Beiträge von TracerTom

    Ich will hier keine Diskussion in Richtung Werkstoffkunde losbrechen, nur mal grundsätzlich (weil ich beruflich damit zu tun habe):
    Nur weil "Edelstahl" sich schwierig spanend (bohren, drehen, fräsen) bearbeiten lässt ist es nicht gleich hart bzw. fest.

    Eine recht gewagte Aussage von dir - Daten zu Edelstahlschrauben der mittleren Festigkeitsklasse 70 (Standard A2-70) und als Vergleich Stahlschrauben der mittleren Festigkeitsklasse 8.8 sagen da was anderes aus.


    Ein Beispiel: Schraube M6, Regelgewinde

    Stahl 8.8 - Vorspannkraft 9,9 kN - Anziehmoment 11,3 Nm

    VA A2-70 - Vorspannkraft 6,85 kN - Anziehmoment 5,9 Nm


    Wird die Vorspannkraft überschritten, geht das Material von der elastischen in die plastische Verformung über und behält diesen Zustand bei (Schraube ist überdehnt). Bei noch höheren Kräften reißt sie. Der Einsatz von Edelstahlschrauben bei Verbindungen wo es auf hohe Sicherheit ankommt ist nur sehr eingeschränkt möglich. Anders ausgedrückt eine Stahlschraube mit Festigkeiten ab 8.8 sind nicht 1:1 durch VA-Schrauben ersetzbar.

    Um noch mal auf den Einsatz in Verbindung mit Aluminium zurück zu kommen. Wird die VA-Schraube überdehnt, verformt sie sich und damit auch die Gewindegänge im Alu. Hinzu kommt, dass Edelstähle einen höheren Reibwert haben und das Alu regelrecht am VA "festkleben" kann. Die Folge, beim Lösen der Schraube reißt u.U. das Gewinde aus - die Alu-Gewindegänge kleben in den Gewindegängen der Schraube.

    Ich würde VA-Schrauben und Alu-Gewinde nicht kombinieren. Aber jeder wie es gern möchte...

    Gerade Kupferpaste fördert die chemische Reaktion - Stichwort elektrochemische Spannungsreihe, zw. Cu und Al rd. 2V.

    Um die Gefahr des Festfressens zu mindern eignet sich Anti-Seize - eine nichtleitende Keramikpaste - recht gut.

    Grundsätzlich ist die Kombination Alu und Edelstahl nicht empfehlenswert - sind beides weiche, zähe Werkstoffe die sich schnell verformen und beim Lösen der Schrauben das Alugewinde rausreißen können.

    Yamaha spart wohl wo es nur geht - habe auf den schnellen Blick tatsächlich auch keine Angabe auf den Scheiben erkennen können.

    Ich kenne es aber von meinem anderen Motorrad - da steht die Verschleißangabe tatsächlich drauf.


    Wie dem auch sei, die o.g. Werte sind so im WHB dokumentiert.

    Genau so ist es, der Hersteller/Importeur informiert das KBA, das sucht die aktuellen Halter anhand der FIN raus und schickt das Schreiben ab. In unserem Fall mit einem Anschreiben von Yamaha.

    Da der Fehler als "Sicherheitsrelevant" eingestuft ist, MUSST du den Fehler beseitigen lassen, wenn nicht, bekommst du nach einer gewissen Zeit (Monate) eine erneute Aufforderung mit der Androhung der Fz.-Stillegung - habe das schon mal beim PKW durch8o

    Ich befestige die Kennzeichen meiner letzten Motorräder immer auf einer 3mm Dibond-Platte in der Größe des Kennzeichens, die mittels Senkschrauben an den originalen Befestigungspunkten angeschraubt wird. Das Kennzeichen wird mittels Klebeband und zusätzlich verliersicher in den vier Ecken mit Popnieten befestigt. Die Niete fallen kaum auf, das Kennzeichen wird durch Vibrationen nicht beschädigt und abschrauben kann man es bei Bedarf ohne zusätzlichen Aufwand auch.


    Gruß

    Thomas

    Ich habe mich jetzt auch mal recherchiert: Bei Suzuki und wie gezeigt bei Triumph gibt es tatsächlich Kupplungen bei denen die äußere Reibscheibe versetzt verbaut wird. Kannte ich bisher auch nicht und mich würde auch interessieren, welchen Vorteil das bringen soll.


    Bei der oben gezeigten Yamaha-Kupplung geht das aber so nicht. Dazu müsste die Aussparung im Steg breiter sein - die Lamelle klemmt da regelrecht fest. Das kann man auf dem Bild natürlich nicht erkennen. Warum denn dann überhaupt Aussparungen in den Stegen vorhanden sind, weis auch nur Yamaha selbst (oder auch nicht)?(

    Definitiv muss das bei dieser Kupplung nicht so!
    Die äußere, versetzt eingebaute Scheibe verhindert ja gerade, dass das gesamte Kupplungspaket zusammen gepresst werden kann - deshalb das Kupplungsrutschen.
    Nach Korrektur des Montagefehlers funktioniert die Kupplung einwandfrei. Die Scheiben hatten nach 18Tkm nicht mal ein Ansatz von Verscheiß.

    Der Vorbesitzer hatte das Motorrad 16 Jahre in seinem Besitz. in dieser Zeit wurde an der Kupplung mit Sicherheit nicht gefummelt. Die zwei Jahre davor kann ich nicht nachvollziehen, aber warum sollte man bei einem neuen Motorrad die Kupplung demontieren:/


    Wie schon geschrieben, für mich sah es bei der Demontage so aus, dass der Kupplungsdeckel zuvor noch nie geöffnet wurde.


    Und nein, die Kupplungsfedern und Schrauben haben nicht gefehlt, die hatte ich vor dem Foto schon demontiert;)


    Ist alles etwas eigenartig aber letztlich egal - das Yamaha-Triebwerk läuft in der MZ wie man es erwartet:thumbup:

    Gruß
    Thomas