Abend zusammen,
ich klinke mich hier mal ein, weil meine MT-09 RN29 ähnliche Zicken macht...
Vorab: Im Mai diesen Jahres wurden die Zündkerzen getauscht, die Drosselklappen synchronisiert und ein neuer Luftfilter verbaut.
Das Problem: Konstantfahrruckeln / Stottern beim Fahren
In den ersten 5–10 Minuten bockt und stottert die Maschine extrem spürbar im Teillastbereich.
Am schlimmsten ist es im Bereich zwischen 1.800 und 4.000 Umdrehungen im 1. bis 3. Gang.
Wenn man da konstant fährt oder das Gas wegnimmt, stottert sie sich einen zurecht.
Sobald das Motorrad nach den ersten 5–10 Minuten richtig auf Temperatur ist, läuft sie plötzlich absolut perfekt, als wäre nie etwas gewesen.
Richtig tückisch ist das Absterben:
Grundsätzlich hatte ich das früher nie, aber jetzt ist sie mir einmal beim Kaltstart einfach ausgegangen, einmal als ich kurz nachdem Kaltstart leicht Gas gegeben habe und einmal an der Ampel, als ich in den Neutralgang geschaltet habe.
In der Werkstatt war es nun auch kurios:
Der Mechaniker, der die untenstehenden Checks vorgenommen hat, hat anschließend eine Probefahrt gemacht und konnte soweit erst einmal keine Probleme feststellen.
Zumindest nichts, was vom normalen Fahrverhalten einer serienmäßigen MT-09 RN29 abweichen würde.
Als ein Kollege von ihm danach noch mal eine Runde gedreht hat, ist ihm die Maschine beim Fahren allerdings einmal komplett ausgegangen.
Was die Werkstatt jetzt aktuell schon alles geprüft/gemacht hat:
- Falschluft-Check: Ohne Befund. Die kleinen Gummikappen/Verschlusskappen an den Ansaugstutzen wurden nach der Synchro allerdings vorsorglich erneuert.
- Zündspulen: Ausgebaut und optisch geprüft – sehen laut Werkstatt alle noch sehr gut aus.
- Drosselklappen: Sichtprüfung durchgeführt, sehen für die Laufleistung top und absolut sauber aus.
- Lambda & Sensoren: Lambdasonde ausgebaut, geprüft und gereinigt. Der APS-Sensor (Gasgriff) wurde ausgelesen und läuft laut Diagnose sauber ohne Sprünge von 1 bis 99 durch.
- Elektronik: Die Lernwerte für die Gemischanpassung wurden nun komplett zurückgesetzt und die CO-Werte testweise auf +10 angepasst, um das Gemisch in der Teillast etwas anzufetten.
Die Werkstatt gibt mir die Maschine jetzt über das Wochenende zum testen wieder mit.
Falls das Zurücksetzen und die Anpassungen der CO-Werte nichts gebracht haben, steht der Drosselklappensensor (TPS) im Raum, der aber über 300,00€ kostet.
Deshalb möchte die Werkstatt, dass ich das Ganze im jetzigen Zustand erst einmal ausgiebig teste, bevor wir da auf Verdacht einen teuren Sensor beschaffen sowie einbauen und er es eventuell gar nicht ist. (Probs an die Werkstatt dafür)
Meine Fragen an euch:
Da das Ruckeln und Ausgehen nach ein paar Minuten Fahrt komplett verschwindet, wenn der Motor richtig heiß ist, bin ich skeptisch, was den TPS angeht.
Ich habe hier im Forum noch von ein paar anderen Dingen gelesen, wo ich mir allerdings etwas unsicher bin...
- Die Zungenventile / Membranventile (Sekundärluftsystem): Könnten die Ventile im Ventildeckel verrußt sein und in der Teillast unkontrolliert Luft durchlassen, was zu diesem extremen Magerruckeln im kalten Zustand führt?
- APS-Sensor um 5 Grad drehen: Macht es Sinn, den APS-Sensor minimal gegen den Uhrzeigersinn zu verdrehen, um die Teillast-Kennlinie bei der RN29 fetter/sanfter zu machen, obwohl er beim Auslesen lineare Werte anzeigt?
- Zündspulen: Kann es trotz optisch "guter" Spulen ein Haarriss sein, der nur in den ersten Minuten bei kaltem Motor durchschlägt (Feuchtigkeit/Kälte) und verschwindet, sobald sich das Material bei Hitze ausdehnt? Hatte das beim Kerzenwechsel vielleicht schon mal jemand? -> Wobei ich da eher sagen muss, das bei denn derzeitigen Temeraturen eigentlich keine Feuchtigkeit/Kälte zustande kommen sollte.
Bin für jeden Tipp dankbar!