Beiträge von bikinghunter

    Eine seltsame Begegnung mit der Polizei kann ich noch nachschieben. Corona war es. Die Zeit wo alles gesperrt war, Ausgangssperre usw. Ich konnte einfach nicht, nicht Motorradfahren. Bin im Hinterland von Kärnten unterwegs gewesen. Alleine auf weiter Flur in einem einsamen Tal. Falles es wer kennt, zwischen Arriach und Himmelberg. Geile, lang gezogene "Floatingkurven". Ab und zu Kuppen. Ich donnerte „ziemlich überflott“ auf eine Kuppe zu, als plötzlich die Rennleitung auf der Kuppe erschien. Ich dachte mir. Scheisse, jetzt haben sie mich am Arsch. Musste schauen, dass ich die Karre zum Stehen brachte. Da erschien auch ein, bzw. eine Zweite. Eine MP im Anschlag. Wow, dachte ich. Jetzt kommts dick. Helmvisier auf, Puls etwas höher, da kam nach einem durchdringenden Blick die Frage: "Ihre Scheibe ist aber ganz schön dreckig." Er hatte zwar recht, die war mit Insekten tapeziert. Ich stammelte irgendwas von: "Macht nix, kann eh drüber schauen". Worauf er meinte: "Fahren sie weiter, aber etwas langsamer". Ich blieb noch stehen, war verblüfft und redete noch irgendeinen Stumpfsinn. Er wieder: "Fahren sie einfach weiter". Ich startete wieder, da kam mir schon der Gedanke, dass da etwas im Gang ist, denn ca 5 km weiter kam die nächste. Die liessen mich aber passieren, hat wohl der davor weitergefunkt. Bin dann zur Tanke und abgestiegen, gleich ins Internet. Da war es schon zu lesen. Irgendein Hirni hat seine Frau, bzw. seine Liebhaberin gekillt und ist auf der Flucht. Den haben dann die Italiener eine Stunde später in Tarvis hinter der Grenze erschossen.

    Mit so einem Gewehrhalter hab ich auch schon geliebäugelt. Gibts ja die für Quads. Hab’s aber gelassen. Mittlerweile jage ich aber eh nicht mehr auf der Alm, sondern hinter meinem Hof auf dem Berg. Da Düse ich mit der Surron hoch. Oder mit dem Trekker. :evil:

    Die hielten mich glatt für einen Attentäter 8|


    Auf dem Weg zum Jagdgebiet muss ich von meinem Berg runter, über eine gut befahrene Bundesstraße, auf den Nassfeldpass, 5 Meter vor der Grenzstation Italien weiter auf einer Schotterstraße auf die Alm. Sind dann ca 18 Kilometer. War damals - eigentlich auch heute :S - nicht im Besitz eines Privatfahrzeuges. Nur mein Bike. Klar auch noch den John Deere. Nur wohin mit dem Gewehr. Bleibt nur schultern. Der Nassfeldpass ist ja meine Hausstecke, dementsprechend trete ich den Dreizylinder hoch. Mir fallen sie ja fast gar nicht mehr auf, die langsam schleichenden Touris in ihren Dosen. Ist fast wie Billardspielen. Nur das ich keine Kugel treffen möchte. Da wird auch schon mal in der Kurve überholt. Es kam wie es kommen musste, ein aufmerksamer Dosen-Passfahrer hatte den Verdacht, dass da ein wild gewordener mit einem Gewehr - es war leider doch sehr sichtbar - wie ein Irrer die Straße unsicher macht und kontaktierte den Notruf. Stunden später, es war schon finster, bekanntlich wartet man ja als Jäger bis die Dunkelheit einbricht, machte ich mich wieder auf den Rückweg. Sah schon von oben einige Blaulichter funkeln. Nichtsahnend verlangsamte ich, man möchte ja nicht auffallen. Doch plötzlich erhellten 2 Streifenwagen mit voller Lichtleistung von vorne die Umgebung und richteten alle Aufmerksamkeit auf mich. Rote Kellen, Polizisten standen auf der Straße und versperrten den Weg. In dem Moment dachte ich noch, da haben die wieder einen Bankomat gesprengt und wollen über die Grenze flüchten. Passierte ja schon öfter mal. Als ganz locker grüßen. Interessanter Weise umringten sie mich. Ich kam noch immer nicht auf die Idee, dass die mich meinten.

    "Was machen sie da, warum haben sie ein Gewehr?" Der Griff der Hand war an seiner Pistole, von den anderen auch.

    Da fing einer laut an zu lachen "Das ist doch der Hubmann, der Jäger von der Alm"

    Einer meinte: "Sind sie wahnsinnig, sie können doch nicht mit einem geschulterten Gewehr auf öffentlichen Straßen fahren"

    Ein anderer: "ist es geladen"?

    Ich: "Es tut mir leid, ich hab kein Auto, hab nur das Motorrad und einen Traktor. Das Auto ist ein Firmenwagen, den kann ich nur bedingt privat nutzen"

    Eine Weile ging es hin und her. Einer hatte in der Zwischenzeit gegoogelt und erfahren "Das Gewehr ist in einem geschlossenem Behältnis, nicht sichtbar im Fahrzeug zu verstauen".

    Ich meinte "ich könnte mir eine Gewehrtasche besorgen und die Umhängen. Dann ist das mit dem geschossenem Behältnis zumindest erreicht.

    Zufrieden waren sie nicht ganz und meinten, sie werden nachfragen und ich höre von ihnen.

    Hab mir dann eine Gewehrtasche besorgt, es sah noch immer jeder, dass da ein Gewehr drinnen ist. Von der Polizei hab ich nichts mehr gehört, außer, dass ab und zu jemand den Notruf wählte und als Antwort erhielt: "Keine Panik, dass ist nur der Jäger von der Alm"