Was passiert beim Kaltstart?
Beim Kaltstart kommen viele Dinge zusammen. Die vielen beweglichen Teile eines Verbrennungsmotors bestehen aus diversen Materialien. Alle dehnen sich unterschiedlich stark aus. Sie müssen deshalb von ihren Entwicklern so ausgelegt werden, dass sie perfekt zueinander passen. Bei kalten Temperaturen ist das nicht immer der Fall. Die Bauteile haben deshalb beim Kaltstart relativ viel Spiel – laufen also noch nicht perfekt ineinander. Es kommt dabei zu verstärkter Reibung. Dazu kommt, dass das Motoröl bei niedrigen Temperaturen zähflüssiger ist. Es schmiert also nicht nur nicht so gut, es verteilt sich auch nicht so schnell. Das Problem mit der Reibung verschärft sich daher noch, der Motor dreht unwilliger und läuft rauer. Hier kommt die Starterbatterie ins Spiel. Auch sie kann bei kalten Bedingungen nicht optimal arbeiten, weil ihre Elektronen nur widerwillig fließen. Hier kommen wir also schon zum dritten Problem: Ein drehunwilliger Motor mit schlechter Schmierung, der nur schwer zum Anlassen zu überreden ist und eine Batterie, die dem Anlasser deutlich weniger Kraft bereitstellen kann.
Wie kann ich einen Kaltstart vermeiden?
Ein Kaltstart lässt sich nur auf eine Art vermeiden und die ist den meisten Autofahrern nicht möglich: Vorheizen. Dies kann entweder durch eine integrierte Standheizung erfolgen oder über eine externe, meist strombetriebene Heizung.
Wie fahre ich ein Auto (Motorrad) richtig warm?
Das Zauberwort heißt fahren. Denn ein Warmlauf im Stand ist nicht nur verboten, sondern auch Gift für den Motor. In der Startphase spritzt das Steuergerät besonders viel Kraftstoff ein, um einen sicheren Start zu gewährleisten. Dies kann zu vielfältigen Problemen führen, wenn der Motor nicht auch sofort belastet wird: Etwa das Kondensieren von Kraftstoff an der kalten Zylinderwand, dem Abwaschen des Ölfilms an der Zylinderwand oder ein „Absaufen“ des Zylinders durch eine Benetzung der Zündkerze. Um diese Probleme zu vermeiden, sollte man nach dem Schlüsseldreh möglichst sofort losfahren.
Fazit
Wer seinem Motor etwas Gutes tun möchte, der sollte auf Kaltstarts verzichten – so lautet zumindest die landläufige Meinung. Die lassen sich allerdings nicht ganz vermeiden, denn fast jeder Motorstart ist meist ein Kaltstart. Die Kunst liegt also darin, den Motor nach einem Kaltstart immer optimal warmzufahren. Ein Laufen lassen im Stand sollte dabei in jedem Fall unterlassen werden, stattdessen sollte man ihn locker belasten, nicht zu stark beschleunigen und nicht zu hoch drehen. Dennoch gilt: Erst nach mindestens 10 Kilometern Fahrt ist er im richtigen Temperaturfenster. Alle kürzeren Strecken sind entsprechend Kurzstrecken und sollten vermieden werden.