Deckel Kurbelgehäuse gerissen / tauschen

  • #11

    Achso, kleiner Tipp: Solche Bauteile wie den Deckel, aber auch den Stator, Rotor, usw usw kann man sehr gut über den Yamaha Ersatzteilaktalog finden, da gibt es wirklich alles was eine Teilenummer hat. Leider nicht wirklich jedes einzelne EInzelteil, der Rotor zB ist immer die gesamte Baugruppe.


    Diese Teilenummer dann (wenn man ein paar Wochen Zeit hat) auf der Webseite Webike eingeben. Rotor und Stator würden bei einem offiziellen, deutschen Händler insgesamt über 1.000 € kosten... bei Webike circa 300 (Versand und Steuer/Zoll kommt dann noch oben drauf, aber das sind vielleicht 100 €). Es sind exakt dieselben Teile, Etiketten mit Yamaha Logo und Adresse. Typisch japanisch ist alles penibel und absolut sicher verpackt.


    War jetzt meine zweite Bestellung bei Webike, kann ich wärmstens empfehlen. Der Deckel hat zB keine 90 € gekostet, in DE wären es 250 gewesen...

  • #12

    Kleines Update:

    Nach ein paar Probefahrten sieht alles soweit gut aus.


    - Deckel Kurbelgehäuse: Optisch von außen alles dicht, keine ungewöhnlichen Geräusche, Motor läuft einwandfrei auch unter Volllast in den Begrenzer (natürlich erst nach ca 10 min Fahrt getestet).

    Lediglich beim Kaltstart tickert der Motor die ersten Sekunden / Minute. Das war aber glaube ich vorher auch schon, und der CP3 ist ja bekannt dafür nicht immer zu 1000 % seidenweich zu laufen. Das macht ihn ja auch aus, beunruhigt mich also nicht. Kommt auch eher von den Ventilen als von der Lichtmaschine, da gibt es gar keine Geräusche wenn man das Ohr hinhält.


    Zudem sieht das Öl im Schauglas gut aus (nicht sofort schwarz oder milchig oder metallisch schimmernd) und der Kühlmittelstand im Ausgleichsbehälter ist unverändert. Der Lüfter springt irgendwo zwischen 95 und 103 Grad Kühlwassertemperatur an und kühlt dann auch runter auf etwa 93-94 Grad. Passt also auch.



    - Bremse: Der Trick, den Bremshebel mal ganz angezogen zu fixieren über mehrere Stunden/Tage scheint auch funktioniert zu haben.

    Durch den dadurch dauerhaften Druck im Bremssystem hat sich wohl die Luftblase, die wahrscheinlich im ABS Modul saß, gelöst. Auf der ersten Probefahrt am Freitag Nachmittag war es noch nicht ganz so toll, daher habe ich das ganze nochmal wiederholt. Gestern hat es sich dann wieder wie vor dem Sturz angefühlt beim Bremsen, auch die eine oder andere Vollbremsung habe ich gemacht. Das ABS greift voll rein und die Blinker machen ihre Disco, wenn man über 60 oder 70 fährt. Das ist für mich das Zeichen, dass ich in die Bremse vertrauen kann. Hinten war es schon immer so, dass das ABS recht früh gegriffen hat und die Bremswirkung nicht zu vergleichen ist mit vorne. Ist ja auch logisch und bei allen KFZ so.

    Fazit: Entlüften werde ich sie wahrscheinlich trotzdem mal, aber es fühlt sich jetzt wieder gut und vertrauenswürdig an.



    -Gabel / Lenker: Da ich gelesen habe, dass sich die Gabel gerne mal verspannt nach einem Sturz, wollte ich das sicherheitshalber auch mal prüfen. Da es kein riesen Aufwand ist, die Gabel mal zu entspannen, habe ich das gestern gemacht.

    Wenn mechanisch im Inneren irgendwas sein sollte, bekommt das ja sowieso nur eine Werkstatt hin. Aber zumindest die einfachen Sachen kann man ja selbst erledigen, und der KI-Modus von Google ist da auch wirklich gut. Nicht so wie ChatGPT...


    Zuerst habe ich die Sturzpads der Vorderachse gelöst, dann die Klemmschraube am rechten Gabelfuß gelockert (6 mm Inbus) nichts ganz raus drehen!).

    Anschließend die Achse lockern (19 mm Inbus) auch nicht raus drehen!) und dann die untere Gabelbrücke lockern (6 mm Inbus, auch nicht raus drehen, nur lockern!). Dabei habe ich gespürt und gehört, dass sich beim Lösen der Schrauben etwas entspannt hat. -> Gutes Zeichen

    Wichtig ist, dass oben an der Gabel nicht gelöst wird.


    Das Motorrad kann auf dem Seitenständer bleiben oder hinten aufgebockt werden. Vorne sollte immer belastet sein, also nicht in der Luft.

    Jetzt ein paar mal (4-6 mal) die Vorderradbremse ziehen und vorne kräftig einfedern. Bei mir hat die Gabel dabei "Atemgeräusche" gemacht, was wohl von den Luftkammern kommt und so sein soll.


    Jetzt die Achse mit 65 NM festziehen, danach die untere Gabelbrücke gleichmäßig mit 23 NM festziehen (nicht eine ranknallen und dann die nächste, schön gleichmäßig immer wieder jede Schraube etwas fester ziehen).

    Wichtig: Wirklich mit einem funktionierenden Drehmomentschlüssel arbeiten, wenn man hier zu sehr anzieht kann man viel kaputt machen.


    (Aus eigener Erfahrung vor ein paar Jahren rate ich dazu, den Drehmomentschlüssel vor dem Benutzen zu testen, in die Richtung in der man ihn nutzen will. Manche gehen nämlich nur bei Rechtsgewinde, das musste ich bei der Kupplung an der Duke 125 lernen... die Spezialmutter war ein Links-Feingewinde... welches nach dem Festzieh-Versuch nur noch gebröselt hat... zum Glück war die Welle halbwegs heile und konnte mit einem dann extra gekauften Gewindeschneider gerettet werden. Die Mutter gab es zum Glück für einen schmalen Taler.)


    War ein bisschen fummelig mit diesem kleinen Spoiler unter dem Standlicht, hat aber geklappt. Ist das bei euch auch so, dass der Spoiler die oberen Schrauben minimal verdeckt, wenn man mit dem Inbus dran will?


    Zum Schluss noch unten die Klemmschraube ebenfalls mit 23 NM fest, fertig.


    Dann habe ich das Vorderrad gegen eine Wand gelehnt (zuerst rechts, dann links) und in beide Richtungen mit mäßiger Kraft vorsichtig den Lenker dagegen gedrückt. dabei gab es auch einmalig ein Knacken, was auf gelöste Verspannung im oberen Gabelbereich hindeutet. Kam danach auch nicht mehr.



    Jetzt musste ich das Spiel mit der unteren Gabelbrücke nochmal machen, da ich dort evtl. wieder eine Verspannung rein gebracht habe. War dann aber unauffällig.


    Das Motorrad fährt gerade, gleichmäßig und sicher (und sieht auch so aus), daher bin ich beruhigt.

    Alles, was jetzt noch sein könnte (Verspannungen, Haarrisse im Rahmen, ...) ist ziemlich unwahrscheinlich und evtl. sogar nur Einbildung.

    Wenn sich was ändert, lasse ich euch das wissen.

    Einmal editiert, zuletzt von Aron52 ()

  • #13

    Zwei Fragen hätte ich noch:


    - Ich habe (da mit Ölfiltertausch) etwa 3,1 bis 3,2 l Öl aufgefüllt. Der Ölstand ist, wenn korrekt gemessen, aber knapp über dem max-Strich...

    Ist das schlimm? Nach der 1000 km Inspektion war der eher im unteren Drittel des Schauglases (?)...


    - Ist bei euch der Abstand von Gabel zu Kühlerverkleidung auch rechts und links leicht unterschiedlich? Ich meine rechts wäre es etwas weniger Abstand als links. Aber da auch der Kühler und die Blinker nicht ganz mittig sitzen bzw. selbst der Rahmen von vorne betrachtet nicht symmetrisch ist, gehe ich mal davon aus, dass das normal ist, oder?


    Sieht zumindest auf Bildern von vor dem Sturz auch so aus, ist mir aber natürlich nie aufgefallen.

  • #14

    Ich kann dir als zukünftigen (Zusatz)Schutz die GB Racing Motorschutzdeckel (China) empfehlen. Bis auf den 16€ Deckel + Lenkerende & Kupplungshebel war nix kaputt nach einem Rutscher.

    Bezüglich Öl, die RN69 braucht auch nur 3L um knapp bei max zu sein, kA warum die mehr angeben. Ob die 100-200ml zu viel schlimm ist weiß ich ned, aber kannst ja sonst einfach mit Spritze & Schlauch absaugen.

    Bei der RN69 sitzt der Kühler zumindest auch etwas versetzt.

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