Ich hab's jetzt auch versucht (RN 69 SP).

Das klappt mit dem aus China mitgelieferten Montagematerial zumindest mit Öhlins leider nicht so gut, bzw. nur so lange, bis man versucht, am Behälter zu drehen. Dann merkt man, dass der Platz nach unten fehlt. Eine bessere Halterung folgt, aber der Platz gefällt mir, daher fange ich nun von unten an, den Schlauch durchs Motorrad zu fädeln.
Eine Düse wurde nicht mitgeliefert, aber das Schlauchende lässt sich mit Lochband gut fixieren und fein platzieren. Eine längere Schraube durch den Bobbin ("Montageständeraufnahme") liefert ein optimal platziertes und kaum zu sehendes Gewinde. Die Mutter steht nicht nach innen über die Schwinge über, daher wird der Radwechsel nicht behindert.

Den Schlauch verlege ich innen entlang der Schwinge. Ich mag keine Kabelbinder um die Schwinge, und kleben muss auch nicht unbedingt sein. Es sind zwar Löcher in der Schwinge, wo man mit etwas Geschick, Geduld und Blumendraht den Schlauch durchfummeln könnte. Das ist aber gar nicht nötig, denn der Kettenschleifer geht innen komplett um die Schwinge hat genug Spiel, um den Schlauch durchzufädeln.

An der vorderen linken Ecke der Hinterradabdeckung baue ich eine sehr kleine Schlauchhalterung aus Lochband, damit der Schlauch nicht an die Kette kommt. Eine Schraube ist ja schon da.

Von dort geht's parallel zur Federbeinumlenkung nach oben. Man könnte es auch schöner lösen, weiter nach vorne, hoch und am Heckrahmen wieder nach hinten, aber da ist der heiße Auspuff, der potentiell den Schlauch spröde macht, und dann baumelt der schwarze Schlauch auf der blanken Alu-Schwinge. Oben gibt's einen Querträger mit einigen Löchern, da passt der Schlauch gerne durch, und schon bin ich fast am Ziel.

Der Schlauch wird hier an zwei Stellen recht eng gequetscht. So kann er nicht wandern, das ist gut. Ob er durchgängig ist, prüfe mich mit oben reinpusten und unten Finger drauf. Er ist durchgängig. Jetzt noch aus Lochband eine Halterung für den Behälter gebaut. Ich nehme das Lochband doppelt, und erweitere das Loch für die Soziusraste auf M8. Ich suche aus meinem Fundus die schönste Schraube M6 für die einzige zusätzliche Schraube, montiere den Behälter und voila!

Fertig! Fertig? Ist der Behälter überhaupt gängig? Wer das System nicht kennt, man verdreht den Behälter gegen seine Halterung, dadurch verringert man das innere Volumen und drückt das Öl raus, das sonst nur vom Unterdruck oben gehalten wird. Tja, und dieser Behälter hier ist nicht so ohne weiteres gängig, und im montierten Zustand kommt man einerseits nicht ganz mit der Hand drumherum, und andererseits verbiege ich die Halterung aus Lochband. Also wieder runter damit, Nähmaschinenöl auf die inneren Gewinde, Inbus durch die Öffnung für die Halterung und kräftig gedreht, bis es sich löst, und alles gut geölt ist, inklusiver meiner Finger. Rheumavorsorge ist auch wichtig. Dann abgewischt, montiert, Schlauch gekürzt und rein in den Behälter (genial einfache Schlauchdurchführung, bekannt vom 3D-Drucker), befüllt mit Scottoil blau aus dem Werkstatt-Fundus, und gewartet, bis unten was raus kommt. Dann SCHNELL den Deckel drauf, während man das Hinterrad weiter dreht, um den Öldurchfall zu verteilen. Vorher natürlich Pappe drunter legen, hust hust. Es läuft noch kurz nach und verhält sich dann unauffällig. Ich öffne den Deckel, fülle neu auf, schließe den Deckel und warte ab - es scheint dicht. Die "Düse" ist auch gut platziert, ansonsten hilft auch hier Blumendraht. Eine Viertel Umdrehung ergibt 10 fette Tropfen, da darf's also auch eine Achtel Umdrehung sein, 1x täglich zum Tourenstart.
Warum hat die Schwinge eigentlich kein Loch als Wasserablauf links hinten unten?