Beiträge von DinoBasso

    Hallo zusammen,


    leider lese ich das erst jetzt. Ich bin vor einem halben Jahr ins Hohenlohesche gezogen. Von der Löwensteiner Platte habe ich schon gehört; aber auch, dass dort immer sehr viel los sein soll (ist nicht so meins).


    Viele Grüße und einen angenehmen Abend


    Dino

    Hallo,


    das ist ein bekanntes Phänomen, das sich aus der notwendigen Kaltstartanreicherung insb. beim Saugrohreinspritzer ergibt. Ist der Motor und damit der Ansaugtrakt kalt, bleibt relativ viel des eingespritzten Kraftstoffs an den Saugrohren und an den kalten Teilen im Brennraum hängen bzw. kondensiert dort. Damit der Motor in der Kaltstartphase (stabil) läuft und nicht wieder ausgeht, muss dieser Verlust durch ein sehr fettes Gemisch kompensiert werden. Früher hatte man bei Vergasermotoren einen Choke zur manuellen Anreicherung des Gemisch bzw. später auch dort eine automatische Kaltstarteinrichtung.


    Wird der kalte Motor direkt wieder abgestellt, haftet ebenfalls viel Kraftstoff an der Elektrode der Zündkerze an (sie ist "nass"), wodurch kein oder ein zu schwacher Zündfunke überspringt bzw. das Gemisch im Bereich des Funkens zu Fett und damit zündunwillig ist.
    Steht der Motor einige Zeit, verdunstet der anhaftende Sprit nach und nach über die offenen Ventile und der Motor startet mehr oder minder normal (je nachdem, wie viele Zylinder gerade "lüften"). Ist eine gewisse Wassertemperatur erreicht, wird die Einsspritzmenge nach und nach zurückgenommen, wodurch ein warm abgestellter Motor direkt wieder anspringt (und natürlich, weil durch die Temperatur die Zündkerze nicht lange nass bliebe, auch wenn zu viel eingespritzt würde).


    Fazit: Keine Sorgen machen, das ist normal. Allerdings wäscht man damit u.U. gut die Zylinderwände von Öl frei, weswegen man kurze Starts aufgrund des höheren Verschleißes in der Folfge eher vermeiden sollte.


    Viele Grüße


    Dino

    Hallo zusammen,


    leider komme ich momentan nicht so recht dazu, hier zu schreiben, aber eine kurze Ergänzung zu der schon gefallenen Einschätzung von yosz zu folgender Frage:


    Zitat von ricpat


    Im WHB steht, das der Luftfilterkasten wieder montiert werden soll zur Synchronisation. Auf den Bilder sehe ich aber immer nur ohne! Wie habt ihr das gemacht? Mit oder ohne Luftfilter?
    Wenn ohne, warum und wo ist da der Unterschied?
    pat


    Ich sehe es ebenfall so, dass es für die Einstellarbeit keine Rolle spielt und auch wegen der stark beschränkten Zugänglichkeit der Einstellschrauben bei montiertem Luftfilterkasten nicht beachtet werden muss.


    Wer den Kasten schon einmal geöffnet hat, dem ist sicherlich aufgefallen, dass es verschieden lange Ansaugtrichter für jeden Zylinder gibt. Dies hat den technischen Hintergrund, dass aufgrund der Geschwindigkeit der Gassäule und des diskontinuierlichen Prozesses ("häppchenweises" Ansaugen) im Ansaugtrichter eine Resonanz entsteht, die zu einer besseren Zylinderfüllung führen kann. Das könnte als eine Art konstruktiv bedingte, sehr leichte Aufladung gesehen werden und führt zu einem höheren Drehmoment in dem Drehzahlbereich, in dem sich die Resonanz ausbildet. Im Fachjargon wird das Resonanzrohraufladung genannt; sehr schön auch zu sehen bei den M20-Motoren von BMW mit bewusst unterschiedlich langen Ansaugwegen für je ein Zylinderpaar. Neuere Saugermotoren haben gelegentlich elektrisch geschaltete Saugrohrwege, um die Vorteile bei niedrigen Drehzahlen durch einen langen Ansaugweg zu nutzen. Je länger das Ansaugrohr, desto geringer ist die erforderliche Drehzahl für die Resonanz, jedoch desto größer wird der Ansauggegendruck bei höheren Drehzahlen. Deswegen gibt die zweite Schaltstellung einen kurzen Ansaugweg frei, um eine hohe Zylinderfüllung bei hohen Drehzahlen zu erreichen.


    Bei der MT ist also jeder Zylinder in einem anderen Drehzahlbereich "leicht aufgeladen", um über einen möglichst weiten Bereich eine homogenere Drehmomentkurve zu erhalten. Dies ist natürlich immer ein Kompromiss, ganz klar.
    Da der Motor der MT vergleichsweise hoch dreht, sind die Ansaugrohre recht kurz und spielen strömungsdynamisch, auch wie angemerkt aufgrund der großen Querschnitte, bei Leerlauf keine signifikante Rolle.


    Dass das gesamte Druckniveau bei angebauten Luftfilterkasten durch den Luftfilter auch bei Leerlauf ein klein wenig anders ist, ist mit Sicherheit so - Allerdings interessieren uns bei der Einstellung nicht die Absolutwerte, sondern nur die Unterschiede zwischen den Zylindern. Somit hat das also meiner Meinung nach keinen Einfluss.


    Viele Grüße und einen angenehmen Abend,


    Dino

    Guten Abend,


    anbei aufgrund der Nachfrage eine kurze Übersicht, wie das Drosselklappengehäuse zu synchronisieren ist. Dies gehört laut Bedienungsanleitung zum normalen Wartungsumfang und ist auch in dem Werkstatthandbuch gut beschrieben - Wer Zündkerzen wechseln kann, kann auch diese Einstellung vornehmen.


    Neben normalem Werkzeugen ist lediglich ein Messgerät erforderlich, um den Unterdruck oder die Druckdifferenz in den einzelnen Ansaugstutzen messen zu können. Bekannt sind die Messuhren und die Schlauchwaage, ich selbst habe ein sog. Carbtune benutzt.


    Der Grund für die Einstellung ist kurz und vereinfacht dargestellt, dass u.A. durch Fertigungstoleranzen bei Einzeldrosselanlagen unterschiedliche Unterdruckniveaus bis in den Teillastbereich in den einzelnen Ansaugstutzen zwischen Drosselklappe und Einlassventil herrschen können. Dadurch ist das Kraftstoff-Luft-Gemisch und der Liefergrad (entspricht in etwa der Zylinderfüllung) der einzelnen Zylinder bei etwa gleicher Einspritzmenge unterschiedlich, was sich insbesondere in einem "unrunderen" Lauf bemerkbar macht. Durch Drehung der Einstellschraube wird gewissermaßen mehr oder weniger Falschluft zugeführt, um die Unterdruckniveaus anzugleichen. Sofern eine Einstellschraube am Anschlag angekommen ist, stimmt etwas mit der Grundeinstellung des Gehäuses oder dem Gehäuse selbst nicht. Es ist dann auszubauen und zu prüfen bzw. ggf. zu ersetzen.
    Da die Lambdasonde den Sauerstoffgehalt des Abgases aller drei Zylinder zusammen misst, regelt sie einen Kompromiss heraus. Ist nun ein Zylinder ganz woanders, wird durch den Regelkreis auch das Gemisch der restlichen Zylinder verändert, was ebenfalls das Laufverhalten und Weiteres beeinflusst.


    Insofern hat es Sinn, sich diese Sache beim Service anzuschauen.


    Viele Grüße,


    Dino

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