Bremsdruck lässt nach-Vorderradbremse RN29

  • #1

    Hallo,

    gestern ist mir aufgefallen, dass ich bei ganz leichtem Bremsen den Bremshebel mit der Zeit immer weiter an den Handgriff ziehen kann. Im Stand habe ich mal auf die Uhr geguckt. Nach 2 min Ziehen mit ganz leichtem Druck liegt der Hebel dann am Griff an. Lässt man den Bremshebel los und zieht erneut hat man erstmal wieder den ganz normalen Druckpunkt. Wenn man den Bremshebel stark zieht, merkt man nichts. Nur wenn man den Bremshebel über Nacht mit einem Gurt an den Handgriff zieht, ist am nächsten Morgen die Bremse auch gelöst.

    Das Problem ist letztes Jahr schonmal aufgetreten. Daraufhin wurde der Dichtsatz der Bremspumpe erneuert und das Problem war weg.

    Nun, nach ca. 15Tkm ist das Problem wieder da.

    Ich möchte jetzt ungern auf Verdacht die Bremspumpe wechseln. Vielleicht liegt das Problem ja woanders.


    Hatte das schon mal jemand?

    KM Stand ca. 90.000


    Viele Grüße

  • #2

    Wenn keine Bremsflüssigkeit irgendwo aussen wegläuft bleibt nur die Bremspumpe über. Sie hat als einziger eine Abdichtung gegen den Vorrat. Alle anderen Komponenten würden es nach aussen ins Freie ablassen.


    Und das der Druck weggeht ist wohl nicht strittig, irgendwo muss er aber hin. Kontrolliere mal alle Leitungen und schau auch hinter die Beläge auf den Kolben, wenn nichts feucht, definitiv Bremspumpe.

  • #3

    vor wieviel Km war der letzte Bremsflüssigkeitswechsel?

    ...manchmal bin ich auf beiden Ohren blind :S


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  • #4

    Bremsflüssigkeit wechseln und penibel entlüften. Danach beobachten ob das Problem weiterhin Auftritt.

    Ansonsten eine gebrauchte Bremspumpe besorgen und anbauen. Könnte ein Problem der Bremspumpe sein.

    Ansonsten Bremsdruck aufbauen und mit angezogenen fixierten Hebel über Nacht stehen lassen.

    Sollte der Druck nicht mehr vorhanden sein, Fehler in der Bremspumpe sehr wahrscheinlich.


    Ich hatte das Problem, sowie fast alle Aprilia RP-Besitzer auch, mit der Hinterradbremse. Ließ sich so gut wie nicht vernüftig entlüften, Entlüftungsschraube oben auf dem Bremssattel.

    Abhilfe, einen passenden Inbusschüssel bei längeren Standzeiten, Nacht und länger, am Bremshebel und Fußrastenhalterung befestigen der den Bremshebel nach unten drückt und auf Druck hält. Hielt dann über die gesamte Zeit den Bremsdruck.


    Nachtrag, eventuell Fehler in der ABS-Einheit?

  • #5

    Bremsflüssigkeitswechsel ist schon eine Weile her, weiß jetzt nicht genau wie lange aber wir haben im Winter den Wassergehalt gemessen und der war noch gut. Druckpunkt beim normalen Bremsen ist ja gut. Bin gestern erst von meiner Urlaubstour aus den franz. Alpen zurück. Die Bremswirkung war stets einwandfrei.

    Das Mit der ABS Einheit meinte mein Mechaniker auch. Könnte man wohl überprüfen, wenn er denn mal Zeit hat. Nur erschien mir das nicht so schlüssig, wenn die Flüssigkeit nicht raus läuft, sondern im System bleibt. Die Pumpe schien mir da wahrscheinlicher. Ich steck aber in der Technik auch nicht ganz so tief drin.

  • #6

    Wenn das ABS-System öffnet tritt keine Bremsflüssigkeit aus. Die Füllmenge ändert sich nicht. Fahr besser in eine Werkstatt die das System prüft, besser sofort. Sollte der Fehler während der Fahrt auftreten, kein Bremsdruck, keine Bremsleistung, folgt meistens ein Einschlag.


    Aussage überprüfen wenn er mal Zeit hat, Werkstatt wechseln. Bei Bremsen hört der Spaß auf.

  • #7

    Vorausgesetzt das Bremssystem ist nach außen dicht, d.h. der Bremsflüssigkeitsstand bleibt gleich und es sind keine Bremsflüssigkeitspfützen unterm Moped oder Tropfen an Bremszangen, Schläuchen, Verschraubungen, ...

    a) Das nennt sich Niederdruckprüfung.

    b) Das ist dann die Hochdruckprüfung.

    Deine Pumpe fällt offensichtlich bei beiden Prüfungen durch.


    Der Bremskolben hat zwei Manschetten: die hintere Dichtmanschette dichtet lediglich nach außen ab.

    Die vordere Druckmanschette verschliesst bei Betätigung die Zulaufbohrung vom Bremsflüssigkeitsbehälter. Ab jetzt ist ist das System geschlossen und Druck wird aufgebaut.

    Liegt hier ein Fehler vor, lässt sich zwar der Hebel mit der Zeit zum Griff durchziehen, die Bremsflüssigkeit bleibt aber im System.


    Wenn die Druckmanschette Flüssigkeit durchlässt, kann das mehrere Ursachen haben:

    1.) Schaden an der Zylinderwand (Korrossion, etc).

    2.) Verschleiß der Manschette (z.B. wegen 1.).

    3.) Verformung der Manschette (altersbedingt oder ungeeignetes Material).

    4.) Riss der Manschette (an der Dichtkante, z.B. durch unsachgemäßen Einbau).

    (Es gibt noch eine Handvoll weiterer Möglichkeiten)


    zu a) die Niederdruckprüfung geht meist bei 1.) bis 4.) schief.

    zu b) die Hochdruckprüfung KANN bei 1.) bis 3.) noch gutgehen.


    Bei 1.) wird eine neue Pumpe fällig (nur wenige sind in der Lage das zu reparieren).

    Bei den Restlichen kann ein neuer Dichtsatz verbaut werden, das sollte allerdings länger wie 15tkm halten.


    Was der Fehler ist, kann nur nach Ausbau des Bremskolbens beurteilt werden.

    Vor Tausch des Dichtsatzes sollte der Zustand der Zylinderwand begutachtet werden; Detailkenntnisse könnten dabei weiterhelfen.

  • #8

    Vielen Dank für diese ausführliche und sehr schlüssige Antwort. Dann wird es wohl eine neue Pumpe werden müssen. Ich kann ja nochmal eine abschließende Rückmeldung geben, wenn das Problem hoffentlich innerhalb der nächsten Woche behoben ist.


    Alleine werde ich die Pumpe nicht auseinanderbauen, mangels Erfahrung.

  • #9

    Dafür gibt es ja Werkstätten. Auch wenn in den Meisten heutzutage eher getauscht als repariert wird, beim Finden der fraglichen Komponente sind die Fachwerkstätten doch ziemlich gut.

    In der Regel ist Tauschen für den Kunden unterm Strich (bei den Stundensätzen) eh billiger. Bis das Teil auseinander gebaut und gereinigt ist und drei Mann drübergeschaut haben, ob das eine Teil noch gut ist, ...

    Im Zweifelsfall wird dann vorsichtshalber doch die komplette Komponente getauscht und der Kunde ist wenig begeistert, wenn Extrazeit für Forschungszwecke berechnet wird.

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