhang suchen geht. Dann tauschen wir mal Motorräder und Manuel darf sich von der Vorzügen meiner Yamaha mit dem neuen Kettenkit überzeugen. Ich überzeuge mich derweil von den Nachteilen einer stark nach vorne geneigten Sitzposition. Mit der Street Rally Sitzbank hat man auf der MT-09 schon fast eine Supermoto-Sitzposition.
Zurück geht es dann über die Mautobahn (heute insgesamt 4,50 Euro) bei 36° Lufttemperatur in der prallen Sonne. Zurück an der Fewo springe ich aus nahezu allen Klamotten, bevor ich das Gepäck vom Motorrad hole und die Kette einsprühe. In der Fewo ist es zum Glück schön kühl. Naja, Glück ist planbar: Im August sollte man in warmen Ländern keine Fewo unterm Dach buchen. Punkt für die Unterkunft "La Maison de Marie" in Charnay-lès-Mâcon. Heute ist der letzte Abend in Macon. Also hauen wir richtig auf die Kacke. 2 Typen 1 Motorrad, Lecker Abendessen, Fleischberg 3000, danach Banana Split mit 4 Kugeln Eis, 2 Bananen und 1 Liter Sahne. Und danach ist daheim noch ein Rest Wein da! Aber keine Chips mehr. Naja, man soll ja nicht übertreiben. Nüsse sind auch okay. Und ein wenig aufräumen hilft bestimmt beim packen morgen.