Ich will hier keine Diskussion in Richtung Werkstoffkunde losbrechen, nur mal grundsätzlich (weil ich beruflich damit zu tun habe):
Nur weil "Edelstahl" sich schwierig spanend (bohren, drehen, fräsen) bearbeiten lässt ist es nicht gleich hart bzw. fest.
Alles anzeigenDa die Schrauben meistens aus V2A also 1.4301 bestehen und somit fast einer Schraube aus Stahl mit der Festigkeitsklasse 8.8 gleich kommen.
Eine recht gewagte Aussage von dir - Daten zu Edelstahlschrauben der mittleren Festigkeitsklasse 70 (Standard A2-70) und als Vergleich Stahlschrauben der mittleren Festigkeitsklasse 8.8 sagen da was anderes aus.
Ein Beispiel: Schraube M6, Regelgewinde
Stahl 8.8 - Vorspannkraft 9,9 kN - Anziehmoment 11,3 Nm
VA A2-70 - Vorspannkraft 6,85 kN - Anziehmoment 5,9 Nm
Wird die Vorspannkraft überschritten, geht das Material von der elastischen in die plastische Verformung über und behält diesen Zustand bei (Schraube ist überdehnt). Bei noch höheren Kräften reißt sie. Der Einsatz von Edelstahlschrauben bei Verbindungen wo es auf hohe Sicherheit ankommt ist nur sehr eingeschränkt möglich. Anders ausgedrückt eine Stahlschraube mit Festigkeiten ab 8.8 sind nicht 1:1 durch VA-Schrauben ersetzbar.
Um noch mal auf den Einsatz in Verbindung mit Aluminium zurück zu kommen. Wird die VA-Schraube überdehnt, verformt sie sich und damit auch die Gewindegänge im Alu. Hinzu kommt, dass Edelstähle einen höheren Reibwert haben und das Alu regelrecht am VA "festkleben" kann. Die Folge, beim Lösen der Schraube reißt u.U. das Gewinde aus - die Alu-Gewindegänge kleben in den Gewindegängen der Schraube.
Ich würde VA-Schrauben und Alu-Gewinde nicht kombinieren. Aber jeder wie es gern möchte...